10.09.2017

1:2 – Unnötige Niederlage bei Union Hallein

Am Mittwoch begann für die Austria eine englische Woche, die man sich anders vorgestellt hätte. In Bergheim setzte es völlig verdient die erste Saisonniederlage, ganz unabhängig davon, dass manch einer das Gefühl hatte, dass hier zwölf gegen zwölf spielen – erstere Zahl meint unseren lautstarken Anhang, der sich schon in Salzburgs Nachbargemeinde einen besseren Auftritt verdient hätte. Ein anderes Gesicht werde man in Hallein zeigen, prophezeite Trainer Schneidhofer, der sich damit leider irren sollte:

In jenes Gesicht, das die Austria Samstagnachmittag in Hallein gezeigt hat, möchten wir lieber nicht mehr sehen müssen. Die zuletzt arg gebeutelten Tennengauer fanden in unserer Mannschaft den Gegner, den es für deren Umschwung gebraucht hat. Die 500 Zuschauer an der Sandriese bekamen nichts von der neuen Inspiration der Austria geboten, die sich im August noch so hoffnungsvoll verbreitet hat.
 
Eine Woche der schonungslosen Aufarbeitung muss jetzt vor allem deshalb anstehen, weil das Spiel in Hallein auch die Mentalitätsfrage aufgeworfen hat. Es begann nämlich alles sehr gut: In der zweiten Minute verursachte ein Eckball eine Konfusion im Halleiner Strafraum, die Junuzovic den Ball einschussbereit vor die Beine servierte – Edin gelang der frühe Führungstreffer, den sich unsere Mannschaft nachträglich nicht verdienen konnte. Stattdessen offenbarte sich in der Folge ein Versagen aller Mannschaftsteile, zunächst jenes der Offensive, später patzte dann auch die Abwehr.
 
Lange nicht vorhandene Halleiner wurden nicht ernsthaft unter Druck gesetzt. Zu aussichtsreichen Angriffen wurde unsere Mannschaft trotzdem eingeladen, diese wurden teilweise überhastet abgeschlossen oder einfach stümperhaft versemmelt. In Einzelaktionen blitzte durchaus Klasse auf, aber schon die minimalsten Ansprüche an das Zusammenspiel im letzten Drittel konnte unsere Offensive an diesem Tag nicht erfüllen. Es war keinerlei Abstimmung ersichtlich. Mit Fortdauer der ersten Halbzeit war auch die Abwehr von der schlechten Tagesform angesteckt, Hallein merkte allmählich, dass die Punkte an diesem Nachmittag noch nicht vergeben waren. Die Gastgeber hatten in den letzten zehn Minuten vor Seitenwechsel ihre erste gute Phase, einiges Glück ließ unsere Mannschaft aber die Führung mit in die Kabine nehmen. Doch auch diese Gunst sollte, übermalt von einer inferioren Leistung, diesmal umsonst gewesen sein:
 
Denn statt dem erhofften Aufbäumen setzte sich der Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit weiter fort. In ihren optisch ohnehin markanten grün-weiß-schwarzen Längsstreif-Trikots waren die Gastgeber nach Seitenwechsel auch offensiv dick da, unsere schwache linke Abwehrseite war bald entlarvt und so kamen die Halleiner zu zwei sehr ähnlichen Toren. Deren simpler Spielfilm hatte beide Male selbiges Schema: Entschlossener Antritt von außen, ungestört zur Mitte ziehen, mit Zeit und Übersicht einen gezielten Stanglpass anbringen und ein ungestörter Spieler im Zentrum erzielt das Tor. Diese Szenerie beschreibt auch die violette Fehlerkette, tatsächlich konnte all das ungestört umgesetzt werden, so einfach drehten die zuletzt angezählten Tennengauer gegen die Austria das Spiel.
 
Auch dass einmal abgeschaltete Systeme so schnell nicht wieder hochgefahren werden können, zeigte sich dann noch. Einfacher wäre es freilich gewesen, nach der Führung dran zu bleiben. Aber auch nach dem Rückstand wäre noch genug Zeit gewesen, das Ruder nochmal rumzureißen. Das gelang in keinster Weise mehr, es wurde klar, welch gebrauchter Tag das für Violett sein würde. Auch daraufhin, dass Hallein das 3:1 mehrmals am Fuß hatte und noch weitere Chancen vergab, folgte nichts, woraufhin die alte Fußballweisheit „Wenn man es vorne nicht macht…“ hätte bemüht werden müssen. Es hat zugezogen über Hallein, doch vom grauen Himmel regnete es so schnell kein Konzept herunter und auch Kommissar Zufall bescherte uns keinen Treffer mehr.
 
Nach gutem Start in die Saison kamen die ersten Niederlagen also jetzt im Doppelpack, wobei Art und Weise des Auftritts in Hallein zu denken geben sollten. Die Wochen der Wahrheit, die zeigen, in welche Regionen der Tabelle unsere Mannschaft heuer gehört, werden wohl erst jetzt kommen. Die Salzburger Liga spielt unterdessen ohnehin verrückt, schlechte Zeiten für die Freunde von Tippspielen.
 
Bischofshofen fegte am Samstag Eugendorf mit 7:1 vom Platz, Neumarkt marschiert nach einem 3:0 gegen Schlusslicht SAK wieder fleißig vorne mit. Sonst hat diese Woche mehrmals gezeigt, dass mit der richtigen Tagesform jeder gegen jeden gewinnen kann. Bester Beweis dafür ist wohl die Niederlage von Neumarkt am Dienstag bei effizienten Stroblern, die wiederum hatten ihr Pulver dann aber verschossen und unterlagen am Samstag in Bramberg.
 
Die aktuellen Ergebnisse dieser Woche gibt’s hier im Überblick:
8. Runde vom Wochenende
Zell am See – Kuchl 4:2
Straßwalchen – Bergheim 1:2
Bürmoos – Altenmarkt 1:2
Bramberg – Strobl 1:0
Golling – Hallwang 1:2
7. Runde – Die englische Woche
SAK – Golling 1:1
Bürmoos – Hallein 3:0
Hallwang – Bischofshofen 0:2
Kuchl – Straßwalchen 3:3
Eugendorf – Zell am See 3:2
Altenmarkt – Bramberg 2:3
 
Union Hallein - SV Austria Salzburg 2-1 (0-1)
 
Austria Salzburg spielte mit:
Ebner; Grasegger (HZ. N. Coreth), Borozni, Marojevic (68. Taucher), Schnitzer; Lazarevic (63. Sunay), Ogunlade, N. Mayer, Schwaighofer; Junuzovic, P. Mayer
 
Tore:
0-1: Junuzovic (2.) (Assist: P. Mayer)
1-1: Pfeifenberger (51.)
2-1: Sparber (66.)
 
Schüsse gesamt: Union 17 / Austria 18
Schüsse aufs Tor: Union 8 / Austria 7
Stangenschüsse: Union 1 / Austria 0
Schüsse abgeblockt: Union 1 / Austria 3
Ecken: Union 5 / Austria 11
Fouls: Union 19 / Austria 10
Abseits: Union 7 / Austria 14
 
Gelbe Karten:
Union: 2 (Brommer, 65./Foul; Andress, 75./Foul)
Austria: 2 (Grasegger, 42./Foul; N. Coreth, 76./Foul)
 
Hallein, Union-Platz, 500 Zuschauer
SR: Reinhard Marcinko; Assistenten: Reinhard Fuchshuber, Mag. Adolf Oberwimmer