Im Jahr 1969, nach langen und zähen Verhandlungen und vielen politischen Querelen, wurde endlich der Startschuss zum notwendigen Bau eines Stadions anstelle des in die Jahre gekommenen „Austria-Platzes“ in Lehen in Angriff genommen. Um 90 Grad gedreht entstand an der Schumacherstrasse der zu seiner Zeit fortschrittlichste Stadionbau Österreichs, ein gefeiertes Meisterwerk neuer Stadionarchitektur. Selbstverständlich konnte während der Bauphase nicht in Lehen gespielt werden, sodaß ein Ausweichen innerhalb Salzburgs unumgänglich war.
Es lag nahe, sich von den Zuschauern in Lehen nicht allzu weit zu entfernen, somit fiel die Wahl für 2 Jahre auf den Platz unseres heutigen Ligakonkurrenten, ASV Salzburg. Der Platz selbst weist heute, für die Spielklasse durchaus unüblich, eine kleine überdachte Tribüne und rund um das Spielfeld ausreichend Platz für große Zuschauermengen auf. Aus Sicht des Fans immer ein kleiner Schwachpunkt ist die großzügig bemessene, stimmungsdämpfende Laufbahn am ASV-Platz, nichtsdestotrotz stellt das Spiel dort sicher ein Highlight unter dem Aspekt des Spielortes (übrigens auch der Spielort des derzeit heimatlosen UFC Danubia) dar. Im Spieljahr 2007/08 wird lediglich der Platz in Bergheim ähnlichen Komfort bieten können.
Im Jahr zwei unseres Exils an der Plainstrasse fand eines der größten Spiele in der Geschichte unserer Austria statt. Angeführt vom überragenden Karl Kodat wurde der ungeliebte Konkurrent Austria Wien unter arktischen Bedingungen auf tiefwinterlichem Boden, der heutzutage wohl jeden Schiedsrichter zur Spielabsage bringen würde, mit 6:0 besiegt. Ein Spiel, aus heutiger Sicht immer noch eine Sensation und ein Ereignis, dass gestandenen Altaustrianern auch nach über 35 Jahren Freudentränen in die Augen treibt. Ein Sieg in dieser Höhe gegen die Violetten aus Wien sollte uns nur mehr einmal in unserer Vereinsgeschichte gelingen, in der Frühjahrssaison 1994, dieses Mal aber dann natürlich im Lehener Stadion.
Für viele Austrianer hat der ASV-Platz also durchaus historische Bedeutung und markiert, auch verbunden mit Spielern wie Grosser oder Kodat, die das Qualitätsniveau des Salzburger Fußballs spürbar erhöhten, eine Zeitenwende und den Beginn der fußballerischen Neuzeit in der Mozartstadt.
Unser Gastgeber, der ASV Salzburg hat schon deutlich bessere Zeiten gesehen. Der Arbeiterverein aus Itzling war immer schon tragend an der Entwicklung des Salzburger Fußballs beteiligt und erst in den letzten Jahren setzte der, wie bei so vielen anderen Vereinen der Stadt Salzburg auch leider zu beobachtende, sportliche Abwärtstrend ein, der den stolzen und einst erfolgreichen Verein in die Niederungen der Ligapyramide führte. Zuletzt konnte Anfang 2006 durch den zweiten Platz beim „Salzburger Stier“ aufgezeigt werden, den der damalige Verein der 2. Landesliga Nord übrigens noch unter der Ägide des heutigen Bergheim-Trainers Adam Popowicz errang. Im selben Jahr erfolgte allerdings der bittere Abstieg in die heutige Spielklasse, die darauffolgende Saison 2006/07 der 1. Klasse Nord schlossen die Itzlinger mit 14 Punkten Respektabstand zur Spitze auf Platz 4 ab.
Der ASV stützt sich heute im wesentlichen auf seine Mitglieder und die Organisation von Laufveranstaltungen, der warme Geldregen durch die Violetten, aus unserer Sicht hoffentlich nur ein einziges Mal, wird dem Kassier trotzdem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Die violette Familie kann sich beim ersten Pflichtspiel einer Austria Salzburg-Kampfmannschaft seit den frühen 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts am ASV-Platz also auf ein besonderes Fußballfest an historischer, Geschichte atmender Stätte, freuen.










