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Gustl Koflers persönlicher Jahresrückblick, Teil 2
30.12.2006

Gustl Koflers persönlicher Jahresrückblick, Teil 2

Austria-Trainer Gustl Kofler zieht zum Jahreswechsel seine persönliche Bilanz über eine halbe Saison Austria Neu. Über die ersten Auftritte im Landes-Cup und in der Meisterschaft, über seine Wünsche für die Zukunft, über kleine Hoppalas und vieles mehr. Hier nun der zweite Teil.

Weitere zwei Wochen später, nach täglich neuen Spielertests, stand dann endlich der 22 Mann Kader! Die Vorbereitungsspiele verliefen unter dem Motto „ständiges Lernen und Einspielen“, aber auch einige emotionale Teilerfolge (2:1 Sieg beim ASK) konnten erzielt werden. Trotzdem war die Zeit unser größter Gegner, denn bereits in einer Woche sollte das erste Pflichtspiel der neuen Austria stattfinden. Im (zwar nicht wirklich wichtigen) Salzburger Landescup sogleich gegen Topfavoriten USK Anif antreten zu müssen, war emotional natürlich eine große Sache, sportlich jedoch eine leichte Überforderung unserer Situation. Am 22. Juli 2006 – UFC Platz in Nonntal – SV Austria Salzburg gegen USK Anif. Das 1. Pflichtspiel der neuen Austria! Eine beeindruckende violett-weiße Choreografie, das erste „Wir haben Austria Soizbuag im Herzen“ schallte durch die Stadt und 90 Minuten Anfeuerung unserer Mannschaft, machten diesen Tag trotz der 6:0 Klatsche zu einem unvergesslichen Ereignis. Die große Überforderung durch die Überlegenheit des übermächtigen Gegners zeigte, dass wir noch nicht ganz fit waren und auch mit der falschen, viel zu offensiven Taktik gespielt haben.
 
Bei der eine Woche später, am 29. Juni, beginnenden Meisterschaft waren die Machtverhältnisse natürlich ganz andere. Hier war die Austria der große Favorit und Gejagte. Mit dieser Rolle, mit der tollen Unterstützung von 1.000 Fans und mehr richtig umzugehen, sowie die hohe Erwartungshaltung ständig zu erfüllen, ist die Mannschaft meiner Meinung nach gut fertig geworden. Die Gefahr nervös zu sein oder unkontrolliert nur nach vorne laufen usw. war sehr groß. Dass es trotzdem (Gott sei Dank) so spannend verlaufen ist, lag nicht daran, dass die Austria so schlecht war, sondern daran, dass unsere beiden Konkurrenten Michaelbeuern und Schleedorf sehr starke und konstante Leistungen – auch ein bisschen über ihren Verhältnissen – zeigten. Gratulation an beide von meiner Seite! Was für mich neben noch kommenden nüchternen statistischen Zahlen verbleibt:
 
- jede Woche ein emotionales Highlight, egal ob Heim- oder Auswärtsspiel
- positive Anfeuerung der Mannschaft stets über 90 Minuten (nur wenige Bundesligavereine können da mithalten)
- Fans (weit über 10.000 im Herbst) aus Stadt und Land Salzburg, aus ganz Österreich und aus Europa
- tolle, beeindruckende Choreografien – danke an alle!!!
- Pyroshows, die italienischen Vergleichen standhalten
- großes europaweites mediales Interesse – die lokalen Medien sind sehr von persönlichen Bekanntschaften geprägt, sonst eher spärlich
- professionelles Arbeiten im Verein in allen Bereichen – viele helfende Hände!
- große Euphorie, trotz aller Ungerechtigkeiten - diese schweißen die violette Familie noch mehr zusammen
- Gerhard „Gerli“ Weiß wird immer in unseren Herzen bleiben
- der Aufbau einer funktionierenden U23-Mannschaft – Robert Selner ist aufgrund seiner guten Einstellung und seiner starken Leistungen bereits im Kader der Kampfmannschaft
- der Aufbau im Nachwuchsbereich mit U7 und U9 mit sehr guten Trainern
- professionelles Arbeiten mit der Mannschaft, trotz schwieriger Rahmenbedingungen (Trainingsplätze, Kabinen, Aufbewahrung der Sportutensilien usw.)
- die violette Bewegung ist nicht mehr aufzuhalten
 
Es gab natürlich jede Menge kleiner Hoppalas! Diese waren aber überwiegend im erweiterten sportlichen Umfeld zu finden, zB:
 
- das erstmalige Platzmarkieren (Linien) beim 1. Spiel gegen Anif verursachte leichten Stress. Zu spät begonnen; harter, altmodischer Kalk; leichte KnowHow Probleme
- 40 Minuten vor Spielbeginn des selbigen Spiels hatten wir noch keinen Matchball. Dieser befand sich am ASV-Platz. Volker Rechberger musste (durfte) mit vom Markierungskalk bis zu den Ellenbogen weißen Armen diese am ASV-Platz holen (mit Thomas Karls Auto)!!!
- beim Heimspiel gegen Lepi/Moos stand das Mannschaftsfoto auf dem Programm, mit den violetten Hosen, wie Alex Hütter betonte. Da zu dieser Zeit das Dressenwaschen noch nicht professionell organisiert war, hatten wir zum Mannschafttreffpunkt lediglich 10 violette Hosen. Die restlichen waren noch irgendwo zu Hause, weil ja eine Mannschaft nur aus 10 Feldspielern besteht … Kurz vor dem Fototermin trafen die restlichen Hosen gestresst ein …
- und viele mehr …
 
Was für mich noch bleibt, ist allen zu danken – Fans, Funktionären und Spielern für die sensationelle Unterstützung und die tolle Zusammenarbeit, und aus meiner Sicht stellvertretend einen Mann zum Austrianer der Herbstsaison zu küren: Salva
 
Danke für Deinen Biss und Dein Streben der Beste zu sein. Die Stimmung in allen großen Stadien dieser Welt steht und fällt mit dem Mann am Megafon. Und da gehörst Du meiner Meinung nach zu den Allerbesten. Danke!
 
Zum Schluss noch ein paar persönliche Wünsche und Gedanken in Violett für das Jahr 2007:
- Dass beim Stier – sollten wir uns für die Finalrunde qualifizieren – am 6. Januar 2007 die Alpenstraßenhalle zu einer positiven violetten Festhalle wird!
- Dass die neuen Spieler (Stefan Federer, Michael Rehrl, Julian Ridiger, Robert Selner und Martin Ebner) super aufgenommen und uns helfen werden!
- Dass die Schwerarbeit unserer Funktionäre, eine „eigene violette Heimstätte“ zu finden, von Erfolg gekrönt wird!
- Dass die violette Familie weiter wächst und die Austria-Feste Woche für Woche weitergehen
- Dass weiterhin so viele jugendliche und weibliche Fans dabei sind
- Dass die auswärtigen Fanclubs nicht nachlassen (sensationell euer Aufwand!!!)
- Dass wir von der lokalen Presse auch ohne Randale aktiv wahrgenommen werden
- Dass sich die Mannschaft entscheidend weiterentwickelt
- Dass der 1. Anhängerclub aus 1972 endlich ein Transparent vorweisen kann!!!
- Dass wir weiterhin so gut zusammenarbeiten
- Dass „Die Auferstehung der violetten Legende“ durch den Meistertitel ihren 1. Meilenstein erhält!
 
Liebe große Austria-Familie, ich durfte 8 Jahre 1. und 2. Bundesliga als Spieler und 16 erfolgreiche Trainerjahre bei vielen Traditionsvereinen erleben. Dieses halbe Jahr, obwohl in der untersten Klasse, war für mich das mit Abstand schönste und emotionalste in meiner bisherigen Laufbahn!
 
In diesem Sinne, schöne Feiertage, ein gutes und erfolgreiches Jahr 2007 mit dem Meistertitel für die Austria!
 
Euer
Gustl Kofler


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