Was hat dieses Derby nicht schon erlebt? Eigentlich so gut wie Alles, Spiele bei herrlichstem Fußballwetter, Spiele bei Schneefall hart an der Grenze des Regulären. Spiele um Meistertitel und gegen den Abstieg. Das Westderby hatte und hat wohl Alles was man sich als Fan wünscht.
Aus Salzburg Sicht war sicherlich der zweite Meistertitel 1995 das Highlight in der Derbygeschichte. Nach dem ersten Titel der Vereinsgeschichte sollte die Mannschaft von Otto Baric abermals Meister werden. Die Auslosung meinte es gut mit den Salzburger zum Abschluss der Saison gab es das Derby am Tivoli. Das alte Tivoli platze aus allen Nähten, tausende Fans der Salzburger Austria begleiten ihre Mannschaft nach Innsbruck um den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte zu feiern. Um den Ansturm gerecht zu werden wird die komplette Südtribüne zum Gästesektor umfunktioniert. Trotz der Niederlage können Fans und Mannschaft nach dem Spiel den Meistertitel auf dem Rasen ausgiebig feiern.
Doch auch abseits von Meistertiteln war dieses Derby seit den frühen 90er-Jahren immer wieder gekennzeichnet von großer Rivalität. Die Innsbrucker-Fans macht nie einen Hehl aus ihrer Abneigung gegen die Salzburger. Besonders in Erinnerung blieb natürlich das Ferkel, welches ursprünglich mit einem violett-weißen Schal ausgestattet, das Spielfeld stürmte. Auf seine Reise geschickt wurde das Schweinchen im Rahmen eines Cup-Spieles, als die derzeitige Situation praktisch umgedreht war, sich der FC Wacker gerade neu gegründet hatte.
Aber auch die Fans der Salzburger Austria verteilten gerne über Spruchbänder Freundlichkeiten an die Nordtribüne. Hier hat wahrscheinlich jeder Anhänger seinen ganz persönlichen Favoriten. Wobei man sich wahrscheinlich heute nicht mehr über die Reisefreudigkeit in der Regionalliga lustig machen würde, bestreitet die Austria ihre Spiele, ebenso wie der FC Wacker in der Saison 2002/03, nun in der Regionalliga West.
Erinnert man sich an die Stadien in denen sich diese Rivalität aufbaute kommt man noch heute ins Schwärmen. Das alte Tivoli war ein typisch österreichisches Stadion mit all seinen Eigenheiten. Für Salzburger Anhänger immer ein willkommenes Reiseziel, obwohl man bei der ein oder anderen Gelegenheit wohl Jacques Offenbach für die wohl nervigste Tormusik noch im Grabe den Tod wünschte. Das Lehener Stadion ist für Austrianer nur schwer in Worte zu fassen und hat natürlich auch seine Derby-Kuriosität zu bieten. Ein Teil der alten Stehertribüne wurde den Innsbrucker-Fans als Gästesektor überlassen, Salzburger Anhänger und Innsbrucker auf der selben Tribüne, eine Idee die sich zum Glück nicht etablieren konnte. Beide Stadien stehen heute nicht mehr, die Erinnerung an die Derbys bleibt trotz allem wohl unvergesslich.
Aber egal ob es sich um das Abschiedsspiel am alten Tivoli handelt oder eines der großen Spiele in Lehen, egal ob es Duelle am Tivoli-Neu oder in Wals-Siezenheim waren, auf beiden Seiten ist die Vorfreude und die Erwartungshaltung beim Derby förmlich zu spüren. So ist es auch nicht verwunderlich das sich für dieses Spiel wieder eine violette Karawane nach Innsbruck bewegen wird und auf der anderen Seite die Fanclubs des FC Wacker zum Besuch dieses Spiels aufgerufen haben. Der Rückkehr des Westderbys steht nichts mehr im Weg.










