Die Rahmenbedingungen waren für diesen Abstiegs-Thriller mehr als würdig: Rund 1600 violette Anhänger fanden sich am SAK-Platz ein, der, trotz der jahrelangen Rivalität dieser beiden Stadtvereine, eine Vergangenheit mit Austria Salzburg hat: Zum einen weichten die violetten bereits Anfang der 90er in dieses Stadion aus, als der Rasen im Lehener neu verlegt wurde. Zum anderen befindet sich dort die Holztribüne vom alten Austria-Platz - nach diesem harten Winter allerdings nur mehr ohne Dach, das ein Opfer der Schneelasten wurde.
Die Ausgangslage war klar: Wollten die Violetten in der Liga bleiben, mussten selbst drei Punkte geholt werden, und die beiden Konkurrenten Mittersill und Puch durften nicht mehr als einen Zähler einfahren. Die Anspannung war also dementsprechend groß auf den Tribünen, und insbesondere die Mannschaft agierte von Anfang an sehr nervös. Dann der erste Rückschlag: In der 21. Minute musste Torjäger Luka Kovacic, dem sein Knie die ganze Frühjahrssaison über nie wirklich 100% genesen war, verletzungsbedingt vom Platz.
Die erste Halbzeit blieb verfahren, und auf beiden Seiten konnten nicht wirklich gefährliche Chancen herausgearbeitet werden.
Als in der zweiten Halbzeit die Zwischenstände der anderen zwei Entscheidungsspiele von Didi Ziesel durchgesagt wurden, stieg die Stimmung auf den Rängen ins unermeßliche - die Mannschaft wurde nach vorne getrieben, aber der Ball wollte einfach nicht hinter die Linie. Als in der 75. Minute der Ball anstatt ins Netz nur an die Querlatte krachte, schienen alle schier zu verzweifeln.
Es dauerte noch 10 Minuten, ehe Fans und Mannschaft den Nonntaler Platz in ein Tollhaus verwandeln sollten. In der 85. Minute köpfelte PSV-Legende Gerry Berger, der erst vier Stunden vor Anpfiff zu einem Einsazt überredet wurde, dann endlich ein, und sorgte mit seinem Goldtor für einen nicht enden wollenden Torjubel, dessen Intensität sogar noch den Jubel aus dem Jahr 2004 toppte, als Pichorner in der 93. Minute den so wichtigen 3:2 Siegestreffer gegen den damaligen Abstiegskonkurrenten FC Kärnten erzielte.
Kurze Zeit später hatte Kapitän "ohne Spannung keine Stimmung"-Milan Pavlovic durch einen Elfmeter sogar noch die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen, scheiterte jedoch am Schwarzacher Torhüter. So hieß es weiterzittern, ehe Schiedsrichter Schwab in der 97. Minute endlich den erlösenden Schlusspfiff tätigte.
Der Rest war ein violettes Jubelmeer auf und neben dem Platz, und zu den Klängen von Queens "We are the Champions" lagen sich Spieler, Fans und Funktionäre in den Armen, schaffte man doch quasi in letzter Minute das, was nur wenige noch für möglich hielten.
Die Kooperation PSV/Austria Salzburg sorgte immer für volle Ränge in den Stadien der Landesliga, und wurde letztendlich auch durch den Klassenerhalt mit Erfolg gekrönt. Wie es genau weitergeht wird die Zukunft zeigen, aber eines ist sicher: Mit diesen fantastischen Fans ist die violett-weiße Erfolgsgeschichte noch lange nicht zu Ende...
Violettes Salzburg - SV Schwarzach 1:0 (0:0)
Nonntal, 1600, SR Schwab
Salzburg spielte mit: Milinkovic; M. Pavlovic; Rasidovic; Milic (64. Berger); Huber, Jankovic, Keskin, Jelecevic, Marjanovic; Andjelkovic (85. Grabovac), Kovacic (21. Seywald).










