Da ich in den elektronischen und Print-Medien teilweise – mit Verlaub – haarsträubende Berichte über diese Sitzung lesen musste, darf ich Ablauf und Ergebnisse der Sitzung wie folgt zusammenfassen:
1. Die WSG Wattens wird trotz vorheriger gegenteiliger Beschlüsse am Samstag, den 25. September um 18h30 (also zum längst angesetzten Termin) gegen den SV Austria Salzburg antreten.
Die massiv vorgebrachten Bedenken der WSG Wattens, sie wolle die "Letztverantwortung" für dieses Spiel nicht übernehmen, konnten aufgrund intensiver juristischer Aufklärungsarbeit des anwesenden Juristen des ÖFB, Mag. Hollerer, des TFV, Dr. Geisler, des SFV, Dr. Hübel, des Vertreters des Innenministeriums und meiner Person ausgeräumt werden.
Im Unterschied zur "Erfolgshaftung" die die Rechtspflegeordnung des ÖFB kennt - und nach der die WSG Wattens nach dem Cup-Spiel im Vorjahr gegen Sturm Graz zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt wurde - ist bei allfälligen Zuschauerausschreitungen während eines Bewerbsspieles eine zivil- bzw. strafrechtliche Haftung des veranstaltenden Vereines nur dann zu erwarten, wenn diesen ein Verschulden (Vorsatz oder Fahrlässigkeit) trifft. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann ein solches Verschulden ausgeschlossen werden, wenn ein Verein als Veranstalter alle behördlichen, insbesd. alle sicherheitsrelevanten Auflagen erfüllt.
Versuche der WSG Wattens, angesichts der Kürze der bis zum Spiel verbleibenden Zeit einen Platztausch oder eine Verschiebung des Spieles auf einen Ersatztermin zu erreichen, konnten erfolgreich abgewehrt werden. In diesem Zusammenhang bin ich stolz darauf, nicht unwesentlich zu einer Lösung im Sinne des Sports beigetragen zu haben, auch wenn eine Strafverifizierung zu unseren Gunsten einen gewissen Reiz gehabt hätte. Einer Entscheidung "am grünen Tisch" haftet jedoch immer ein übler Beigeschmack an und ich möchte dazu beitragen, dass der SV Austria Salzburg seine Erfolge auf dem grünen Rasen erreicht.
Ich habe mich im Zuge der Sitzung freilich verpflichtet, an die Fans des SV Austria Salzburg zu appellieren, sich ausnahmslos friedlich - wenn auch stimmgewaltig - zu verhalten und möchte in diesem Sinn alle Fans und Anhänger unseres Vereins ersuchen, sich sportlich fair zu verhalten, selbst wenn es zu Provokationen von dritter Seite kommen sollte. Wir wollen uns den Respekt des aktuellen Spitzenreiters der RLW in den 90 Minuten auf dem Platz sportlich und mit einer bisher wohl in Wattens noch nie dagewesenen Unterstützung seitens Anhängerschaft eines Gastvereines erkämpfen.
Eine "Haftung", "Mithaftung" oder dergleichen wurde von mir zu keinem Zeitpunkt angeboten noch stand derartiges überhaupt zur Diskussion.
2. Von den Vertretern der Sicherheitsbehörden wurde einhellig darauf hingewiesen, dass es bei den bisherigen Spielen mit Beteiligung des SV Austria Salzburg in der RLW zu keinen besonderen Problemen gekommen sei. Insbesondere Augenzeugen der Begegnungen in Kufstein und in Altach lobten das Verhalten der SV Austria Salzburg. Die Teilnahme von rund 500 Anhängern einer Auswärtsmannschaft, die diese 90 Minuten bedingungslos anfeuern, wurde von manch altgedientem Fußballfunktionär als enorm belebend für die Liga gelobt. In diesem Zusammenhang habe ich darauf verwiesen, dass es in den bisher mehr als 100 Bewerbsspielen in den vergangenen 4 Jahren und den bisher absolvierten 9 Partien in der Regionalliga lediglich zweimal (nach den Spielen in Saalfelden und beim SAK) zu - allerdings - unschönen Ereignissen gekommen ist, die vereinsintern entsprechend aufgearbeitet worden sind.
3. Die Begegnungen bei Höchst, Union Innsbruck, Reichenau und Hard spielten bei dieser Sitzung so gut wie keine Rolle. Lediglich in einer kurzen Sitzungspause wurde ich von einem Funktionär des Vorarlberger Fußballverbandes darauf angesprochen, dass Höchst über kein bundesligataugliches Stadion verfüge. Unter Hinweis darauf, dass beim kürzlich stattgefundenen Cup-Spiel von Höchst gegen Lustenau etwa 1.000 bis 1.200 Zuschauer anwesend waren, habe ich betont, dass ich mir nicht vorstellen könne, dass beim Spiel des SV Austria Salzburg in Höchst am 9. Oktober – dies wird übrigens das 4. Auswärtspiel in diesem Herbst in Vorarlberg sein - mehr als 400 bis 500 Fans die Mannschaft aus Salzburg begleiten werden würden und daher eine Austragung im Stadion in Höchst möglich sein müsse. Sollte dies von den dortigen Verantwortlichen nicht so gesehen werden, müsste Höchst allenfalls in ein benachbartes Stadion ausweichen.
Eine Kontingentierung der Karten für die Auswärtsspiele bei Reichenau und Union wurde meinerseits niemals fix zugesagt. Ich habe betont, dass für mich der Sport und die Fairness immer im Vordergrund stehen. Ob es im Fall einer Kontingentierung sinnvoll ist, dass viele Fans - wie bei Fußballgroßereignissen ohne Karten anreisen und Einlass begehren - möchte ich stark bezweifeln.
4. Ob "kleinere" Vereine wie Reichenau (oder evtl. auch Union Innsbruck) mit Ausnahmegenehmigungen auf Plätzen spielen dürfen, die den Mindesterfordernissen des ÖFB nicht entsprechen, hat nicht der SV Austria Salzburg, sondern der ÖFB bzw. die beteiligten Verbände zu entscheiden. Dass man allerdings - wenn man in der dritthöchsten Liga spielen möchte - Rahmenbedingungen herzustellen hat, denenzufolge bei Bedarf auch ein paar hundert Fans eines Gastvereins untergebracht werden können, sollte nach der Auffassung des SV Austria Salzburg jedoch selbstverständlich sein.
Eine Diskussion der hier in Rede stehenden Begegnungen wurde auf die nächste Sitzung der in den Statuten vorgesehenen Regionalliga-Kommission verschoben, die in der kommenden Woche wiederum in Innsbruck stattfinden wird. Unser Sportlicher Leiter Gerhard Stöger und ich werden an dieser Sitzung teilnehmen.
5. Der SV Austria Salzburg wird sich auf seinem sportlichen Weg nach oben nicht aufhalten lassen, auch wenn uns weiterhin Schwierigkeiten auf diesem Wege begleiten werden.
Dr. Walter Windischbauer, 22.9.2010,
Obmann SV Austria Salzburg










