Austria Salzburg sorgt auch in der Regionalliga für Schlagzeilen. Titelfavorit Wattens weigert sich, das Heimspiel gegen die Violetten auszutragen. Die Austrianer wollen rechtliche Schritte einleiten
"Wir lassen uns das sicher nicht bieten", polterte Austria Salzburgs Obmann Walter Windischbauer auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Montag. Was war geschehen? Die WSG Wattens zieht in Betracht, das Heimspiel gegen die Austria aus Angst vor möglichen Randalen zwischen Salzburg- und Innsbruck-Fans nicht austragen zu wollen. "Das kann es nicht sein, dass man eine 0:3-Strafverifizierung hinnimmt, nur weil man die Sicherheitsauflagen der Behörden nicht erfüllen will", so Windischbauer.
Eine Lex Austria
Neben Wattens überlegt nun auch Höchst einen Verzicht auf sein Heimspiel gegen die Violetten. "Das darf nicht Schule machen, daher muss es drastische Maßnahmen seitens des Fußballverbands geben. " Windischbauer, der selbst Jurist ist, fordert neben der 0:3-Strafverifizierung weitere Punktabzüge und eine Geldstrafe von bis zu 9360 Euro für den jeweiligen Nichtantritt. "Das ist alles in den Paragraphen der Durchführungsbestimmungen des ÖFB geregelt", erklärt der Austria-Obmann.
Überrascht über die Vorgehensweise der Austria zeigte sich Wattens-Obmann Robert Auer. "Ich verstehe nicht, dass Kollege Windischbauer so massiv an die Öffentlichkeit drängt. Für uns steht fest, dass wir das Heimspiel unter den derzeitigen Voraussetzungen nicht austragen werden." Es gehe dabei weniger um die finanziellen Auflagen, sondern um die Letztverantwortung seitens des Vereins. "Wenn etwas passiert, dann stehe ich vor dem Richter. Das kommt gar nicht infrage", so Auer.
Am kommenden Montag soll beim Treffen der Regionalliga-Kommission eine Entscheidung fallen. Auer: "Für uns kommt nur ein Platztausch infrage. Wenn das nicht geht, dann nehmen wir die Strafverifizierung in Kauf. Ich rechne aber nicht mit finanziellen Strafen." Für einen Platztausch müsste es allerdings eine Ausnahmeregelung seitens des Verbandes geben.
Das Argument der Violetten, dass Wacker Innsbruck zur selben Zeit gegen Wiener Neustadt spielt und sich daher ohnehin kein Innsbrucker nach Wattens verirren werde, lässt Auer nicht gelten. "Das hatten wir beim Cupspiel gegen Sturm auch geglaubt und dennoch waren plötzlich ein paar Innsbrucker Fans da und haben den Platz gestürmt."
Beschwerde beim Innenministerium
Die 2005 neugegründete Salzburger Austria feierte in der Vorsaison den vierten Meistertitel in Folge und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga West, wo sie nach acht Spieltagen auf dem fünften Tabellenplatz steht. Bis jetzt war es nur beim Auswärtsmatch gegen die Altach-Amateure zu einem Pfefferspray-Einsatz der Polizei gekommen, nachdem Salzburger Fans nach dem Schlusspfiff versucht hatten, vorzeitig aus dem Auswärtssektor zu gelangen. "Wir haben gegen diese übertriebene Vorgehensweise eine Beschwerde beim Bundesministerium für Inneres eingereicht", erklärt Windischbauer.
Salzburgs Sportdirektor Gerhard Stöger versteht die ganze Aufregung nicht. "Wir waren bis jetzt immer mit 400 bis 500 Fans bei den Auswärtsspielen, und bis auf die Partie in Altach ist nichts passiert", so Stöger. Er präsentierte auf der Pressekonferenz eine E-Mail, in der sich Dornbirn-Präsident Werner Höfle nach dem Match in Vorarlberg für ein großartiges Fußballfest und die tollen Fans bedankt hatte. Stöger rechnet nicht damit, dass das Spiel in Wattens stattfinden wird.
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










