Debakel. Eine kräftige Watsch’n kassierte Austria bei St. Johann. Barnjak und Krimbacher konterten die violette Abwehr beim 6:3 nach Belieben aus.
Nach einer Stunde waren sogar die sonst unverdrossen singenden Austria-Fans verstummt. Wenn es nicht eine Form des neuerdings modernen Stimmungsboykotts gewesen sein soll, dann war es schlicht Fassungslosigkeit.
Mit 1:5 lag die Emich-Elf zu diesem Zeitpunkt im Westliga-Schlager in St. Johann zurück. Am Ende hieß es 3:6, und die violetten Anhänger mussten bis ganz an den Anfang ihrer Clubchronik seit der Neugründung blättern, um ein Spiel mit so vielen Gegentreffern zu finden: Im allerersten Pflichtspiel 2006 hatte es gegen Anif, damals noch drei Klassen höher, ein 0:6 gegeben.
Tiefe Pfützen standen auf dem Platz, als der bayerische Schiedsrichter Wolfgang Wallesch anpfiff. „Mit diesen Bedingungen sind wir besser zurechtgekommen als die Austrianer“, erklärte St.-Johann-Trainer Toni Schaupper. Schon nach zehn Minuten führte seine Elf mit 2:0. Die Austria war gezwungen, Risiko zu gehen – und verlor. Trainer Didi Emich sagte: „Wir haben alles probiert, nach der Pause mit Patrick Mayer und Dusan Pavlovic als zusätzliche Offensivkräfte viel Druck gemacht. Aber verloren haben wir die Partie schon vor der Pause.“ Der Knackpunkt: Als die Violetten nach Urbaneks Anschlusstreffer wieder Morgenluft witterten, faustete der ungewohnt indisponierte Torhüter Martin Eisl einen 30-Meter-Schuss von Ekrem Alan nur kurz weg, Krimbacher staubte zum 3:1 ab (30.).
Dennoch wäre der Offensiv-Hasard der Austria gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit fast aufgegangen. Doch Pavlovic scheiterte am starken Torhüter Kreuzwirth (47.), gegen Urbanek rettete Hupf auf der Linie (49.). „In dieser Phase hatten wir das notwendige Glück“, muss auch Schaupper eingestehen. Der Coach hatte aber auch das richtige Rezept gegen die weit aufgerückte Abwehr der Austrianer: Blitzschnelle Konter über Mario Krimbacher und Leonardo Barnjak führten innerhalb von drei Minuten zur Vorentscheidung. Die Demütigung komplett machte Krimbacher, der einst in der Bundesliga im Austria-Dress eingelaufen war: Die Torvorlage zum 5:1 von Armin Gruber (57.) lieferte er mit einem Fersler über den Kopf.
Die Neuauflage des Duells morgen, Dienstag (18, Max glan), im Landescup wird nur eine halbe Revanche: Beide Trainer haben angekündigt, bei dieser Gelegenheit Spielern aus der zweiten Reihe eine Chance zu geben.
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