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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 20.10.2010

Austria droht Liga-Ausschluss

Randale. Das Westliga-Match zwischen den Amateuren von Wacker Innsbruck und Austria Salzburg sorgt weiterhin für Zündstoff.

Die Randale nach dem Westliga-Schlager Wacker Innsbruck Amateure gegen Austria Salzburg am Sonntag könnten dramatische Folgen für die Gästemannschaft nach sich ziehen. Josef Geisler, Präsident des Tiroler Fußballverbands, verlangte am Dienstag harte Sanktionen. „Das Ganze ist ein Katastrophenszenario, man muss Austria Salzburg in die Pflicht nehmen.“ Geisler, der von Beruf Richter ist, stellte sogar einen Ausschluss der Austria aus der Regionalliga West zur Diskussion, sollte der Club das Problem mit den eigenen Anhängern nicht in den Griff bekommen.

Eine derartige Maßnahme wäre nach Ansicht von Austria-Salzburg-Präsident Walter Windischbauer „ein Horror“ und „weit überzogen“. Der Vorstand der Aus tria hat bereits am Montagabend auf die skandalösen Vorgänge nach dem Spiel (3:1 für Innsbruck) reagiert. Gegen acht „Fans“, die nach der Begegnung über den Zaun im Tivoli-Stadion geklettert waren, um sich mit Tiroler Hooligans zu prügeln, wurde ein Stadionverbot für die Heimspiele verhängt. Nach der Auswertung von Videoaufnahmen könnte es noch weitere Strafen gegen Unruhestifter geben.

Windischbauer erwartet übrigens für beide Vereine Sanktionen: „Ich rechne mit Geldstrafen für Innsbruck aufgrund des Versagens des Ordnerdienstes und gegen uns, weil Gegenstände aus unserem Sektor auf das Spielfeld geworfen wurden.“

Kritik müssen sich aber auch die Gastgeber gefallen lassen. So beklagte Salzburgs Fußballpräsident Herbert Hübel, dass das Risikospiel trotz mehrfachen Ersuchens am Sonntag ausgetragen wurde. „Am Samstag waren die Tiroler Hardcore-Fans noch beim Auswärtsspiel der Innsbrucker Bundesligamannschaft bei Rapid. Hätten die Amateure am Samstag gespielt, wäre es vermutlich zu keinen Ausschreitungen gekommen“, meint Hübel.

Am Dienstag meldete sich Michael Bielowski von der Stadionbetreibergesellschaft Olympiaworld mit Vorwürfen gegen den Tiroler Club zu Wort. „Der Verein darf nicht nur lachen, wenn er hört, dass etwas passieren könnte“, sagte Bielowski. Er verwies auch darauf, dass die Salzburger Fans provoziert wurden: „Im ganzen Gästesektor war Pferdemist verstreut worden.“

Nächstes Tirol-Gastspiel gefährdet

Gespannt darf man sein, was beim nächsten Gastspiel der Austrianer in Tirol passieren wird. Schon am 30. Oktober ist die Begegnung zwischen Union Innsbruck und Austria Salzburg angesetzt. Ob das Spiel zustande kommt, ist allerdings noch nicht gesichert. Tirols Landesverbandspräsident Geisler sagte, Austria Salzburg müsse dafür sorgen, dass keine Fans mitkämen, um dieses Spiel nicht zu gefährden. Union-Obmann Herbert Lener sieht sich aber ohnedies nicht in der Lage, dieses Match auszutragen. „Wir können aus wirtschaftlichen Gründen die Auflagen nicht erfüllen“, sagte Lener. Zu allem Überfluss hat das Magistrat Innsbruck aus Sicherheitsgründen die Austragung der Begegnung untersagt. Vorerst herrscht in Tirol ebenso wie in Salzburg Ratlosigkeit.
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