Bei Austria Salzburg hätte man gestern auf ein Urteil im Fall des abgesagten Spiels von Union Innsbruck gehofft. Doch die Entscheidung kann dauern: Der Tiroler Verband holt zuerst Stellungnahmen ein. Erst dann wird ein Urteil gefällt. Wahrscheinlich geht der Fall an die Kommission weiter, möglicherweise dann zum ÖFB.
Zur Ausgangslage: Westligist Union hat das Match gegen die Austria abgesagt. Oder besser gesagt: Die Stadt Innsbruck hat auf dem kleinen Platz keine Spielgenehmigung erteilt, weil es zuvor beim Spiel der Wacker Amateure gegen die Austria zu Wild-West-Szenen zwischen Wacker- und Austria-"Fans" gekommen war.
In erster Instanz muss Tirols Verband nun entscheiden, was mit der abgesagten Partie passiert. Theoretisch denkbar sind vier Varianten: Ein 3:0 für Union, ein 3:0 für die Austria, ein 0:0 mit 0 Punkten oder eine Neuaustragung. Gestern tagte der Tiroler Strafausschuss - und entschied vorerst nichts: Beide Vereine sollen binnen 14 Tagen eine schriftliche Stellungnahme abgeben.
Dann wird ein Urteil gefällt, wobei ziemlich sicher die Union oder die Austria damit nicht zufrieden sein werden. Erst nach einem Einspruch kann die Westliga-Kommission mit Vertretern aller drei Verbände zusammentreten. In letzter Instanz müsste der ÖFB-Rechtsmittelsenat in Wien urteilen. Das würde Tirols Präsident Geisler sogar begrüßen: "Da ein Spiel meines Wissens noch nie aus öffentlich-rechtlichen Gründen untersagt wurde, wäre eine ÖFB-Entscheidung nicht schlecht." Aber das würde Monate dauern.
Das Szenario taugt Austria-Obmann Windischbauer nicht: "Das Schlechteste für den Fußball wäre, wenn eine Entscheidung monatelang hinausgezögert wird." Für ihn steht fest: Am Ende kann es nur 3:0 für die Austria heißen - weil Union kein geeignete Spielstätte zur Verfügung stellen konnte.
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