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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 06.04.2006

Austria Salzburg im Herzen

BISCHOFSHOFEN. Alexander Salvatore aus Bischofshofen war und ist Austria Salzburg Anhänger durch und durch. Als Mitglied der "Ultras" und als Fan- Einpeitscher ging er mit seinem Verein durch dick und dünn, besuchte über zehn Jahre lang beinahe jedes Heim- und Auswärtsspiel. Seit der Red- Bull- Übernahme im Sommer haben Salva und hunderte andere, hartgesottene Fans eine aufregende zeit hinter sich gebracht.
 
"Erst haben wir uns über die Übernahme und die neuen sportlichen Perspektiven gefreut, bis klar wurde, dass von unserer Austria nichts mehr übrig bleiben würde," sagt Salva heute im ruhigen Ton. Ganz so unaufgeregt verliefen die Verhandlungenzwischen Verein und Fanclubs im Herbst aber nicht. Wütende Proteste begleiteten die Debatte zwischen Red Bull und den Anhängern. "Als wir bemerkt haben, dass absolut keine Kompromissbereitschaft besteht, haben wir Fans dem Verein den Rücken zugewendet." Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte die Entscheidung, die Farbe Violett aus Logo und Kleidung zu entfernen. Salva: "Viele verstehen uns nicht. Man hat dem Verein jegliche Identität genommen und damit genau den Leuten vor den Kopf gestoßen, die immer alles für die Austria gegeben haben."
 
Nach dem Austritt schlossen sich die Fanclubs zusammen und starteten das Projekt "Austria Salzburg Neu". Mit dem PSV Salzburg fand man bald einen Partner. "Im Frühjahr spielen wir noch als PSV, ab nächster Saison als SV Austria Salzburg. Die Trikotfarbe wird schon heuer violett sein," erklärt Salvatore. Der neue Verein hat bereits jetzt doppelt so viele Mitglieder (600) wie die alte Austria.
 
Im Gegensatz zu Red Bull Salzburg, für Salva ein reines Marketinginstrument des Getränkekonzerns, sei die Austria ein Verein von Fans für Fans. "Ich kann mich mit der neuen Austria noch mehr identifizieren, da alles auf ehrenamtlicher Arbeit aufgebaut ist." Für das erste Heimspiel am Samstag gegen Eugendorf erwartet man bis zu 1000 Besucher. Einige Hundert werden auch permanent bei Auswärtsspielen sein, unter anderem am 13. Mai in St. Johann.
 
Gegen einen Vorwurf wehrt sich Salva resolut: "Wir sind keine Randalierer, sondern echte Fans. Das werden wir im Frühjahr beweisen". Im Vordergrund stehe die Gestaltung von Choreographien und das Erzeugen von guter Stimmung. "Natürlich gibt es Chaoten, aber Schlägereien und Vandalenakte werden von uns keinesfalls gut geheißen." Sportlich steh heuer der Klassenerhalt im Vordergrund, nächstes Jahr will man um den Aufstieg in die Westliga mitmischen.
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