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Austria Salzburg in der Presse
FM4, 28.05.2007

Austria Salzburg - Newsletter (1)

Ich war mal Anhänger von Austria Salzburg.
 
In den Jahren der internationalen Überraschungserfolge und Meistertitel gaukelte ich höchstens Interesse vor, denn in meiner Volksschulzeit war Anteilnahme am Erfolg der Austria ein ungeschriebenes Gesetz, jeder musste seine Begeisterung - ob gespielt oder echt - demonstrieren, violette Kleidungsstücke und Accessoires besitzen, und wer obendrein Autogrammkarten oder einen signierten Ball vorweisen konnte, durfte mit erheblichen sozialen Vorteilen am Schulhof rechnen.
 
Erst später, ab der schleichenden Talfahrt nach Heribert Weber, stieg meine Begeisterung für Fußball, ich war einer jener Fans, die sich in schweren Zeiten gerne als echt und treu bezeichnen, erlebte im alten Lehner Stadion unzählige Momente des Scheiterns, Stagnierens und Hoffens, viele Enttäuschungen und auch kurze Hochs, und wurde mit dem Umzug in das neue Stadion Ordner, also irgendwie Teil der Austria.
 
Vor zwei Jahren übernahm Red Bull den Verein und beendete durch eine konsequente Politik der Ausgrenzung und Respektlosigkeit gegenüber Teilen der Anhängerschaft bei manchen die anfängliche allgemeine Euphorie.
Nicht Hass oder völliges Unverständnis, sondern ein gewisses, schwer zu fassendes, mit 'Religion' nicht gründlich genug definiertes Gefühl, das bei Red Bull Salzburg fehlt, machen den neuen Klub für mich unattraktiv. Dieses gewisse Gefühl kann gar schwer wieder entstehen, weil es durch eine durchinszenierte DJÖtziKaugummiEventFamilyJagerhoferBeachvolleyball-Stimmung ersetzt wurde, die nicht mehr nach Wurscht und Bier, sondern eben Energy-Drink riecht.
 
Weil es genug Fans gab, die sich damit nicht anfreunden konnten, wurde die Salzburger Austria einfach neu gegründet. Aus den Niederungen der Landes-Spielklassen kämpft sich diese nun wieder langsam in Richtung der bundesweiten Ligen.
 
Hiermit sei ein jährlicher Austria-Newsletter ins Leben gerufen, der am Ende jeder Saison ein kleines Update bezüglich der sportlichen und wirtschaftlichen Lage der hoffentlich zukünftigen Nummer 2 in Salzburg darstellt.
 
Den ersten Austria-Salzburg - Newsletter bildet ein Interview mit Volker Maria Rechberger, verantwortlich für Tagesgeschäft und Spielbetrieb. Da meine Fragen der Langeweile vieler und der Ergötzung weniger zuträglich sein würden, hier einige Zitate:
 
Austria Salzburg - Jahr 1
Mit Kantersiegen und einigen Spaziergang-Spielen steht Salzburg zwei Runden vor Schluss an der Tabellenspitze der 2. Klasse Nord A. Unter Trainer Gustl Kofler, einem Ex-Salzburg-Spieler und mit einer für diese Liga sehr schlagkräftigen und routinierten Mannschaft konnte die Angst vor einer Blamage schnell vergessen werden. Dieser erste Erfolg soll aber nur den Anfang einer Reihe weiterer bilden, die auf dem UFC Platz, der neuen Heimstätte der Austria, gleich neben der ARGE Kultur in Nonntal gefeiert werden sollen.
 
(V. M. Rechberger:)
Für die nächste Saison erwarten wir uns, wieder um den Aufstieg mitspielen zu können, weil der Qualitätssprung nicht so groß ist.
 
Unser Vorteil ist der 'Zuschauer-Boom', denn Spieler kommen auch deshalb gerne zu uns, weil es in diesen Ligen sonst nie die Möglichkeit gibt, vor über tausend Besuchern zu spielen. Viele sehen es als Gelegenheit, bei uns zu spielen.
 
Auf längere Sicht hat die Austria durchaus Chancen, sich zumindest in der ersten Liga wieder zu etablieren. Red Bull nimmt uns keine Sponsoren weg, es wäre wirtschaftlich gesehen also durchaus Platz für zwei Salzburger Teams, und das Publikumsinteresse ist auch gegeben.
 
Von Red Bull gibt es eigentlich keine wirkliche Reaktion auf oder Meinung zu uns, das ist in Ordnung und eigentlich angenehm. Man soll auch nicht glauben, dass es sich bei unseren Spielen um Anti - Red Bull - Veranstaltungen handelt. Es wird hier einfach ein anderes Team, mit dem viele Leute einiges verbinden, unterstützt.
 
In einem Jahr informiert Newsletter Nummer 2 über die Saison und Entwicklung des Vereins nach dem Aufstieg in die 1. Klasse Nord.
 
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