- Vier Jahre in der Fußballprovinz.
- Neuer Vorstand nach Turbulenzen.
Den langen Weg zurück, dorthin, wo Fußball einigermaßen ernstgenommen wird, hat Austria Salzburg in Rekordzeit absolviert. Nach vier Meistertiteln in Folge spielt der Verein, der 2005 nach der Übernahme durch Red Bull von enttäuschten Anhängern neu gegründet wurde, ab der kommenden Saison in der Regionalliga West. Den jüngsten Aufstieg aus der Salzburger Landesliga fixierten die betont Violetten am vergangenen Wochenende.
Damit endet für die an Bundesliga-Fußball gewöhnten Fans eine Entdeckungsreise durch das Fußball-Unterhaus. Nach den urigen Dorfplätzen von Orten wie Lamprechtshausen, Perwang oder Maria Alm warten nun wieder Gegner wie Kufstein oder Bregenz, die dem Fußballinteressierten ein Begriff sind.
Auf dieser Reise durch die Fußballprovinz haben die Austrianer im Bundesland viele Sympathien gewonnen, aber auch einige verspielt. Denn anders als in Bundesligastadien gibt es in den Auswärtssektoren der Provinz keine meterhohen Zäune und martialischen Polizeiaufgebote. Hüfthohe Banden oder Absperrbänder sorgen zwar für angenehme Atmosphäre. Sie werden aber zum Problem, wenn jener Teil der Fans, der sich nach schlagkräftigen Gegnern aus Bundesligazeiten sehnt, die Contenance verliert.
Stadion wird zu klein
Das passiert selten, zuletzt aber vor wenigen Wochen beim Stadtderby gegen den SAK. Nach einer 1:2-Niederlage und darauffolgenden Ausschreitungen traten der Obmann und sein Stellvertreter zurück. Existenzängste machten sich beim gemäßigten Teil der Fans breit. Mittlerweile wurden in einer außerordentlichen Generalversammlung ein neuer Vorstand gewählt und 15 Hausverbote verhängt. "Wir werden gegen gewaltbereite Fans hart vorgehen", kündigt der neue Obmann Walter Windischbauer an.
Das ist vor einer Saison, in der mit dem Aufeinandertreffen mit der Amateurmannschaft von Red Bull auch der erste Nahkontakt mit dem verhassten Lokalrivalen wartet, auch Überzeugungsarbeit, um das immer noch verbreitete Image der Radaubrüder loszuwerden. Denn die aktuelle Sportanlage wird den durchschnittlich 1500 Fans langsam aber sicher zu klein. Nach der einen oder anderen Konsolidierungssaison in der Regionalliga ist der Profifußball das nächste Ziel. Für ein angemessenes Stadion – ein Antreten im gleichen Stadion wie Red Bull gilt als ausgeschlossen – ist die Austria aber auf Unterstützung der Politik angewiesen. Und ein öffentlicher Meinungsumschwung ist mindestens so langwierig wie eine Reise durchs Unterhaus.
Violette Chronik![]() |
| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










