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Austria Salzburg in der Presse
RLW.at, 21.12.2010

„Causa Union Innsbruck“: Austria trifft die Schuld

Der Tiroler Strafsenat hat am Dienstag das Urteil über die Absage der Westligapartie zwischen Union Innsbruck und Austria Salzburg gefällt. Laut dem Bescheid trifft die Austria die alleinige Schuld an der Absage, die Partie wird 3:0 für die Tiroler strafverifiziert.

Vorweihnachtlicher Knalleffekt in der Westliga: Das Ende Oktober wegen befürchteter Fanausschreitungen von der Stadt Innsbruck abgesagte Gastspiel der Salzburger Austria bei Union Innsbruck wird laut Beschluss des Tiroler Strafsenats in erster Instanz mit 3:0 zu Gunsten der Union gewertet. Obendrein werden die Salzburger noch mit einer Geldstrafe in Höhe von 500 Euro belegt.

Austria verweigerte den Kartenvorverkauf

Grund für dieses Ergebnis ist der nicht erfolgte Kartenvorverkauf der Salzburger an ihre eigenen Fans. Dies war aber eine der Sicherheitsauflagen der Stadt Innsbruck. Die Violetten weigerten sich laut Bescheid von Dienstag den Verkauf an die eigenen Fans durchzuführen, daher sei es auch erst zur Absage gekommen.

Stöger: „Werden bis zur letzten Instanz weiter kämpfen“

Naturgemäß anders sieht das Austrias Sportlicher Leiter Gerhard Stöger: „Das mit dem geplanten Vorverkauf war nur ein Vorschlag, aber keine Auflage. Wir sind als Salzburger Verein sicher nicht der Stadt Innsbruck weisungsgebunden.“ Überhaupt fällt es Stöger schwer die richtigen Worte zu finden: „Das Urteil ist einfach eine Frechheit sondergleichen. Vor allem die Vorgangsweise ist beschämend. Eine Entscheidung des Senats war uns schon für gestern zugesagt und jetzt muss ich von der Strafverifizierung über die Medien erfahren.“ Der Sportliche Leiter erfuhr erst im Gespräch mit rlw.at über die erstinstanzliche Wertung der Partie.

Besonders sauer stößt dem Salzburger aber die Geldstrafe auf: „Eine Geldstrafe für ein Spiel zu bekommen, dass gar nicht gespielt wurde, ist weltweit wohl einzigartig.“ Klar ist für die Violetten auch, dass gegen das Urteil Berufung eingelegt werden wird. „Wir werden dieses Urteil mit allen Mitteln bekämpfen, gehen auch bis zum ÖFB. Sonst haben wir im Frühjahr beim Auswärtsmatch gegen Reichenau wieder das gleiche Theater“, bleibt Stöger kämpferisch.

Genugtuung bei Union Innsbruck

Genugtuung, aber keine Schadenfreude, herrscht über die Entscheidung bei Union Innsbruck. Union-Obmann Herbert Lener ist in einer ersten Stellungnahme aber zufrieden: „Ich habe mir eigentlich kein anderes Urteil erwartet, das ist eine Entscheidung im Sinne des Fußballs. Eine wichtige Entscheidung für den Fußball, die drei zusätzlichen Punkte sind mir da gar nicht wichtig.“

Den nicht erfolgten Kartenverkauf der Salzburger Austria an die eigenen Fans hat aber auch der Tiroler nicht verstanden. „Die Salzburger haben das von sich geschoben. Das war ein Signal für mich, dass sie Angst vor ihren eigenen Fans haben.“

Endgültige Entscheidung noch im Frühjahr?

Durch den Einspruch der Salzburger gegen die 3:0-Strafverifizierung zu Gunsten der Tiroler geht der Fall nun in zweiter Instanz vor die Regionalliga-Kommission. In dritter Instanz könnte die „Causa Union Innsbruck“ sogar vor dem ÖFB landen. Eine endgültige Entscheidung wird somit noch länger auf sich warten lassen, Herbert Lener ist dennoch zuversichtlich: „Hoffentlich ist das Kapitel bis zum Beginn der Frühjahrssaison abgeschlossen.“

Keine Spur also von vorweihnachtlichem Frieden in der Westliga, die Fronten zwischen Tirol und Salzburg verhärten sich weiter. „Das ist doch alles eine sportpolitische Sache. Die Kollegen aus Tirol wollen die Regionalliga einfach nicht“, meint Gerhard Stöger kopfschüttelnd.
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