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Austria Salzburg in der Presse
Ballesterer, 05.12.2007

Das Spiel um die Macht

Der Wunsch nach Mitbestimmung ist ein Anliegen vieler Fußballfans. doch oft kollidieren Faninteressen mit den Vorstellungen der Vorstände, und die Gesprächsbereitschaft ist nicht immer gegeben. Mario Sonnberger und Reinhard Krennhuber haben sich die verschiedenen Spielarten der Mitbestimmung angesehen und gefragt, wem der Fußball überhaupt gehört

Ebbsfleet United hat es vorgemacht. Der englische Fünftligist ist der erste Fußballklub der Welt, der einer Internet-Community gehört. Sieben Monate brauchten 20.000 Fans, um das nötige Kleingeld dafür zu sammeln. Vor wenigen Wochen verkündete „MyFootballClub“ – so der Name der Initiative – schließlich die Übernahme des Vereins. Für 35 Pfund im Jahr können Mitglieder aus aller Welt nun über die Geschicke des Klubs bestimmen. Nach dem Mehrheitsprinzip, wie es sich gehört. Das rege den Diskurs an und verhindere Schnellschüsse, so die Leitlinie von „MyFootballClub“.
 
„Willkommen in der wunderbaren, chaotischen Demokratie“, rief der Observer begeistert aus. Auf den ersten Blick klingt es nach einer Revolution: Statt Ölmagnaten und Medientycoons übernehmen einfache Fans das Ruder, die ihrer Rolle als tatenlose Zuschauer entfliehen wollen. Das Internet dient dabei als ideale Plattform – wie sonst wäre es möglich, die Interessen zigtausender Vereinsmitglieder unter einen Hut zu bringen? Das „Beautiful Game“ steht jedem offen. Theoretisch könnte sich selbst Roman Abramowitsch bei Ebbsfleet einkaufen – seine Stimme hätte dennoch nicht mehr Gewicht als jede andere.
 
„MyFootballClub“ spielt mit dem, was sich viele Fußballfans wünschen: mehr Mitsprache im Verein ihres Herzens. Bei näherem Hinsehen bleibt aber offen, ob die Internetdemokratie nach dem Gießkannenprinzip mehr als eine symbolische Wirkung hat. Die Erfüllung unmittelbarer Anliegen wird durch die Tatsache, abertausende Entscheidungsträger davon überzeugen zu müssen, nicht leichter. Zwar verspricht das Projekt, Traditionen zu wahren, doch im Einzelnen bleiben Motive und Absichten unklar. Zudem werden Faktoren des klassischen Fantums wie die regionale Bindung ausgeblendet, und auch der regelmäßige Matchbesuch dürfte den meisten Mitgliedern nicht möglich sein.
 
Die Wut des Uli Hoeneß
 
Der Konflikt um breitere Mitbestimmung im Spitzenfußball hat sich in den letzten Jahren zugespitzt. Im Schatten zunehmender Ökonomisierung mehren sich die Stimmen (nicht nur) aus der Fankurve, die um die Bodenhaftung ihres Vereins bangen. Aber auch um Unmittelbares wird gekämpft: fangerechte Stadien, niedrigere Eintrittspreise, die Wahrung von Traditionen – neben dem Wunsch nach mehr Fingerspitzengefühl in Sicherheitsfragen die Hauptinhalte von Fanprotesten in ganz Europa. Wie die Fananliegen von offizieller Seite wahrgenommen werden, ist aber oft nicht mehr als ein Glücksspiel und Quelle kaum enden wollender Grabenkämpfe zwischen Anhängerschaft und Vereinsführung.
 
Von Auseinandersetzungen mit dem Vorstand können auch die Fans von Bayern München berichten. Zur gleichen Zeit, als „MyFootballClub“ Schlagzeilen machte, ging FCB-Manager Uli Hoeneß wieder einmal hart mit den Münchner Anhängern ins Gericht. Sein Vorwurf: Die Fans seien undankbar, unrealistisch und würden ihren Anteil am Millionenunternehmen FC Bayern überschätzen. „Das ist eine populistische Scheiße“, sagte der erboste Manager, nachdem sich Fans auf der Generalversammlung über die schlechte Stimmung in der Allianz Arena beschwert hatten.
 
Der jüngste Wutausbruch von Hoeneß offenbart die zwei unterschiedlichen Positionen, auf denen sich Fans und Vereinsführung befinden. „Wer Geld hat, schafft an“, lautet die eine. Das Problem für die Stadiongeher: Sie machen selbst in 60.000er-Arenen nur mehr einen Bruchteil der Einkünfte aus. Viel unmittelbarer sind die Klubs von TV-Geldern und Merchandising abhängig. Und tatsächlich scheinen Marketingexperten und Programmdirektoren längst schon mehr Einfluss auf den Fußball zu haben als die treuen Anhänger.
 
Deren Position ist komplexer, wenn sie – oft unter dem Schlagwort der Demokratie – mehr Mitbestimmung fordern. Nicht selten bewegen die Anhänger sich in diesem Machtkampf auf dünnem eis, wenn die geforderten Werte auf den Tribünen selbst nicht vorhanden sind. Denn das Fantum an sich ist nicht automatisch demokratisch. Oft sind Anliegen aus der Kurve selbst dort nicht völlig legitimiert, ehe sie ausgesprochen werden.
 
Demokratischer Anstrich
 
Tatsächlich bestehen – im kleinen Rahmen des Stadions – wenige Beispiele zu geregelten demokratischen Verhaltensweisen. Schon Aristoteles kam zu der Erkenntnis, dass Demokratie zwar schön und gut, eine Herrschaft kompetenter Einzelner ihr aber auf jeden Fall vorzuziehen sei. so gibt es fast überall in Österreichs Stadien dominante Gruppen, die neben der bedingungslosen Unterstützung ihrer Teams stets auch meinungsführend agieren. Nicht nur die Ultras aus Tirol und Wien zeigen, dass eine straffe Organisation der Tribüne nach innen dabei kein Nachteil sein muss. Sie sind ein wesentlicher Machtfaktor, wenn es um fanrelevante Entscheidungen im Verein geht. Einzelne Gegenstimmen gehen in der Regel allerdings im Chor der Capos. Auch neu gebildete Gruppen stehen hierarchisch klar unter den arrivierten. Mit diesem mehr oder minder ausgeprägten Autoritätsdenken gilt es umzugehen, will man im Fandialog bestehen.
 
Doch woher kommt überhaupt der Wunsch nach Mitbestimmung, der den engagierten Fan vom normalen Zuschauer unterscheidet? Die Berliner Soziologen Jochen Roose und Mike Schäfer machen in einer Studie zu partizipierenden Fußballfans die Loyalität des Publikums dafür verantwortlich. Je enger der Kontakt, desto größer die emotionale Bindung zum Verein und damit auch der Wunsch nach Mitbestimmung. Schließlich wechselt man nicht den Klub, wenn es gerade nicht gut läuft, sonder kann gar nicht anders, als selbst die Stimme zu erheben – sofern geeignete Strukturen vorhanden sind.
 
Ein Verhalten, das auch im politischen Bereich zu beobachten ist. Anders als in einer demokratischen Gesellschaft, die die Einbindung der Bürger wünscht und einfordert, steht die Partizipation an einem Fußballverein jedoch nicht jedem Einzelnen offen. Dass ein Großteil der Fans aber der Meinung ist, dass das so bleiben soll, überrascht doch ein wenig. Lediglich die Hälfte der 6.000 von Roose und Schäfer befragten Fans wünschen sich ein generelles Mitspracherecht bei ihrem Verein. Die andere Hälfte zieht die Unterstützung im Stadion aktivem Mitreden vor. Die beiden Soziologen vermuten dahinter die Angst einiger Fans, dass zahlenmäßig stärkere Gruppe im Stadion die eigenen Interessen torpedieren würden, während bei einer starken Vereinsführung der Gegner wenigstens berechenbar bleibt.
 
Die violette Plattform
 
Dass es mit diesen Rechnungen nicht immer weit her ist, beweist der Konflikt zwischen den Fans der Wiener Austria und Frank Stronach. Nach anfänglicher Aufbruchsstimmung lag die Alleinherrschaft des Mäzens den Fans bald schwer im Magen. Von 2001 bis 2007 versuchte die Initiative „Westtribüne.at“ daher, ihren Einfluss auf den Verein zu steigern. Schon zuvor hatte Stronach Herbert Prohaska als Trainer der Veilchen eingesetzt und wieder hinausgeworfen. In den sechs Jahren des Besehens der Fanplattform folgten etliche weitere Willkürakte, so dass man schließlich – nicht nur zur Freude der eigenen Mitglieder – den Rückzug des Magna-Konzernchefs zum Hauptanliegen machte.
 
Thomas Fellinger, langjähriger Obmann von „West.at“ ist im ballester-Gespräch der Meinung, dass die Initiative nicht ohne Wirkung geblieben ist: „Die Opposition hat einiges zum Positiven verändert. Auch die Gesprächsbasis mit Stronach war durchaus gut. Aber er hat nie verstanden, warum wir gegen ihn sind.“ Fellinger schreibt insbesondere die Verhinderung des Ex-FPÖ-Politikers und Stronach-Intimus Peter Westenthaler seiner Plattform auf die Fahnen. „Zu 100 Prozent“, wie er meint, „obwohl es im Gespräch mit Stronach wenig Anzeichen dafür gegeben hat.“ Dass Ex-Rapid-Coach Otto Baric im Jahr 2005 letztlich nur „Visitator“ blieb und nicht Trainer der Austria wurde, gilt gemeinhin ebenfalls als Konsequenz des anhaltenden Fanwiderstands. Dabei konnte die Initiative den Ansprüchen ihrer eigenen Mitglieder nicht immer genügen. Bis zu ihrer Auflösung im März 2007 wurden Konflikte intern recht heftig ausgetragen. „Jeder Fanklub war mit einem Mitglied im Vorstand vertreten“, sagt Fellinger. „Das Tagesgeschäft blieb am Ende an drei Leuten hängen, weshalb wir den Vorstand verkleinert haben. Alleingänge hat es aber keine gegeben.“ Austrias ehemaliger Fanbeauftragter sieht die Stärke der Meinungsvielfalt auf der Tribüne insbesondere in der Kommunikation mit dem Verein, während von einem großen Fanklub dominierte Kurven wie Rapids Block West im Zweifelsfall durch Konfrontation mehr erreichen könnten.
 
Fanverein mit Ecken und Kanten
 
Sowohl Diplomatie als auch Konfrontation waren im Frühjahr 2005 in Salzburg angesagt. Auch hier mehrte sich nach anfänglicher Jubelstimmung die Kritik an der Übernahme der Austria durch Red Bull. Als deutlich wurde, dass der Getränkekonzern mit der Vergangenheit des dreimaligen Meisters nicht viel am Hut und einen radikalen Neustart im Sinn hatte, wandten sich die großen Fanklubs wie die Tough Guys und die Union 99 Ultrà vom Bundesligisten ab. Von Offiziellen als Krachmacher und Saboteure diskreditiert, nahmen sie den „Ratschlag“ des damaligen Salzburg-Trainers Kurt Jara wörtlich. „Wenn die Fans einen violetten Verein haben wollen, dann sollen sie sich einen gründen“, meinte der Tiroler im Zuge des „Farbenstreits“ zynisch.
 
Mehr als zwei Jahre später ist Jara längst nicht mehr in Salzburg aktiv. Mit dem SV Austria Salzburg 1933 hingegen hat der von der Anhängerschaft gegründete Klub seinen Durchmarsch in die oberen Ligen gerade erst begonnen. Vereinsobmann Moritz Grobovschek zieht gegenüber dem ballesterer eine positive Bilanz. „Wir haben den Prozentsatz derer, die die beiden Salzburger Vereine trennen können, stark gesteigert und sind bereits einmal aufgestiegen. Ich glaube, die Mitglieder sind sehr zufrieden“, sagt Grobovschek. „Wir müssen aber darauf achten, dass wir ein Verein mit Ecken und Kanten bleiben, und uns bewusst sein, wie der Verein entstanden ist.“
 
Die persönlichen Vorstellungen der einzelnen Mitglieder mit zielgerichtetem Handeln des Vereins in Einklang zu bringen gestalte sich mitunter schwierig, gibt Grobovschek zu: „Wenn wir über alles abgestimmt hätten, wären wir nicht da, wo wir jetzt sind. Wie Entscheidungen fallen, ist auch abhängig von der Geschwindigkeit, in der sie getroffen werden müssen. Über Grundsätzliches wie die Frage, auch welchem Platz wir in der nächsten Saison spielen, müssen wir aber natürlich reden.“
 
Was die sportlichen Ziele angeht, hat die neue Salzburger Austria einen Zehnjahresplan gefasst, an dessen Ende der Vorstoß in Liga zwei stehen soll. Für Grobovschek ist das durchaus realistisch: “Das sind fünf Aufstieg in zehn Jahren. Franz Grad würde mich wahrscheinlich sofort rausschmeißen, weil ich zu wenig Ambitionen habe.“
 
Für das Projekt „MyFootballClub“ hat der violette Vereinschef nur wenig übrig.“ Manchen, die sich zu viel Demokratie wünschen, würde ich raten, sich dort Anteile zu kaufen“, so Grobovschek. „Wenn so etwas langfristig Erfolg hat, greifen dieselben Mechanismen wie bei anderen Vereinen. Es wäre traurig, wenn das funktioniert. Das würde ja heißen: Man braucht nur eine gute Idee und einen Webdesigner, und fertig ist der eigene Verein.“ Grobovschek orientiert sich lieber an anderen Modellen: „Für uns ist nach wie vor der AFC Wimbledon das Vorbild.“
 
Der englische Prototyp
 
Die Fans des FC Wimbledon hatten 2002 genug vom Diktat ihrer Vereinsführung. Nach dem Verkauf des Stadions an der Plough Lane und gescheiterten Umzugsplänen nach Cardiff, Glasgow und Dublin beschloss der Vorstand trotz massiver Proteste der Anhänger die Abwanderung in die Kleinstadt Milton Keynes, 100 Kilometer nördlich von London. Für die Wimbledon-Fans das endgültige Signal, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Mit Hilfe des Dons Trust gründeten sie den AFC Wimbledon. Ähnliche demokratische Zusammenschlüsse haben bereits zahlreiche englische Vereine gerettet. Aktuell werden mit Brentford, Stockport, Bournemouth und Chesterfield vier Profiklubs von Supporters’ Trust geleitet.
 
Kris Stewart hatte in den Tagen der Neugründung gerade seinen Job verloren. Als langjähriger Wimbledon-Fan mit viel Freizeit wurde er zum ersten Präsidenten des AFC gewählt. Gern erinnert er sich an die unglaubliche Solidaritätswelle, die er damals erlebt. „Wir haben die Leute um eine Einlage von 200 Pfund gebeten, die sie im Fall des Scheiterns wieder zurückbekommen hätten. Innerhalb von nur acht Tagen kamen 80.000 Pfund herein“, so Stewart zum ballesterer. „Die Briefe waren teilweise ziemlich bewegend. Einer schrieb uns, sein Vater habe 1919 sein erstes Wimbledon-Match gesehen und wolle nun den AFC unterstützen.“
 
Nach der Einholung der Spielgenehmigung und der erfolgreichen suche nach einem Platz bestritt der AFC Wimbledon am 10. Juli 2002 sein erstes Match. 4.657 Zuschauer kamen gegen Sutton United – bis heute Rekord für ein Freundschaftsspiel zweier englischer Non-League-Klubs. Inzwischen besteht der AFC Wimbledon seit fünf Jahren – und kann durchaus auf eine Erfolgsgeschichte verweisen. Das Stadion Kingsmeadow (Kapazität: 4.500), nur zwei Kilometer außerhalb des Londoner Stadtteils Wimbledon gelegen, gehört dem Dons Trust. Der Verein selbst hat sich mit zwei Aufstiegen in die Premier Division der Isthmian League hochgearbeitet, in die siebthöchste Stufe der englischen Ligapyramide.
 
Für Kris Stewart, der seinen Präsidentenposten im Vorjahr zurücklegte, sind neben der sportlichen Herausforderung, irgendwann wieder in den Profifußball zurückzukehren, andere Ziele in den Vordergrund gerückt: „Ich will, dass der AFC Wimbledon ein Ort ist, wo man Fußball nicht nur schauen, sondern auch spielen kann. Der Klub soll ein wichtiger Faktor der lokalen Community werden und eng mit Schulen kooperieren. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, dass das Spiel besser gemacht wird.“ Und auch hier ist man auf einem guten Weg: Die Nachwuchsabteilung der „Dons“ holte bereits zahlreiche Titel, die AFC Ladies spielen in der zweithöchsten englischen Frauenliga.
 
Letzte Konsequenzen
 
Die Beispiele AFC Wimbledon und Austria Salzburg zeigen, dass das Engagement von Fanseite nachhaltig Positives bewirken kann. Dabei muss aber nicht gleich ein Verein neu gegründet werden. Angeschlagene Klubs profitieren erheblich von ehrenamtlichen Mitarbeitern aus dem Fanlager. In Graz sitzen Sturm-Fans nach dem überstandenen Beinahe-Konkurs und dem Abgang von Ex-Präsident Hannes Kartnig im Vereinsvorstand. Ähnlich verhält es sich in Innsbruck, wo die Anhänger nicht unwesentlich zum Fortbestand des Vereins und zur Rückbenennung des FC Wacker beigetragen haben. Und auch die Fans des GAK kämpften mit großem Einsatz gegen die Folgen jahrelanger Misswirtschaft, wenn auch mit weniger glücklichem Ausgang.
 
Oft genug wird dem Eifer der Fans aber von Vereinsseite ein Riegel vorgeschoben. Die Anhänger auszusperren ist ein beliebtes Mittel, unerwünschten Konfrontationen vorzubeugen. Bevor Franz Grad entschied, seinen FC Superfund nach Kärnten zu transportieren, hatte er die Entscheidungsgremien des Vereins erfolgreich mit seinen Getreuen besetzt. Auch bei Sturm Graz sprach Hannes Kartnig einen Aufnahmestopp für neue Mitglieder aus. Und bei 1860 München konnte die Opposition dem Scheitern Karl-Heinz Wildmosers nur aus der Ferne zusehen.
 
Doch auch auf den Tribünen gibt es schwarze Schafe, wenn Mitbestimmung zum Fanregime wird. Besonders in Italien und Argentinien konnten einzelne Fanklubs ihren Einfluss bis zum Aufbau mafiöser Strukturen ausdehnen. In Rom ließen sich die „Irriducibili“ von Lazio jahrelang ihre Choreographien vom Verein bezahlen, bereicherten sich an erpressten Freikarten und kontrollierten den offiziellen Fanartikelverkauf. In Argentinien bilden Fans regelrechte Kartelle, in die nicht selten auch Vereinsverantwortliche eingewoben sind.
 
Ohne Zweifel gehört der Fußball, wo auch immer er gespielt wird, zu einem gewissen Teil den Fans. Doch die Formen der Mitbestimmung sind vielfältig. Sie reichen von bedingungsloser Unterstützung von der Tribüne aus bis hin zu ehrenamtlicher Mitarbeit, von Organisation bis zur Eskalation. Denn Fans sind mit dem Herzen beim Fußball und werde daher unweigerlich auch mitreden wollen. Dass dabei nicht immer auf Demokratie geachtet wird, ist ein Faktum. Doch schon der alte Aristoteles wusste, dass das nicht unbedingt ein Problem sein muss.
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