Montag tagt die Westliga-Kommission mit den drei Verbandspräsidenten in Innsbruck. Das Thema: Der Wattens-Beschluss, die Heimpartie gegen Austria Salzburg nicht zu spielen. Um die Tiroler zum Einlenken zu bewegen, fährt Austria-Boss Windischbauer da schweres Geschütz auf. Die Munition beschaffte er aus dem Fundus der Sanktions-Instrumentarien.
Anlass für die Wattener Animosität: Weniger die Sicherheitskosten oder Austria-Fans als die Angst vor Letztverantwortung und vor Übergriffen von radikalen Wacker-Getreuen.
Ein für Walter Windischbauer nicht nachvollziehbares Argument. Zur selben Zeit am 25. September trifft Bundesligist Wacker im Tivoli auf Wr. Neustadt. "Welcher Innsbruck-Verrückte fährt da nach Wattens?", rätselt Austrias Obmann.
Vor zehn Tagen stellte Wattens-Sportdirektor Auer seinem violetten Amtskollegen Gerhard Stöger fünf Alternativen zur Diskussion: Platztausch, Ausschluss der Salzburger Fans, leeres Stadion, Ausgabenbeteiligung, Nichtantreten. Für Salzburg alles kein Thema, die Austria will kein Geschenk, sondern spielen. Und tritt deshalb auf jeden Fall die Fahrt nach Tirol an.
Der Präsidenten-Gipfel am 20. September soll die Situation retten. Windischbauer fährt da schweres Geschütz gegen Wattens auf. Die Munition holte sich der frühere Struba-Vorsitzende aus den Maßnahmenkatalogen von ÖFB und Westliga. "Wattens soll nicht denken, mit 0:3-Strafverifizierung und 730 Euro Kostenersatz billig davon zu kommen."
Die "ausgegrabenen" weit drastischeren Konsequenzen für die Wattener Sturheit:
- Punkteabzug nach §32 ÖFB-Rechtspflegeordnung,
- 5.000 Euro Geldstrafe gemäß § 105/2 der RPO und
- 3.630 Euro Pönale laut §12/3 der Westliga-Durchführungsbestimmungen.
Die volle Strafhärte lässt sich von der Westliga zwar nicht einfordern, aber es gäbe gute Gründe, der "Empfehlung" nachzukommen.
Denn eine mildere Beurteilung der Wattener Spielverweigerung riefe womöglich Nachahmungstäter auf den Plan. Höchst hat bereits nachgezogen, Reichenau und Union Innsbruck, die gegen Austria daheim nicht spielen dürfen, könnten dem Beispiel noch folgen.
Eine harte Haltung indes würde Nacheiferer abschrecken, allein die Drohung wäre wohl geeignet, der Liga in Zukunft solch peinliche Absage-Szenarien zu ersparen.
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