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Austria Salzburg in der Presse
Stadt Nachrichten, 05.09.2008

Der violette Glücksgriff

Mersudin Jukic ist derzeit das Um und Auf im Offensivspiel der Austria. Nach vier Saisonen als Profi will er nun mit den Violetten ganz nach oben.

"Als das Telefon klingelte und Austria-Trainer Miroslav Bojceski fragte, ob ich in seinem Team spielen will, zögerte ich keinen Moment", erinnert sich Mersudin Jukic an seinen ersten Kontakt mit dem Stadtklub. Nach kleineren Anlaufschwierigkeiten zieht nun der 23-jährige Offensivmann die Fäden im Spiel nach vorne. Sieben Treffer und ebenso viele Torvorlagen sprechen eine klare Sprache, die Austria ist nach dem 3:1-Heimerfolg über Berndorf zum ersten Mal in dieser Saison Tabellenführer in der 2. Landesliga Nord.
 
Dabei hatte Jukic in den vergangenen Jahren einige Tiefschläge einzustecken: Kriegswirren Anfang der 1990er Jahr in seinem Heimatland Bosnien und Herzegowina zwangen ihn und seine Familie zur Flucht nach Österreich. "Eigentlich wollten wir nach Beendigung der Kämpfe wieder nach Bosnien zurückkehren, doch wir hatten uns in kürzester Zeit so gut eingelebt, dass wir hier geblieben sind", erklärt der Offensivmann, dessen Vorbild Bayern Münchens Franck Ribéry ist: "Er hat so wie ich eine sehr gute Technik, spielt aber einige Ligen höher", lächelt "Mersi", wie ihn seine Freunde nennen.
 
Seine fußballerische Karriere begann der verheiratete Familienvater (Frau Jasmina, Sohn Sanel) in Oberhofen. Nach zwölf Jahren beim PSV Salzburg wechselte er 2005 zum LASK. Anfangs noch Stammspieler an der Seite von Ivica Vastic, musste er sich unter dem neuen Trainer Karl Daxbacher mit der Reservistenrolle zufrieden geben. Jukic: "Ich sah in Linz keine Perspektiven mehr für mich, daher bin ich zu Gmunden gewechselt. Aber auch dort lief es nur ein halbes Jahr gut. In diesem Frühjahr folgte der Abstieg aus der Regionalliga." In Salzburg macht ihm das Spielen wieder Spaß. Vor allem mit Coach Bojceski verbindet Jukic eine langjährige Freundschaft: "Wir kennen uns aus gemeinsamen PSV-Zeiten. Er hat mich gefördert und war ein Vorbild für mich. Er ist der richtige Mann, um die Austria ganz nach oben zu führen. Heuer muss der Aufstieg unser Ziel sein, auch wenn Kuchl und Grünau gefährliche Gegner sind." Ein weiteres Ziel des ehrgeizigen Fußballers und gelernten Bäckers ist es, einen Job zu finden. "Nach vier Jahren als Profi ist es gar nicht so einfach, wieder in der Berufswelt Fuß zu fassen. Ich denke, dass das aber nur eine Frage der Zeit ist", so Jukic.
 
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