Fan-Projekt Austria Salzburg
Für Andreas Laner hat sich der Traum eines jeden Fans erfüllt. Er darf für seinen Lieblingsklub Austria Salzburg Fußball spielen.
"Andi Laner, einer von uns", schreien die Fans, mit denen der 19-jährige bis vor einem Jahr noch gemeinsam seine Lieblinge angefeuert hat. Im EM-Stadion Wals-Siezenheim, in der Bundesliga, gegen Tirol, Rapid oder die Wiener Austria. Doch das ist Vergangenheit. Die Gegenwart der Salzburger Austria ist der altehrwürdige Union-Platz im Nonntal, die 2. Klasse Nord A und Gegner wie Leopoldskron, Seeham oder Großgmain.
Die Großgmainer waren am Samstag bei der Austria zu Gast. Und wieder waren 800 Fans gekommen, um ein Fest in Violett zu feiern. Einzigartig für ein Spiel in der siebenten Liga. Die Austria-Fans konnten mit Andreas Laner jubeln. Er schoss beide Tore zur 2:0-Führung und die Austria gegen das Schlusslicht auf die Siegerstraße.
Trainer-Fan
Die neue Salzburger Austria ist ein ungewöhnlicher Verein. Ungewöhnlich ist nicht nur das jugendliche Alter der Funktionäre, sondern auch der Trainer. In den Achtzigern spielte Gustl Kofler selbst für die Austria in der Bundesliga. Jetzt ist er für das Sportliche verantwortlich - mit einem Fanschal um das Handgelenk gebunden.
Die neue Salzburger Austria ist ein Klub, der von Fans geführt wird. Für Fans, für die bei Red Bull Salzburg kein Platz gewesen war. "Red Bull hat die Vergangenheit nicht interessiert. Wir aber setzen mit unserem Klub eine 73-jährige Tradition fort", erklärt Volker Rechberger.
Er hat eine typische Fankarriere hinter sich. Als Bub hatte ihn sein Vater ins Lehener Stadion mitgenommen. Rechberger erlebte alle Höhen und Tiefen in den letzten 20 Jahren live mit. Jetzt ist er nicht mehr nur Fan, sondern auch für die Spielorganisation zuständig.
Der Ärger über die Geschehnisse vor einem Jahr ist verflogen, alle Wunden sind aber nocht nicht verheilt. "Es war beschämend, wie wir uns beschimpfen lassen mussten, nur weil wir für die Tradition unseres Vereins gekämpft haben", meint Rechberger.
Der Streit der Austria-Fans mit den Red-Bull-Verantwortlichen hatte sich in den Farben der Heimdressen entzündet. Violett hatte plötzlich ausgedient.
Bei der neuen Austria ist Violett aber Programm. "Forza Viola", schreien die Fans unter dem Dach der 60 Jahre alten Tribüne. Mario Schleindl hat nach einem Hattrick gerade auf 5:0 gestellt. Und die violetten Fans werden übermütig: "Mario Schleindl für Österreich." Der bedankt sich mit zwei weiteren Toren. Die Austria gewinnt schließlich 11:0.
So leicht wie in diesem Spiel hatte es die neue Austria nicht immer. Eine Zweckehe mit dem PSV Salzburg brachte zwar sportlichen Erfolg - dank der Unterstützung der Austria-Fans wurde im Frühjahr der Klassenerhalt in der Landesliga geschafft. Im Sommer kam es aber zur Scheidung, nachdem es unterschiedliche Vorstellungen über die Führung des Klubs gegeben hatte.
Herbergssuche
Seit Sommer stehen die Austria-Fans auf eigenen Beinen - allerdings ohne eigenen Fußballplatz. Bis zum Winter ist man Untermieter auf der Union-Anlage. "Dann werden wir weitersehen", erklärt Rechberger. "Es ist nicht einfach, in Salzburg einen geeigneten Platz zu finden, weil alle vermietet sind."
Das 11:0 war der höchste Sieg im zweiten Leben von Austria Salzburg. Und ein wichtiger, denn das Selbstvertrauen war nach der ersten Saisonniederlage in Machaelbeuern angeschlagen. "Schleedorf! Wir kommen!", freuen sich die Fans auf die Landpartie zum Schlager beim Tabellenführer am Sonntag. Ein Spiel, das schon vorentscheidend sein könnte, ob die neue Austria ihr Saisonziel erreichen kann.
Denn kurzfristig will man in die 1. Klasse aufsteigen. Mittelfristig wollen die Fans in die Landesliga. Und langfristig ... die Zukunft wird es weisen, ob die neue Austria irgendwann die Rückkehr in die Bundesliga schaffen wird.
Andreas Laner wird dann nicht mehr dabei sein: "Ich werde für die Austria nur so lange spielen, so lange ich dem Klub helfen kann. Dann gehe ich zurück in die Kurve."
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










