Regionalliga West: Violett-Weiß schafft den Durchmarsch in Liga 3. Im Herbst heißt der Gegner erstmals Red Bull.
Auf dem Rasen der Almbacharena in Hallein liegen sich Spieler, Trainer und Fans in den Armen. Violette Menschenknäuel soweit das Auge reicht.
Der Sportverein Austria Salzburg fixierte am Wochenende mit einem 2:1-Auswärtserfolg den Aufstieg in die Regionalliga West. Was viele Skeptiker nicht für möglich gehalten hatten, ist Wirklichkeit geworden.
Dank des vierten Aufstieg en suite treffen die Violetten in der kommenden Spielzeit erstmals in der noch jungen Geschichte auf die Juniors des "Klassenfeinds" von Red Bull Salzburg. Der nach den englischen Vorbildern, AFC Wimbledon und FC United of Manchester, von Fans aus der Taufe gehobene Klub, hat die einst gesteckten Ziele zumindest aus sportlicher Sicht erfüllt.
Man trifft sich immer zweimal im Leben
Vor knapp 5 Jahren übernahm Dietrich Mateschitz mit Red Bull die Geschicke im Salzburger Profi-Fußball. Nach einem halben Jahr des Hick-Hacks, der Änderung der Vereinsfarben und einem neuen Namen, war die Schmerzgrenze der Fans überschritten. Aus der anfänglichen "Initiative Violett-Weiß" (zum Erhalt der traditionellen Vereinsfarben unter dem Bullen-Banner) geboren, findet sich seit dem 7. Oktober 2005 der "Sportverein Austria Salzburg" im offiziellen Vereinsregister. Nach einem eine Saison andauernden Intermezzo als Fußballsektion des PSV/SW Salzburg in der 4. Spielklasse, startet man in der Spielzeit 2006/07 erstmals komplett "eigenständig" in der untersten Liga.
Was folgt gleicht einem Hollywood-Märchen. Die Salzburger Austria schafft vier Aufstiege in vier Jahren und will nun in der dritten Leistungsstufe für Aufsehen sorgen.
Unruhe
Für mediales Aufsehen sorgten in der noch kurzen Vereinsgeschichte bislang vor allem die Fans. Der jüngste Vorfall ereignete sich Mitte Mai bei Lokalderby gegen den SAK. Nach der 1:2-Niederlage erwiesen sich einige Anhänger als allzu schlechte Verlierer und prügelten untereinander, auf Ordner und auf die gegnerischen Fans ein. In Folge dessen trat Anfang Juni der Vorstand geschlossen zurück. "Der Vorstand kann aufgrund der Ist-Situation den Spielbetrieb der Kampfmannschaft aktuell nicht mehr verantworten", hieß es in einer Aussendung.
So hatten jene Fans, die einst die Austria hatten wiederauferstehen lassen, den Verein an den Rande der Auflösung getrieben. Diese konnte zwar abgewendet werden, doch ob einer erheblichen Geldstrafe sah sich der neugewählte Vorstand gezwungen für "friedliche Fußballfeste in Violett/Weiß" zahlreiche Hausverbote zu verhängen.
Unterstützung
War man in der untersten Liga noch zur Gänze mit "Spaß-Fußballern" in die Saison gegangen, mussten die Salzburger in dieser Saison erkennen, dass die sportliche Etablierung in der Landesliga nicht ohne entsprechendes Spielermaterial verwirklicht werden kann.
So ging die Austria in dieser Saison - dem verhassten Salzburger Bundesliga-Klub nicht unähnlich - mit einer beträchtlichen Anzahl an "Stars" zu Werke. So haben Spieler Stanislav Vasilj (kam von den Red Bull Juniors), Bernd Winkler (spielte schon mit der alten Salzburger Austria im Europacup), Helmut Rottensteiner, Raphael Reifeltshammer und Florian Hirsch allesamt schon Profi-Erfahrung vorzuweisen.
In wie weit sich der Sportverein Austria Salzburg auch in der Regionalliga den Gegebenheiten des "modernen Fußballs" wird anpassen müssen, zeigt sich dann im Spätsommer - mit Beginn der neuen Saison.
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










