Fan. Er ist der meistfotografierte Violette, doch nur die wenigsten kennen seinen ganzen Namen. Dabei gibt „Salva“ der Austria Gesicht und Stimme.
Über mangelnde Medienpräsenz konnte er sich in den letzten Wochen nicht beschweren – kaum eine Austria-Geschichte, die nicht mit seinem Porträt unterlegt war. Obwohl ihm das gar nicht passt. „Ultras geben keine Interviews“, sagt der Mann, den bei der Austria alle nur „Salva“ rufen. Mit vollem Namen heißt er Alexander Salvatore (30), ist im Zivilberuf Taxifahrer und der Vorzeigefan der Austria. Als Vorsänger steht er auf Podesten, hängt an Zäunen, gibt mehr als 90 Minuten Takt und Liedgut vor und macht für ein SN-Interview eine Ausnahme. „Weil es um die Austria geht.“
Um die Austria geht es in seinem Leben seit Kindheitstagen. Der in Bischofshofen lebende italienische Vater nahm seine beiden Söhne früh zu jedem Austria-Spiel mit. Marco (24) wurde Profifußballer (zuletzt Austria Kärnten), Alexander (30) ging in seiner Begeisterung für die Violetten auf. Er erlebte die „Goldenen Neunziger“ und blieb seiner großen Liebe auch in bitteren Tagen treu.
1999 gründete er mit Freunden einen Fanklub: „Union Ultra 99“, von dem wird später noch die Rede sein. Seit 1999 hat er kein einziges Austria-Spiel versäumt. Keines wohlgemerkt. Also weder UI-Cup in russischen Teilrepubliken, ÖFB-Cup im Südburgenland oder den Neustart in den Unterligen. Mit den Ultras ist er der Austria einst sogar zum Testspiel gegen FC Vaduz bis nach Jerez in Andalusien nachgefahren. „Bei jedem Spielhängt seit 1999 unsere Fahne. Das macht mich schon stolz.“
Dann kam das Jahr 2005. Red Bull übernahm den Klub, der Rest soll nicht mehr aufgewärmt werden. Bis auf eine Episode. Im September 2005 wendeten sich die Austria-Fanklubs vom neuen Verein ab. In Minute 72 (in Anspielung an 72 Jahre Austria) des Spiels gegen Austria Wien gingen sie aus dem EM-Stadion und hinterließen ein Transparent: „Die Austria überlebt euch alle.“ Davon ist er auch heute fest überzeugt.
Nun kommen die Ultras ins Spiel. Im Herbst 2005 gründete sich der Verein neu, getragen von zwei Dutzend Fanklubs, darunter den Ultras. „Alle haben uns damals als Trottel beschimpft. Bei der Neugründung hatten wir keinen Platz, kein Trikot, kein Geld, keinen Sponsor, nicht einmal einen Ball.“ Viereinhalb Jahre später feiert die Austria am heutigen Samstag den vierten Meistertitel in Serie. „Jetzt frage ich: Ist das das Werk von Trotteln?“
Doch dann war da noch das jüngste Derby gegen den SAK, bei dem zu Ausschreitungen kam, die „Salva“ im Herzen noch immer schmerzen. „Weil da ein paar Jungs alles getan haben, um die alten Vorurteile gegen uns zu bestätigen. Leider ein Wahnsinn.“
Doch alle Höhen und Tiefen sind heute vergessen. Pünktlich um 15.30 wird er wieder auf sein Podest steigen und anstimmen: „In Salzburg gibt es nur die Austria . . .“
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










