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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 13.11.2010

„Dieses Spiel ist die Krönung der Saison“

Freund und Feind. Daniel Offenbacher und Nico Mayer haben einst gemeinsam im BNZ gekickt. Im heutigen Derby sind sie Gegner – ein SN-Doppelinterview.

Es soll ein krönender Saisonabschluss werden, wenn die Red Bull Juniors heute, Samstag (14 Uhr), in der Fußball-Westliga die Salzburger Austria empfangen. Das Prestigederby wird von vielen Emotionen und Erinnerungen begleitet sein. Zuletzt spielte die Austria am 29. Mai 2005 im Stadion, damals noch in der Bundesliga gegen Bregenz. Und das vor 4200 Zuschauern – eine Marke, die heute durchaus geknackt werden könnte. Was Red Bull Junior Daniel Offenbacher (18 Jahre) und der Austrianer Nico Mayer (21) für das Westliga-Derby erwarten und was die beiden Spielmacher von der Rivalität zwischen den beiden Vereinen halten, erzählen sie in einem SN-Doppelinterview.

SN: Im Jahr 2005 hat Red Bull die damalige Salzburger Austria übernommen. Wie bewusst haben Sie das damals verfolgt?

Offenbacher: Ich war gerade einmal 13 Jahre alt und habe bei meinem Heimatverein Scheifling in der Steiermark gespielt. Ich war damals GAK-Fan und bin erst 2006 zu Red Bull nach Salzburg gekommen – übrigens dank Heimo Pfeifenberger. Er hat mich gescoutet.

Mayer: Ich habe damals in der U15 der alten Austria gespielt und die Veränderungen hautnah miterlebt. Nicht nur die Philosophie, auch die Mentalität des Vereins hat sich nach der Übernahme geändert. Das war mit ein Grund, warum ich Red Bull Salzburg nach einiger Zeit verlassen habe und zur Austria zurückgekehrt bin.

SN: Wie wichtig sind für Sie persönlich Tradition und die Vereinsfarben?

Offenbacher: Für mich spielt das keine Rolle. Ich finde es richtig, wie sich Red Bull vor fünf Jahren entschieden hat. Das ist ein großer Konzern, der seine eigenen Interessen hat.

Mayer: Meiner Meinung nach gehört Tradition zum Fußball ebenso wie die Vereinsfarben.

SN: Was erwarten Sie vom Duell zwischen den Red Bull Juniors und Austria Salzburg?

Offenbacher: Einen Sieg, gute Stimmung und einen reibungslosen Ablauf. Spielerisch haben wir sicher Vorteile, technisch gehören wir zu den stärksten Mannschaften in der Liga. Dazu kommt, dass es für die Austria in diesem Spiel sicher um mehr geht als für uns. Der Druck für die Austria ist daher größer.

Mayer: Ich erwarte mir drei Punkte. Nicht nur für uns Spieler, sondern für den gesamten Verein. Und ich hoffe, dass die Fans gewaltfrei bleiben und friedlich feiern. Sie müssen langsam einsehen, dass man ein Spiel auch verlieren kann.

SN: Das Derby wird nicht zuletzt wegen des Zuschauerinteresses im Stadion gespielt. Für wen ist das ein Vorteil?

Offenbacher: Das ist weder ein Vorteil noch ein Nachteil. Wir freuen uns auf die tolle Kulisse im Stadion, sind deshalb aber nicht außergewöhnlich nervös.

Mayer: Die Vorteile liegen bei uns. Weil es für die Austria wie ein Heimspiel wird – und daheim sind wir als einziges Salzburger Westliga-Team noch ungeschlagen. Dieses Spiel ist die Krönung der Saison.

SN: Würden Sie gemeinsam mit Daniel Offenbacher bzw. Nico Mayer auf ein Bier gehen?

Offenbacher: Nein . . . aber ich würde ein Mineralwasser mit ihm trinken. Alkohol trinke ich nicht, ich habe aber keinerlei Berührungsängste. Mit Nico ist das Verhältnis ja freundschaftlich. Ich habe mit ihm im BNZ U19 gemeinsam gespielt.

Mayer: Ja, natürlich. Ich habe ja mit den Spielern von Red Bull kein Problem, sondern mit der Vereinsphilosophie.
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