Die Fans von Violett-Weiß haben eine neue Austria. Sie heißt (noch) PSV, spielt in der 1. Landesliga und schlug Eugendorf Samstag vor 1700 Zusehern mit 2:1.
andreas widmayerSalzburg (SN). "Ein Wahnsinn! So eine Stimmung hat's hier noch nie gegeben. Da kann sich so mancher Bundesligaklub was abschauen." Hans, Stammgast bei den Spielen des PSV/ Schwarz-Weiß Salzburg, nimmt einen Schluck Bier und genießt die tolle Atmosphäre auf der Anlage des Polizeisportvereins am Frohnburgweg 5.
1723 zahlende Fußballfans sind Samstagnachmittag zum Landesliga-Match des PSV gegen Eugendorf gekommen. Darunter geschätzte 1200 (!) Violett-Weiße: Eingefleischte Austrianer aus allen Ecken Salzburgs; Fanklubs aus Oberösterreich (Linz, Mattighofen, Attergau) und der Steiermark (Liezen); Busse mit violetten Anhängern aus Wien; und sogar Fans aus Udine und Basel.
Nach der Übernahme und Umbenennung ihrer alten Salzburger Austria haben die Violetten eine neue Heimat gefunden: Der neu gegründete Verein SV Austria Salzburg kooperiert seit der Winterpause mit dem PSV. Noch heißt der Verein nicht Austria - die PSV-Kicker laufen aber bereits in violett-weiß ein; links auf der Brust das Austria-Logo, rechts das des PSV.
Auch der Platzsprecher im SN-Spiel der Runde zwischen den abstiegsgefährdeten PSV-Veilchen und dem Ligadritten Eugendorf ist ein alter Austrianer. Unter frenetischem Jubel, Fahnenschwingen und "Soizburg"-Sprechchören meldet Didi Ziesel den violetten Fußball geradezu pathetisch zurück: "Was für ein historischer Tag! Der Mythos Austria Salzburg lebt!" Mehr als zwei Stunden sorgen die violetten Fans dann für lautstarke, ausnahmslos friedliche Stimmung. Die Polizei ist arbeitslos und verlegt sich auf das Ausstellen von Strafzetteln in der zugeparkten Umgebung.
Die jungen Spieler des PSV, als Außenseiter in die Partie gegangen, zeigen sich vom "zwölften Mann" beflügelt und gehen in der 20. Minute durch Alex Marjanovic (tolle Vorarbeit von Bernie Huber) in Führung. Kurz vor der Pause muss die Elf von Spielertrainer Milan Pavlovic, der gelbgesperrt an der Linie mitzittert, das 1:1 hinnehmen. Eugendorfs Stürmer Herbert Reindl versenkt eine Flanke per Kopf (38).
Gleich nach Seitenwechsel erhöhen die violetten Polizeisportler durch Mario Jelecevic auf 2:1 - ein Vorsprung, den sie dank ihres erst 19-jährigen Tormanns Sinisa Milinkovic auch halten: In der 74. Minute pariert der 1,96- Meter-Hüne einen Elfer von Reindl, dann klärt er gegen Michael Bacher (76.). In der Nachspielzeit hätten die Heimischen auf 3:1 stellen können - doch Jelecevic vergibt ebenfalls einen Elfer. Noch lange nach dem Spiel feiern die Fans ihre Elf. Trainer Pavlovic überwältigt: "Die Violetten haben uns heute zum Sieg gepeitscht. Ein Wahnsinn!"
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