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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 22.12.2010

„Ein schwarzer Tag für den Fußball“

Fußball kurios. Erst durfte die Austria in Innsbruck nicht antreten, nun wurde das Spiel 0:3 strafverifiziert. Ein langer Rechtsstreit droht.

Ein gar nicht weihnachtliches Präsent flatterte der Salzburger Austria am Dienstag aus Innsbruck auf den Tisch: Der Strafsenat des Tiroler Verbands wertete das abgesagte Regionalliga-Spiel Union Innsbruck gegen Austria Salzburg überraschend mit 3:0 für Innsbruck und verurteilte Salzburg zu 500 Euro Geldstrafe.

Die Partie war im Oktober von der Gemeinde Innsbruck aus Sicherheitsgründen untersagt worden, da es kurz zuvor zwischen Wacker- und Austria-Fans zu Ausschreitungen gekommen war. Äußerst ungewöhnlich ist aber die Begründung des Urteils: Salzburg habe sich geweigert, Karten im Vorverkauf für die eigenen Fans anzubieten und dadurch die Austragung der Partie verkompliziert.

Die violette Führungsriege kocht förmlich vor Wut: „Das ist ein schwarzer Tag für den gesamten Fußballsport. Das Urteil muss im Interesse aller Klubs schnellstens aufgehoben werden, sonst wäre der Willkür Tür und Tor geöffnet. Denn jetzt kann sich jeder Klub daran erinnern, dass es vor fünf Jahren gegen irgendwen schon einmal zu einem Zwischenfall gekommen ist, daher das Antreten verweigern und sich vom eigenen Landesverband ein 3:0 ausstellen lassen.“

Das Argument, dass Salzburg den Kartenvorverkauf nicht übernehmen wollte, sei „an den Haaren herbeigezogen, um dieses Urteil konstruieren zu können. Das wurde bei der Sicherheitsbesprechung andiskutiert, aber gemeinsam mit Innsbruck wurde beschlossen, dass der Gastgeber die Oberhand über den Kartenverkauf haben soll.“

Sportdirektor Gerhard Stöger war fast sprachlos: „Da reicht das Wort Frechheit nicht mehr aus. Wir werden das Urteil durch alle Instanzen bekämpfen. Dass wir für ein Spiel, zu dem wir nicht antreten durften, zu einer Geldstrafe verurteilt werden, ist weltweit wohl einzigartig. Eine besondere Stillosigkeit ist es auch, dass wir das Urteil aus den Medien entnommen haben.“

Die Austria wird Berufung anmelden, dann muss sich die Regionalliga-Kommission (mit je drei Vertretern aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg) mit der Causa beschäftigen. Die Sache könnte nach Ansicht von Insidern zu einer Belastungsprobe für die Zukunft der Regionalliga West werden. Vermutlich wird der Instanzenzug an den ÖFB weitergehen.

Auch positive Nachrichten

Es gibt aber auch gute Nachrichten für die Violetten: Die Stadt Salzburg zahlt 35.000 Euro für eine Erdrampe und einen Zaun, um die Fans auf dem ASK-Platz in Salzburg-Max glan trennen zu können. Das beschloss des Stadtratskollegium. Für die Fans der Gastmannschaft ist künftig der Platz hinter dem Fußballtor im nördlichen Bereich reserviert.
„Die Austria ist mit erstaunlicher Vitalität wieder erstanden und spricht emotional viele Menschen an“, sagt Bgm. Heinz Schaden (SPÖ). Irgendwann werde die Austria wieder in der höchsten Spielklasse spielen. „Davor müssen wir die Frage nach einer adäquaten Heimstätte klären.“ Der Pachtvertrag für den ASK-Platz, der „nur“ für 1566 Besucher genehmigt ist, läuft 2015 aus.
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