Auf die erste Heimniederlage seit dem Aufstieg folgte lange Aussprache - Sportchef Stöger stärkt Coach Emich den Rücken
Sonntag, neun Uhr, versammelte Austrias sportlicher Leiter Gerhard Stöger die Mannschaft geschlossen zur violetten Krisensitzung. Im "Krone"-Gespräch begab sich der Vereins-Verantwortliche nach dem 0:4 gegen Altachs Amateure auf Ursachenforschung für die erste Westliga-Heimniederlage, nahm die Spieler in die Pflicht und stärkte Coach Emich den Rücken.
Herr Stöger, man hat Sie selten so sprachlos erlebt wie nach dem 0:4 am Samstag. Wie tief sitzt der Schock?
"Schock ist das falsche Wort. Für mich war das ein tiefer Einschnitt in mein violettes Herz, grenzte die Vorstellung an persönliche Beleidigung. Und damit meine ich nicht die erste Heimniederlage. Es geht rein um das Wie, um das Auftreten."
Haben sie deshalb zum Gespräch gebeten?
"Richtig. Ich habe versucht, den Spielern zu erklären, dass sie eine Verantwortung tragen. Ich vermisse ganz klar die Einstellung und nehme keinen aus. Darum braucht sich auch keiner beim anderen abputzen."
Wie etwa beim Trainer?
"Natürlich steht in so einer Situation bekanntlich zuerst der Trainer zur Diskussion. Aber das ist mir ehrlich gesagt zu billig. So lange ich das Gefühl habe, dass Didi Emich den Zugang zur Mannschaft nicht verloren hat, stärke ich ihm den Rücken. Ich erwarte mir aber am Samstag im Derby gegen Pinzgau eine Reaktion. Bleibt die aus, sehen wir weiter. Im Grunde geht es um eine gemeinsame Zielsetzung - und die haben viele aus den Augen verloren."
Apropos Ziele: Glauben Sie noch an die Titelchance?
"Ja natürlich. Warum auch nicht. Jeder hat einmal eine schwache Phase, wir sind einfach enorm erfolgsverwöhnt. Ich erwarte mir, dass die Spieler jetzt Charakter zeigen - auc im Umgang mit den Fans. Sich nur feiern zu lassen, wenn es gut läuft, lasse ich nicht gelten."
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