Derby. Ein hartes, aber herzliches Wortduell als Einstimmung auf Red Bull Juniors gegen Austria.
Es ist ein besonderes Spiel, auch wenn es schon im August die Erstauflage gab: Wenn am Samstag in der Regionalliga West die Red Bull Juniors auf Austria Salzburg treffen (14 Uhr, Red-Bull-Arena), werden 4000 bis 5000 Zuschauer erwartet, eine für die dritthöchste Spielklasse einmalige Marke. Von den 1800 an die Violetten ausgegeben Stehplatzkarten waren bis Mittwoch bereits 1600 verkauft.
Die klubhistorisch bedingt brisante Ausgangslage versetzt nicht nur die Sicherheitsbehörden in erhöhte Bereitschaft (siehe Seiten 4 und 5). Da steht auch noch die Frage im Raum, wer in diesem Duell das Attribut „Leidenschaft“ glaubwürdiger vertritt. Am Mittwoch traten erstmals zwei Vertreter beider fußballerischen Weltanschauungen gemeinsam vor die Presse. Juniors-Trainer Niko Kovac und Austria-Obmann Walter Windischbauer lieferten einander dabei ein – selbstverständlich leidenschaftliches, aber faires – Wortduell. Den Anstoß dazu gab der violette Klubchef: „Bei unserem 2:1-Sieg im Hinspiel haben Einsatz und Leidenschaft den Ausschlag gegeben.“
Kovac, der wieder „ein knappes Match auf Biegen und Brechen“ erwartet, sah das anders: „Die Leidenschaft war damals und ist auch sonst bei meinen Jungs mindestens so groß wie bei euch.“ Den Unterschied habe Marko Vujic ausgemacht, just jener Austrianer, der noch vor eineinhalb Jahren seine Tore im Red-Bull-Dress erzielte.
Nächstes Reizthema: „Es spielt David gegen Goliath“, sagte Windischbauer mit Blick auf die Budgetdifferenz zwischen seinem Klub und der Konzernabteilung Fußball/Salzburg. „Der Goliath seid ihr“, warf Niko Kovac ein. „Schließlich ist meine Truppe bedeutend jünger.“ Den Blick in die fernere Zukunft gerichtet, würde er die derzeit diskutierte österreichweite 3. Liga aus sportlichen Gründen begrüßen – „aber für viele Klubs wäre das finanziell nicht zu stemmen“. Dasselbe Argument verbietet Windischbauer, schon jetzt nach oben zu schielen. Das Profilager sei für die Austria frühestens in zwei bis drei Jahren Thema.
Fast in Vergessenheit gerät, dass am Samstag ein echtes Spitzenspiel ansteht. Die Austria rechnet mit drei Punkten für das „Nicht-Spiel“ bei Union Innsbruck und würde dann mit einem Sieg den Juniors auf einen Punkt nahe rücken. Die könnten ihrerseits trotz eines Spiels weniger sogar als Tabellenführer überwintern.
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