Von den Gegnern gefürchtet, von den Fans vergöttert. Austria Salzburgs Mario Lenz wurde innerhalb kürzester Zeit ein Publikumsliebling.
Ständige „Mario Lenz“-Rufe unterbrechen unser Interview im Restaurant in Itzling. Eine halbe Stunde zuvor gewann auf dieser die neue Salzburger Austria gegen den hier beheimateten Klub mit 5:0 und baute damit die Tabellenführung in der 1. Klasse Nord aus. Einen maßgeblichen Anteil an den Erfolgen der Violetten trägt Neuzugang Mario Lenz.
„Wenn ihr mir die Chance gebt, beweise ich euch, dass auch ein Niederösterreicher mit großem Herz für die Austria spielen kann“, schrieb er auf der Austria-Website als Nachricht an die Fans. Und in der Tat, der 26-Jährige avancierte in nur wenigen Monaten zum Publikumsliebling der violetten Fangemeinde. Sobald der Stürmer mit seinem wallenden Haar im gegnerischen Strafraum eindringt, besteht größte Gefahr. Lenz, der zumeist als hängende Spitze agiert, hat nach elf Runden bereits 13 Tore auf seinem Konto. Neben seiner Technik besticht er vor allem durch seinen Kampfgeist und gefährliches Kopfballspiel. Doch was verschlägt eigentlich einen Spieler aus dem unbekannten Örtchen Stattersdorf in der Nähe von Wien in die Mozartstadt? „Ich wollte mich beruflich verändern und habe in Salzburg ein Jobangebot bei Real-Networks erhalten. Dort bin ich nun für das Content-Management zuständig“, verrät Lenz, der Medienmanagement an der Fachhochschule in St. Pölten studierte und vor zwei Jahren abschloss. „Die Geschichte, dass mich Frenkie Schinkels zur Austria vermittelt haben soll, stimmt nicht ganz. Er hat mir ein paar Vereine genannt, die für mich in Frage kommen könnten. Darunter war auch der violette Stadtklub.“ Schinkels und er kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Karlstetten, „ab und zu telefonieren wir, Frenkie freut es, dass wir Erfolg haben, und wird demnächst ein Spiel besuchen“, so Lenz.
Privates Glück gefunden
Bei der Austria fühlt sich der Torjäger, der zuvor beim SC Pyhra dem Ball hinterherjagte, pudelwohl: „Als Amateurspieler kann einem nichts Besseres passieren, als hier zu spielen. Ich war überrascht, dass die Stimmung im Team so gut ist. Jeder ist für den anderen da. Ivan Pecaranin und Wolfi Würnstl sind unsere Leitwölfe, Martin Ebner der Stimmungsmacher.“ Coach Gustl Kofler sorge dafür, dass niemand abhebt. Bei der Austria will Lenz noch länger spielen und prophezeit einen schnellen Aufstieg: „Das Potenzial ist extrem groß, die Red Zac-Liga sollte bereits in ein paar Jahren realisierbar sein und danach ein Angriff auf die Bundesliga gestartet werden.“
Privat läuft es für Lenz ebenfalls nach Wunsch. Das Wochenende verbringt er mit seiner Freundin Corinna. Die studiert Politikwissenschaften in Wien und verrät: „Natürlich ist es ein wenig mühsam, jedes Wochenende nach Salzburg zu reisen, aber mir gefällt diese Stadt und ich bin sehr gerne mit Mario zusammen.“ Ein Umzug in die Mozartstadt komme aber derzeit nicht in Frage, lächelt die 22-Jährige.
© Stadt Nachrichten, 12.10.2007 / Harald Saller
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