Erst kürzlich kündigte die WSG Wattens an, ein Heimspiel gegen Austria Salzburg im eigenen Stadion nicht austragen zu wollen. Dieser Vorstoß dürfte eine Lawine losgetreten haben - denn nun steigt auch der FC Höchst auf die Barrikaden.
In einem Brief an die Verbandsvertreter und die Regionalliga-Kommission gaben die Vereinsverantwortlichen des FC Höchst ihre Sicherheitsbedenken zu Protokoll und die Absicht, auch aufgrund kostspieliger Begleiterscheinungen ebenfalls auf das Heimrecht im Spiel gegen Austria Salzburg in der 11. Runde am 9. Oktober 2010 zu verzichten.
Ein Auszug daraus: „Nachdem es bisher bei jedem Auswärtsspiel des SV Salzburg (Altach, Kufstein, Bregenz) trotz massivem und kostspieligen Sicherheitsaufgebot nach dem Spiel jeweils zu Ausschreitungen gekommen ist und in einschlägigen Fan-Kreisen schon im Raum steht, dass sich verhaltensoriginelle Bregenzer und Salzburger in Höchst bzw. dann in Hard treffen werden, um ihre Zärtlichkeiten auszutauschen, sehen wir uns nicht in der Lage die Sicherheit in unserem Stadion und in der Gemeinde garantieren zu können.“ […] „Hinzu kommen Zusatzkosten von ca. 10.000 € für professionelle Security-Leute und den Polizeieinsatz (sofern alles glatt läuft und nicht zusätzlich noch Sachbeschädigungen hinzukommen), die wir als ehrenamtlich tätige Funktionäre nicht aufzubringen bereit sind.“
Die Kriminalisierung von Fußballfans wird nicht erst seit dem Thema Pyrotechnik heiß diskutiert. Ist das aktuelle Vorpreschen einzelner Vereine gegen Austria Salzburg nun verständlich oder übertrieben? Die Problematik mit „einschlägigen Fußballfans“ auf den Salzburger Traditionsverein zu reduzieren, ist etwas kurzsichtig. Tatsache ist, dass viele so genannte Fans unter dem Deckmantel des Supports ihrem Imponiergehabe frönen, sich selbst wichtiger als den Verein nehmen, und laut wegen angeblicher Repressionen aufschreien.
Diese Minderheiten sollten allerdings nicht als spezifisches Problem eines Vereines gesehen werden - da genügt bereits ein Blick über den Tellerrand zu den anderen Regionalligen, wo gewisse Vereine ebenfalls eine breit aufgestellte Fanstruktur genießen und mit einzelnen Quertreibern zu kämpfen haben. Solchen, die nach verlorenen Spielen gar gegnerische Trikots anzünden. In der Regionalliga Mitte kam es in jüngster Vergangenheit zu weit wilderen Szenen als es in der heurigen Saison in der Regionalliga West bei Gastspielen von Austria Salzburg der Fall war – in Altach war wahrscheinlich ein falsch reagierender Beamter schuld an der Eskalation, in Bregenz wurden nur kleinere Handgemenge ausgemacht und in Kufstein wurde die tolle Stimmung der Salzburger von allen Seiten gelobt. Wir befinden uns in der dritthöchsten Spielklasse Österreichs, da müsste man andere Lösungen finden als Spiele aus solchen Gründen ausfallen zu lassen.
Der Sport sollte im Vordergrund stehen. Es ist eine Sache, den Lieblingsverein zum Lebenszentrum zu machen. Es ist aber eine ganz andere, darüber alle Manieren über Bord zu werfen und dem Verein damit deutlich mehr zu schaden als zu nützen. Ob es hilft, den verursachenden Verein zumindest Teile der Kosten von Sicherheitsauflagen aufzubrummen? Zumindest müsste dann in einigen Kurven rigoros aufgeräumt werden.
Es ist dem Sport jedenfalls auch nicht zuträglich, wenn Spiele aufgrund gewaltbereiter Fans nicht stattfinden. Vielleicht wäre es eine Option, Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen oder Fans von Vereinen die mit diesem Spiel nichts zu tun haben (z.B. amtsbekannten Fans von Wacker Innsbruck in Wattens) von Vornherein den Zugang zum Stadion zu verwehren damit Provokationen gar nicht erst entstehen können. Man stelle sich vor, es ziehen nun weitere Klubs mit kleinen Sportanlagen nach und wollen ihre Heimspiele gegen Austria Salzburg ebenfalls nicht austragen. Dann könnte man Austria Salzburg schon jetzt zum Titel gratulieren...
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










