Die Tribüne auf dem Union-Sportplatz in Salzburg stand am Mittwoch in Vollbrand. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.
SALZBURG-STADT (SN-höd, reich).
Die Zuschauertribüne auf dem Union-Sportplatz in SalzburgNonntal wurde am Mittwochnachmittag ein Raub der Flammen. Kurz nach 13 Uhr hatten mehrere Augenzeugen zeitgleich Alarm geschlagen. Als die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Bruderhof eintrafen, stand die Holztribüne in der Josef-Preis-Allee in Vollbrand.
Die Feuerwehrleute bekämpften die Flammen von beiden Seiten. Gegen 14 Uhr wurde „Brand aus" gegeben. In den folgenden Stunden musste die Feuerwehr noch Brand- und Glutnester im Bereich des Dachs bekämpfen.
Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Wie es zu dem Brand kam, war zunächst unklar. „Ich gehe von Brandstiftung aus", sagte der stellvertretende KripoChef Karl-Heinz Wochermayr den SN. Ein elektrischer Defekt sei auszuschließen.
Schüler der angrenzenden Schulen meldeten, dass sie Jugendliche beim „Zündeln" beobachtet hätten. Möglicherweise ist dabei ein „Lagerfeuer" außer Kontrolle geraten.
Unmittelbar nach dem Brand vernahm die Polizei einen Jugendlichen, den Zeugen der Polizei gemeldet hatten. Der Verdacht habe sich aber nicht erhärtet, sagte Wochermayr.
Aufschluss erhofft sich die Polizei jetzt von Filmaufnahmen, die eine Augenzeugin mit ihrer Digitalkamera von einer Gruppe von Verdächtigen im Bereich der Holztribüne gemacht hatte. Das Video wird noch ausgewertet.
Die Holztribüne gehört wie die gesamte Anlage der Sportunion Salzburg. Der durch das Feuer entstandene Sachschaden lasse sich noch nicht beziffern, sagte der Präsident der Sportunion Salzburg, Johann Jastrinsky.
Die Brandruine werde abgerissen, sobald die Ermittlungen der Kriminalpolizei abgeschlossen und der Schaden von einem Sachverständigen der Versicherung besichtigt worden sei.
Auf dem Gelände an der JosefPreis-Allee soll der „Unipark" errichtet werden. Daher muss die Union ohnehin in das geplante Sportzentrum Mitte übersiedeln. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühsommer kommenden Jahres zu bauen beginnen können. Das wird eineinhalb Jahre dauern", meinte Jastrinsky.
Aus diesem Grund würden auch keine Ersatztribünen errichtet werden. „Wir haben natürlich noch nicht im Detail darüber nachgedacht. Aber es wird eher etwas Billiges, Provisorisches. Möglicherweise stellen wir Bänke auf."
Leidtragender dieser Lösung wäre der SV Austria Salzburg, der mit Beginn der laufenden Saison in der 2. Klasse Nord startete und bei „Heimspielen" auf der Union-Anlage hunderte Fans anzieht.
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