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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 05.02.2011

Fußballrichter kippen Skandalurteil

Ausgesperrt. Die Westliga-Begegnung zwischen Union Innsbruck und Austria Salzburg findet ohne violette Fans statt.

Die Vernunft hat gesiegt: Die Regionalliga-Kommission hat am Freitag das für die meisten Fußballfans völlig unverständliche Urteil um die Wertung des im Oktober vergangenen Jahres abgesagten Westligaspiels zwischen Union Innsbruck und Austria Salzburg aufgehoben. Die Begegnung wird in Innsbruck nachgetragen – allerdings ohne Austria-Fans. Der Termin des Spiels steht noch nicht fest, ins Auge gefasst wurde ein Dienstag im April.

Wie berichtet, hatte der Strafausschuss des Tiroler Fußballverbands die Partie zunächst mit 0:3 zu Ungunsten der Austria strafverifiziert und die Gastmannschaft zudem zu einer Pönale von 500 Euro verdonnert. Dagegen setzte sich die Austria zur Wehr und bekam nun Recht.

Die Regionalliga-Kommission, die sich aus je drei Vertretern der Fußball-Landesverbände Tirol, Salzburg und Vorarlberg zusammensetzt, lastete keinem der beiden Vereine ein schuldhaftes Verhalten an. Die logische Konsequenz ist eine Neuaustragung. Um den Bedenken der Gemeinde Innsbruck Rechnung zu tragen, die aus Sicherheitsgründen zunächst die Austragung des Spiels untersagt hatte, werden die Salzburg-Fans ausgesperrt, Union-Anhänger sind zugelassen. Verstößt die Austria gegen diese Anordnung, drohen ihr drakonische Strafen. Sogar ein Zwangsabstieg ist möglich.

Der Urteilsspruch vom Freitag löste bei der Vereinsführung von Austria Salzburg zwar Genugtuung, aber keinesfalls Euphorie aus. Obmann Walter Windischbauer: „Das Ersturteil war ein Schlag in das Gesicht jedes Fußballfans und jedes Juristen. Ich bin daher froh, dass es aus der Welt geschafft wurde.“ Windischbauer will zunächst die schriftliche Ausfertigung des Urteils abwarten und am kommenden Dienstag mit der Vereinsführung die weitere Vorgangsweise beraten, Er schließt nicht aus, dass die Austria auch den Spruch der Westliga-Kommission anficht und in die dritte Instanz, das wäre der Rechtsmittelsenat des ÖFB, wendet.

Den Austrianern dürfte ein Detail des einstimmig gefassten neuen Schiedsspruchs missfallen, das ihnen viel Geld kosten wird. Ebenso wie von der Amateurmannschaft von Wacker Innsbruck wird von der Austria verlangt, dass sie in Hinkunft zu den Auswärtsspielen der Westliga 20 eigene Security-Leute mitbringt. Beide Klubs waren wiederholt durch Ausschreitungen rabiater Fans ins Gerede gekommen.

Salzburgs Fußballverbands-präsident Herbert Hübel hatte sich von Anfang an für eine Neuaustragung des abgesagten Spiels starkgemacht. Er vertrat am Freitag gemeinsam mit Verbandsgeschäftsführer Reinhold Razocher die Interessen Salzburgs in der Westliga-Kommission. Auf die Frage, ob er nun zufrieden sei, meinte er: „Zufrieden bin ich nur, wenn es in Zukunft solche Sitzungen nicht mehr geben muss.“

Hübels Tiroler Amtskollege Josef Geisler meinte nach der Sitzung: „Wir müssen das Sicherheitsproblem in den Griff bekommen. Gelingt uns das nicht, dann könnte das gleichbedeutend sein mit dem Ende der Westliga.“
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