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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 08.04.2006

"Mein Herz schlägt violett"

Der PSV spielt gegen Eugendorf in den Austria-Farben. "Ohne PSV auf der Dress gibt es kein Spiel", sagt Ernst Strasser, oberster Polizeisportler.
Salzburg (SN-wid). Eine interessante Kooperation mit viel Konfrontation und Irritation: So stellt sich derzeit die "Partnerschaft" dar, die der Polizeisportverein/Schwarz-Weiß mit dem neuen (Fan)-Verein SV Austria Salzburg eingegangen ist.
 
Stichwort Irritation: Den Stammgast auf der Polizeisportanlage wird es verwundern, wenn sein PSV heute, Samstag (16), im Landesliga-Match gegen Eugendorf plötzlich von tausend ehemaligen Austria Salzburg-Anhängern zum Sieg gebrüllt wird. Mit einem solchen Ansturm rechnet zumindest Moritz Grobovschek, Vorstandsmitglied der neuen Austria: "Wir haben schon 700 Mitglieder. Die werden super Stimmung machen."
 
Geradezu paradox muss es für den Stammgast sein, plötzlich "violette Schwarz-Weiße" zu sehen, die im Kampf gegen den Abstieg (derzeit Platz 13) Eugendorf (3.) stolpern lassen wollen: Die Hausherren spielen nämlich weiter unter dem Namen PSV/Schwarz-Weiß, werden aber in Violett samt Aufdruck "SV Austria Salzburg" einlaufen.
 
Das wiederum hat im Vorfeld zu einer Konfrontation geführt: zwischen Ernst Strasser, dem Präsidenten der Polizeisportler, und den Verantwortlichen beim neuen Kooperationspartner. "Auf dem Platz des PSV ist der Hausherr der PSV. Es kann nicht sein, dass ein Kooperationspartner, den es als Fußballverein gar nicht gibt, plötzlich den PSV ignoriert. Wenn unsere Spieler nicht in Dressen aufs Feld kommen, wo auch ein PSV-Schriftzug drauf ist, wird nicht angepfiffen", so Strasser kämpferisch. Es sei ohnehin schon ein "großes Entgegenkommen, dass wir jetzt violett und mit Austria-Schriftzug einlaufen". Strasser ergänzt: "Ich bin grundsätzlich für eine Kooperation, aber das geht zu weit. Ich kann mir sogar einen Fußballverein mit Namen PSV/Austria Salzburg vorstellen - aber eine Austria allein gibt's auf unserem Platz nicht."
 
Bei den Austrianern sieht man das anders und beruhigt: "Wir hatten viele gute Gespräche und haben sogar angeboten, in Schwarz-Violett zu spielen. Wir wollen nicht Invasoren, sondern echte Partner sein", so Grobovschek. Er teilte Freitag den SNSPIEL DER RUNDE auch mit, dass auf die Kritik Strassers reagiert wurde: "Der PSV-Schriftzug wird auf den Dressen sein. Das kriegen wir hin." - Eine gute Kooperation erwartet sich auch PSV-Spielertrainer Milan Pavlovic - und zwar innerhalb seiner Elf: "Wenn die Burschen an einem Strang ziehen, ist ein Sieg drinnen." Pavlovic selbst ist gesperrt; zudem fehlt Neuzugang Kovacic. Die Frage, wie sein Klub künftig heißen soll, ist Pavlovic "eigentlich egal". Aber er räumt ein: Ich hab früher bei der Austria gespielt - mein Herz schlägt violett!"
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