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Austria Salzburg in der Presse
Salzburger Nachrichten, 29.01.2011

Nach Kleßheim will die Austria nicht

Stadion. Der Hauptmieter Red Bull würde Austria Salzburg als Untermieter in Kleßheim akzeptieren. Die Violetten aber wollen eine eigene Arena.

Der Plan des Westligisten Austria Salzburg, mit kräftiger Finanzhilfe der Stadt ein Stadion für 6000 Besucher in Liefering zu bauen, stößt nicht nur auf Gegenliebe. ASK-Präsident Walter Fuchsbauer hatte am Donnerstag in einem SN-Gespräch die geplante Millionengabe an die Austria heftig kritisiert und darauf hingewiesen, dass die Stadt in den vergangenen Jahren an allen Ecken und Enden bei sportlichen Investitionen gespart habe. Am Freitag nannte der ehemalige Austria-Präsident Rudi Quehenberger in einem SN-Interview (siehe Seite 19) das Ansinnen der Austria „ein bisschen gar frech“.

In Sportlerkreisen wird immer öfter die Frage gestellt, warum die Austrianer nach einem Aufstieg in die Erste Liga ihre Heimspiele nicht im Stadion Kleßheim austragen wollen. Grundsätzlich wäre das möglich, wie SN-Recherchen ergaben. Dazu Wolfgang Becker, Geschäftsführer der Stadion Wals-Siezenheim Errichtungs- und Betreibergesellschaft: „Erst in der vergangenen Woche wurden die Verträge mit dem Hauptmieter Red Bull den neuen Gegebenheiten angepasst. Der neue Vertrag stellt sicher, dass neben Red Bull auch ein zweiter Salzburger Verein der Ersten Liga oder der Bundesliga seine Heimspiele in der Red-Bull-Arena austragen kann. Das trifft natürlich auch auf Austria Salzburg zu“, sagte Becker. Die Kosten für die Gastspiele sind mit jeweils 10.000 Euro beziffert. Zu zahlen wäre dieses Geld an den Hauptmieter Red Bull, der seinerseits nun statt den bisherigen 300.000 Euro jährlich 450.000 Euro an die landeseigene Stadiongesellschaft überweisen muss.

Austria-Präsident Walter Windischbauer kann sich mit diesem Angebot überhaupt nicht anfreunden. „Zu den Mietkosten von 10.000 Euro pro Spiel kämen ja noch enorme Beträge für die Ordnerdienste, Gastronomie etc. Dadurch würden sich die Kosten mindestens verdoppeln. Das aber können wir uns nicht leisten“, betonte Windischbauer.

Der Austria-Präsident hat aber noch andere Bedenken: „Das Stadion mit seinen über 30.000 Plätzen wäre für uns viel zu groß. Für einen Fußballenthusiasten, wie ich es bin, sind Spiele in einem fast leeren Stadion ein Graus.“

Windischbauer will in den kommenden Wochen und Monaten versuchen, die Bedenken gegen das Stadionprojekt auszuräumen. Er argumentiert dabei auch mit der gesellschaftspolitischen Bedeutung des Stadions: „Diese Investition würde dazu beitragen, junge Leute von der Straße zu holen“, betont Windischbauer. Auch aus wirtschaftspolitischen Überlegungen ergebe das Stadion Sinn. Der Bau würde helfen, die Konjunktur anzukurbeln. Auch eine sportpolitische Dimension ortet er: „Auch andere Sportvereine könnten vom Stadion profitieren. Denkbar wären auch Kulturveranstaltungen, mit denen man in der Innenstadt ohnedies keine Freude hat.“ Und schließlich erwartet sich der Austria-Boss von einer neuen Salzach-Arena auch eine Belebung des Stadtteils Liefering.
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