Überraschung. Wacker Innsbruck will mit einer Spielverschiebung seinen Fans die Möglichkeit geben, das Derby gegen die Austria zu sehen.
Was im Osten des Landes das Wiener Stadtderby ist, das war im Westen jahrzehntelang das Westderby Wacker Innsbruck gegen Austria Salzburg. Das steigt nun erstmals wieder seit fünf Jahren – und hat schon im Vorfeld der Exekutive und vielen Regionalligaklubs Kopfweh bereitet.
Denn aus den alten Derbyzeiten nahmen die beiden Fangruppierungen nicht nur viele Erinnerungen an große Spiele, kuriose Faneinlagen (etwa ein lebendes Ferkel, welches Tirol-Fans auf das Spielfeld geworfen haben), sondern auch noch einige offene Rechnung mit. Zuletzt kam es gar im Herbst 2008 am Rande des Adeg-Liga-Spiels SV Grödig gegen Wacker Innsbruck zu teils heftigen Ausschreitungen zwischen Wacker-Fans und Austrianern in Grödig.
Kein Wunder also, dass bei der Auslosung der Regionalliga auf die Spielansetzung geachtet worden war: Zeitgleich zum Spiel SK Rapid gegen Wacker Innsbruck sollten Innsbrucks Amateure die Salzburger Violetten am Tivoli begrüßen - das wäre jeweils am kommenden Samstag.
Doch nun verlegte der Wacker-Vorstand überraschend die Partie auf Sonntag 16 Uhr. Begründung: Man will den eigenen Fans, die ja zuvor in Wien sind, den Besuch des Spiels ermöglichen und verhindern, dass die Salzburger Heimvorteil haben. Denn auf der Austria-Homepage rechnet der Klub mit rund 700 violetten Anhängern, die ihr Team zum Traditionsmatch begleiten wollen.
Die Argumentation überrascht im Lager der Violetten doch: „Zunächst wurde wochenlang um jedes Austria-Spiel ein Theater gemacht und nun verschiebt man just das Spiel gegen Innsbruck noch mit der Begründung, dass auch die Wacker-Fans ins Stadion kommen sollen. Ganz kann ich das nicht verstehen, obwohl ich aus sportlicher Sicht die Argumentation nachvollziehen kann“, meinte Austria-Obmann Walter Windischbauer, „denn wer verzichtet schon gern auf seinen Anhang?“
Innsbruck-Geschäftsstellenleiter Gerald Schwaninger wiederum argumentiert, dass die Partie ohnedies im großen Tivoli-Stadion stattfinde und es daher keine Sicherheitsbedendenken gebe. Auch gegen Rapid habe man 1500 Gästefans unter Kontrolle gehabt. Dem widerspricht Windischbauer: „Da lief nicht alles friedlich ab. Und was passiert vor dem Stadion?“
Die Innsbrucker rechnen in dieser Westliga-Partie mit 2000 Zuschauern.
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