Vor einer derart kniffligen Entscheidung stand der Tiroler Strafausschuss noch nie. Anders ist es nicht zu erklären, dass auch gestern wieder keine Entscheidung in der Causa des abgesagten Spiels von Union Innsbruck gegen Austria Salzburg fiel. Nach fast zweistündiger Verhandlung hieß es: Das Urteil ergeht schriftlich!
Ein Westliga-Spiel, das nie gespielt wurde, geht in die nächste Verlängerung. Am 30. Oktober hätten sich Union Innsbruck und Austria Salzburg auf dem grünen Rasen duellieren sollen. Aber zu dem Match kam es nie, weil Union nicht antrat. Die Stadt Innsbruck hatte nach den Ausschreitungen zwischen Wacker- und Austria-Fans zwei Wochen zuvor keine Spielgenehmigung auf der für die Ligha zu kleinen Union-Anlage erteilt - aus Sicherheitsgründen.
Seither steht eine Spielwertung aus. Auch gestern gab es kein Urteil, obwohl beide Klubs schon ausführliche schriftliche Stellungnahmen eingebracht hatten.
Dafür wurden drei Vertreter beider Vereine noch einmal getrennt voneinander genau befragt. Für die Austria sagten Obmann Windischbauer, der sportliche Leiter Stöger und Vorstandsmitglied Helmut Böhm, Universitätsprofessor für Zivilrecht, aus. "Wir haben uns darauf konzentriert, dass die Union nach der verweigerten Spielgenehmigung durch die Stadt noch zwölf Tage Zeit gehabt hätte, eine andere Spielstätte zu finden, aber keine besonderen Ambitionen zeigte, das zu tun", sagte Obmann Windischbauer.
Was die Union-Vertreter aussagten, erfuhren die Austrianer nicht. Von Union-Obmann Lener war zu vernehmen: "Es ist Neues ans Tageslicht gekommen."
Das Urteil ergeht "relativ zeitnah", also vor Weihnachten, schriftlich. "Im Sinne des Fußballs wäre es gut, wenn bald eine Entscheidung fällt. Denn sollten noch ein oder zwei Instanzen notwendig sein, zieht sich das weit ins Frühjahr rein", weiß Windischbauer. Für ihn ist jedenfalls weiter klar: "Wir gehen in die zweite Instanz, sollte es keine 3:0-Wertung für uns geben."
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