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Austria Salzburg in der Presse
Kronen Zeitung, 22.12.2010

Skandal-Urteil kommt Kriegserklärung gleich

Westligist Austria Salzburg hat mit vielem gerechnet, nur nicht damit: Das für 30. Oktober angesetz gewesene, aber nie gespielte Spiel gegen Union Innsbruck wurde in erster Instanz mit 3:0 für die Tiroler gewertet! Dazu erhielt die Austria 500 Euro Geldstrafe. Das kommt einer "Kriegserklärung" an Salzburg gleich. Die Alleinschuld der Austria einzuräumen, ist ein starkes Stück.

Austria-Obmann Windischbauer war fassungslos, als er gestern das Urteil des Tiroler Strafsenats las. "Für mich ist das unglaublich. Wir legen Protest ein, gehen in die nächste Instanz, wenn nötig bis zum ÖFB", verspricht der Ober-Austrianer.

Ein Rückblick: Union hätte sich am 30. Oktober mit der Austria duellieren sollen. Dazu kam es nicht, weil die Tiroler nicht antraten. Die Stadt Innsbruck hatte nach Ausschreitungen zwischen Wacker- und Austria-Fans zwei Wochen zuvor keine Spielgenehmigung auf der für die Liga zu kleinen Anlage erteilt. Der Grund waren Sicherheitsbedenken.

Tirols Strafsenat stellte nun eine Alleinschuld der Violetten fest. Hauptargument in der Urteilsbegründung: Die Austria war nicht bereit, das Gäste-Kontingent von 240 Karten im Vorverkauf in Salzburg abzusetzen. Das lässt die Violetten fassungslos zurück. Eine Verpflichtung zum Kartenvorverkauf ist nirgends verbrieft.

Es muss immer wieder betont werden: Gewalt hat am Fußballplatz nichts verloren. Aber das sieht nach einem Krieg gegen die Austria, damit gegen Salzburgs Verband aus. Präsident Herbert Hübel hat eine klare Meinung, die wollte er aber nicht öffentlich kundtun. "Weil ich in zweiter Instanz stimmberechtigt bin."

Binnen zwei Wochen muss die Austria nun Protest einbringen, dann entscheidet die Liga-Kommission nicht vor Mitte Jänner. In letzter Instanz ist der ÖFB gefragt. Darauf wollen die Tiroler sicher hinaus.

PS: Wackers Amateure müssen für die Ausschreitungen am Tivoli im Spiel gegen die Austria nun 650 Euro bezahlen. Die Bestrafung der Violetten vom SFV steht hingegen noch aus.

Robert Auer, sportlicher Leiter Wattens: "Wir wurden genötigt zu spielen, hatten 13.000 Euro Kosten. Union trat nicht an, erhält dreit Punkte geschenkt. Seit 11.11. ist Fasching, insofern passt's."
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