"Die Salzburger kommen" wird in der Regionalliga West zum Schreckensruf. Etliche Vereine wollen Aufsteiger Austria wegen Sicherheitsbedenken nicht empfangen. Wattens gibt den Vorreiter und Anlass zu einer Krisensitzung.
"Die Sicherheitsauflagen würden uns 12.500 Euro kosten. Die würden wir schon übernehmen. Aber wir können und wollen nicht die Verantwortung dafür übernehmen, falls doch etwas passiert", sagte Robert Auer, der Manager der WSGS Wattens, die am Samstag in der 9. Runde der Regionalliga West Aufsteiger Austria Salzburg aus Sorge vor Ausschreitungen nicht im Alpenstadion empfangen will. Dabei sind die mitreisenden Fans der Neugründung des Traditionsvereins nicht das größte Problem.
Vielmehr ist es die alte Feindschaft, die die Salzburger mit radikalen Anhängern von Wacker Innsbruck verbindet. Nun, da die nach dem Fußball-Einstieg von Red Bull 2005 gegründete Austria über die Wahrnehmungsgrenze aufgestiegen ist, kann die wieder gepflegt werden. Vor der Partie in Wattens kursieren im Internet Aufrufe, die Salzburger doch gebührend zu empfangen. In Wattens ist man diesbezüglich gebrannt. Im Vorjahr nützten Hooligans aus Innsbruck die Cup-Partie der Wattener gegen Sturm Graz zu einem Platzsturm. "Seit damals stehen wir beim ÖFB unter Bewährung", sagt Auer.
Heute, Montag, sollte in Innsbruck über Konsequenzen gegen die spielunwilligen Wattener beraten werden. Allerdings hat sich der Termin flugs zu einem Sicherheitsgipfel ausgewachsen. Denn inzwischen wollen gleich mehrere Vereine keine Heimspiele gegen die Salzburger bestreiten. Die Vorarlberger aus Hard und Höchst denken darüber nach. Den Innsbrucker Vereinen Union und Reichenau wurde die Entscheidung darüber von der Stadt aus der Hand genommen. Sie hat Salzburger Gastspiele auf ihren Anlagen kurzerhand untersagt.
Die Austria fordert harte Sanktionen gegen die Wattener und verweist auf das vorbildliche Verhalten ihrer Anhängerschaft in den Spielen bei Dornbirn, den Amateuren von Altach sowie in Kufstein. Selbst die Partie gegen die Red Bull Juniors sei friedlich verlaufen. Wattens verfüge über ein bundesligataugliches Stadion. Eine Absage wäre "eine Kapitulation vor Verrückten", sagte Austria-Obmann Walter Windischbauer der Wiener Zeitung.
Der ÖFB ist alarmiert, entsendet einen Sicherheits- und einen Rechtsexperten zur Sitzung in Innsbruck, die unter dem Vorsitz des Tiroler Landesverbandspräsidenten Josef Geisler, im Hauptberuf Strafrichter am Landesgericht, stattfindet. ÖFB-General Alfred Ludwig bietet den Wattenern Hilfe an, hätte aber kein Verständnis für ein Nichtantreten der Mannschaft von Spielertrainer Roland Kirchler. Rein sportlich könnte sich der Swarovski-Werksklub die Verweigerung und eine Strafverifizierung leisten. Er ist nach Verlustpunkten Tabellenführer der Regionalliga West.
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










