
Hochsicherheitsspiel und „Fan-Prozessionen" hin, Verbalduelle her: Letztlich geht es auch beim Westliga-Derby Red Bull Juniors gegen Austria Salzburg nur darum, dass 22 Männer einem Fußball hinterher laufen. Und rein sportlich birgt das Duell eigentlich genug Brisanz in sich. Denn die Gastgeber, nach Verlustpunkten ohnehin die Nummer eins, können sich trotz des erst im Frühjahr anstehenden Nachtrags gegen Reichenau noch die Winterkrone aufsetzen. Sollte den Violetten hingegen erneut eine Überraschung gelingen, wären sie – die von der Klubführung fix eingeplanten drei Punkte vom abgesagten Union-Innsbruck- Spiel miteingerechnet – nur noch einen Zähler hinter dem Erzrivalen und wieder mitten drin in der Spitzengruppe. Dass man gegen die spielstarken Juniors keineswegs chancenlos ist, bewies der Aufsteiger im ersten Meisterschaftsduell Anfang August mit einem 2:1-Sieg. „Aber schon damals waren wir keineswegs die schlechtere, sondern nur die unglücklichere Mannschaft", schmerzen Jungbullen- Coach Niko Kovac die in Maxglan liegen gelassenen Punkte nach wie vor. Diesmal soll seine Truppe ihrer Favoritenrolle gerecht werden, es gibt aber einen Unsicherheitsfaktor. „Viele meiner Jungs haben noch nie vor einer so großen Kulisse gespielt", weiß Kovac, der hofft, dass die Atmosphäre nicht hemmend, sondern als zuästzlicher Ansporn wirken wird. Ohne Druck kann die in Bestbestzung antretende Austria in die Partie gehen. „Unser Ziel war es, uns im ersten Jahr in der Regionalliga zu etablieren", erinnert Obmann Walter Windischbauer. Das ist mit dem siebenten Zwischenrang gut gelungen. Mitverantwortlich dafür sind einige Ex-Bullen, allen voran Marko Vujic, der seinen früheren Arbeitgeber vor drei Monaten mit einem Doppelpack fast im Alleingang niederrang. „Er hat den Unterschied gemacht", stellte Kovac fest, der es fast ein wenig bedauert, dass der Stürmer und Mittelfeldmotor Nico Mayer die Seite gewechselt haben.