Nachfolger. Thomas Hofer übernimmt den Trainerjob bei Austria Salzburg. Mit dem neuen Coach rüstet sich der Club für höhere Aufgaben.
Der Name war keine wirkliche Überraschung mehr, dafür konnte der Vorstand von Austria Salzburg mit einem optischen Schmankerl aufwarten: Als die Verpflichtung von Thomas Hofer als neuem Trainer bei der Mitgliederversammlung am Samstagabend bekannt gegeben wurde, grüßte der bisherige Anif-Coach via Videobotschaft von der Leinwand – und das bereits in violetter Arbeitskleidung samt Schal.
Diese selbstbewusste Präsentation des noch in Ägypten urlaubenden neuen Trainers ist laut Sportchef Gerhard Stöger auch als Hinweis darauf zu deuten, dass die kolportierten Unklarheiten mit dem USK Anif minimal sind: „Jeder weiß, dass ich in solchen Dingen zurückhaltend bin. Wir hätten Thomas Hofer nicht schon in dieser Form vorgestellt, wenn wir nicht von einer endgültigen Einigung in den nächsten Tagen überzeugt wären.“
Stöger macht kein Hehl daraus, dass Hofer „von Anfang an“ sein Wunschkandidat gewesen sei. Als dieser aber Anfang Oktober den Anifer 3:1-Sieg bei der Austria bejubelte, habe es noch keine Gespräche gegeben. Aber schon damals, kurz nach dem überraschenden Abgang seines eigenen Trainers Didi Emich, lobte Stöger Hofer in den höchsten Tönen: „Es gibt nur wenige, die einen so guten Job machen wie Thomas Hofer“, gab die Austria-Galionsfigur damals zu Protokoll.
Die Zusammenarbeit mit dem 41-jährigen UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber Thomas Hofer ist jedenfalls als klares Signal zu deuten, dass sich die Violetten trotz des Herbstdurchhängers mittelfristig weiter nach oben orientieren. Während Vorgänger Didi Emich auch an der Doppelbelastung Trainer und Beruf scheiterte, wäre Hofer bei einem Einstieg ins Profigeschäft in dieser Hinsicht flexibel und könnte seine Arbeitsstunden zugunsten des Fußballs reduzieren.
„Der klare Wunsch ist, nach oben zu kommen“, betont Gerhard Stöger. Das sei auch der Tenor der Mitgliederversammlung gewesen, die im Übrigen die Bestellung von Hofer „sehr positiv“ aufgenommen habe. Um das Ziel Erste Liga ernsthaft in Angriff nehmen zu können, müsse aber nicht nur im sportlichen Bereich alles geklärt sein: „Nur wenn es auch wirtschaftlich und infrastrukturell passt, ist das ein Thema. Sonst drehen wir lieber noch eine ,Ehrenrunde‘ in der Regionalliga“, betont Stöger.
Noch geklärt wird, ob im Austria-Betreuerteam auch noch Platz für den bisherigen Co-Trainer Helmut Rottensteiner sein wird. Hofer bringt seinen Assistenten Christian Schaider mit zum neuen Club. „Wir hatten auch schon in der Vergangenheit zwei Co-Trainer. Wichtig ist, dass im Betreuerteam alle miteinander harmonieren“, erklärt Stöger.
Bei Anif wird es kommenden Montag (28. Dezember) einen Informationsabend über die künftigen Ziele geben, am 13. Dezember steigt eine außerordentliche Mitgliederversammlung. „Jetzt haben wir das Trainerproblem“, sagt Anif-Sportchef Norbert Schnöll (siehe Kasten). Mit guten Tipps könnte Gerhard Stöger bestimmt aushelfen: Nachdem er rund 30 Kandidaten im „Casting“ hatte, kennt er die Szene wohl besser als jeder andere.
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