Die Austria stand unter Schock! Das violette Urgestein Gerhard Struber gab kurz nach der Heimkehr im Sommer aufgrund von Knieproblemen überraschend das Karriere-Ende bekannt - Mersudin Jukic wurde von Gmunden als Ersatz geholt. Der "Not-Einkauf" entpuppt sich aber bald als wahrer Glücksgriff. Beim 7:1-Sieg am Samstag über Plainfeld verzauberte der Ex-Bundesliga-Spieler die Fans in "Vastic-Manier".
Es kommt immer anders, als man sich's vorstellt. Als Mersudin Jukic 1991 im zarten Alter von sieben Jahren aufgrund des Krieges im Heimatland Bosnien-Herzegowina nach Österreich flüchtete, erschien eine Karriere als Fußballer für den kleinen Buben wohl so abwegig wie ein baldiges Kriegsende in Jugoslawien. Doch noch ehe Mersudin die schrecklichen Erlebnisse verdaut hatte, so wurde etwa sein Vater angeschossen, jagte er in Oberhofen schon begeistert dem runden Leder hinterher.
Richtig erinnern kann sich der 23-Jährige aber erst an die Zeit bei PSV Schwarz-Weiß. "Dort wurde mir klar, dass ich im Fußball was erreichen kann." Der Rechtsfuß trainierte wie ein Besessener, um den Traum vom Fußball-Profi Wirklichkeit werden zu lassen.
Realität wurde dieser dann im Jahr 2005: "Da spielte ich mit Sanel Kuljic für den PSV in der Regionalliga. Er wechselte damals zu Ried und ich kurz darauf zum LASK." Der offensive Mittelfeld-Akteur konnte sein Glück, plötzlich an der Seite von Superstar Ivica Vastic zu stehen, gar nicht fassen: "Von ihm habe ich viel gelernt und enorm profitiert."
17 Bundesliga-Auftritte und zwei Tore später wurde jedoch Werner Gregoritsch von Karl Daxbacher als Trainer beim Athletik-Klub abgelöst. Mersudin übersiedeltet nach Gmunden, von wo aus er im Sommer schließlich zur Austria stieß: "Es ist schön, hier zu sein. Das Ziel ist der Aufstieg", gibt der große Tennis-Fan die Richtung vor.
Wenn nach der erfolgreichen Klub- nun auch die Wohnungssuche mit Frau Jasmina und dem 13 Monate alten Sohn Sanel beendet ist, werden die Austria-Fans von Jukic wohl noch mehr Genie-Blitze in Vastic-Manier zu sehen bekommen.
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