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Austria Salzburg in der Presse
Offside.at, 17.05.2006

Violette Reinkarnation in Salzburg

Österreichs Fußball ist nunmehr wieder komplett, denn eine der besten und größten Fankulturen unseres Landes feiert seit dem 8. April 2006 (Heimspiel gegen USC Eugendorf) ihre Rückkehr. Man braucht es nicht zu erwähnen, dass es sich um die Violett-Weiße Fanszene Salzburgs handelt, war im österreichischen Fußball im letzten Jahr wohl kaum ein anderes Gesprächsthema so polarisierend. Seitdem hat sich viel getan im Lager der violetten Fans. Beginnen wir bei der Entscheidung seitens der beiden großen Fanklubs (Union ´99 Ultrà Salzburg und TGS (Tough Guys Salzburg 1992) violette Fußballtraditionen in Salzburg zu erhalten und sich vom kommerziell-orientierten Fußball abzuwenden, um etwas zu schaffen, mit dem sich die wahren Fans weiter identifizieren können.
 
 
 
Die Rückkehr
 
Seit dem 7. Oktober befindet sich die Salzburger Austria wieder offiziell im österreichischen Klubverzeichnis. Doch um nicht in der untersten Spielklasse starten zu müssen, ging man auf die Suche nach kooperationsbereiten Vereinen in Salzburg, die an einer "Fusion" interessiert sein könnten. Man wurde beim PSV Schwarz/Weiß fündig. Vorerst hielt man sich jedoch bedeckt, agierte im Hintergrund, um Gerüchte oder mediale Zweideutigkeiten zu vermeiden, die eine Verwirklichung der Pläne verhindern könnten. Umso schöner war die Offenbarung bei den letzten Violetten Abenden ("Glory Days" und "Violettes Vorspiel"), die die Wartezeit für die violetten Anhänger verkürzen sollten und gleichzeitig als Sprachrohr dienten. Seit dem 8. April dieses Jahres befindet man sich wieder offiziell im Spielbetrieb in der 1. Salzburger Landesliga in Kooperation ("Weitreichende Zusammenarbeit") mit dem PSV Schwarz/Weiß. Das Bild ist durchwegs Violett-Weiß, der Name nach wie vor PSV/SW und das Frühjahr eine Probephase für beide Seiten.
 
Die Wiederauferstehung
 
Der 8.April. Dies war der Tag, an dem viele violette Träume Wirklichkeit wurden. Der Start in die Saison begann mit einem Heimspiel gegen den USC Eugendorf, bei dem sich 2000 Anhänger und Zuschauer einfanden. Mit dabei ist eine "der" violetten-weißen Legenden: Stadionsprecher Didi Ziesel, der euphorisch gefeiert wurde und dem die Freude ins Gesicht geschrieben stand. Auch ein Otto Konrad versucht permanent bei den Heimspielen anwesend zu sein. Aber auch insgesamt hat sich viel verändert seit dem letzten Spiel im Mai des Vorjahres: Es wurden alte Fanklubs (Union ´99 Sez. Viennola, Violette Teufel, Fanklub Absolut Austria Salzburg ´94, Lunatics Salzburg ´99, Stierwascher Austria Salzburg usw.) erhalten und neue gegründet (Attergau 05, Viola Shadow, Commando Ultra Viola, Violet Tigers usw.), die sich mittlerweile neben den großen Fanklubs (Union '99 Ultrà und TGS) etabliert haben. Seither finden sich ständig um die 1000 Anhänger der Austria aus Salzburg bei den Spielen ihrer Mannschaft ein. Beim ersten Heimspiel fanden sich auch fanfreundschaftliche Fanklubs ein, so z.B. das (ehem.) Nord Kaos 1989. Zu jedem Spiel gibt es auch passende Fanaktionen (z.B. Autocorso, Choreos usw.) und 90 Minuten Anfeuerung und Stimmung pur, sodass daneben auch der eine oder andere Bundesligaklub schlecht aussehen würde. Somit ist eines klar: In Salzburg ist weiterhin eine der renommiertesten Fankulturen zu Hause, die im Zuge ihrer erfolgreichen internationalen Jahre auch im Rest Europas einen guten Ruf erlangte.
 
Das Umfeld
 
Das Positive für den Landes-Fußball ist aber die finanzielle Spritze, die den teilweise maroden Landesliga-Klubs zukommt, bedenkt man die ansonsten geringen Zuschauerzahlen. Hinzu kommt ein Minimalmaß an Zusatzkosten, denn die Austrianer stellen ein Securityteam und Ordner selbst zur Verfügung, mit einem bisher optimalen Nutzen. Aber nicht nur deswegen ist die Stimmung bei den Gegnern in diese Richtung eine gute, denn man muss das Gesamtresultat beachten: Viele Zuschauer, viele violette stimmungsmachende Fans, höhere Einnahmen, ein insgesamt positives Umfeld, da die Fans sich auf dem Platz und abseits dessen diszipliniert verhalten und das große Herz und die große Euphorie die sie mitbringen, im Vordergrund steht. Für einen echten Fußballfan die Erfüllung seiner Träume.
 
Der sportliche Aspekt
 
Sportlich gesehen sieht es leider nicht so rosig aus im Moment. Die Violetten kämpfen um den Klassenerhalt, befinden sich allerdings seit dem immensen Fanansturm im Aufwärtstrend, weisen im Frühjahr die ausgeglichene Bilanz von drei Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen auf. Wenn man bedenkt, dass im Herbst nur drei von insgesamt fünfzehn Spielen gewonnen wurden, so ist von einer 180 Grad Wende zu sprechen. Die läuferischen und technischen Mängel der jungen Mannschaft werden Schritt für Schritt behoben, sodass man optimistisch in die letzten drei Partien im Kampf um den Klassenerhalt gehen kann. Doch im Fußball ist es erstens immer anders und zweitens als man denkt, deshalb arbeiten Fans und Mannschaft weiterhin mit aller Kraft und 100-prozentigem Einsatz am Saisonziel Klassenerhalt, um über die Sommerzeit ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen, mit dem man höhere Ziele anstreben kann und will.
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