Austria. Auf der Generalversammlung müssen die Violetten die Weichen für die Zukunft stellen – personell und mit einem Tribünen-Neubau.
Die Salzburger Austria hat bewegte Wochen auf dem Rasen und auch abseits vor sich: Nach dem Durchmarsch mit drei Titel en suite und einem Fanansturm (aktuell über 1600 im Schnitt) rüstet man für die Regionalliga West. Dafür muss man am kommenden Freitag bei der Generalversammlung (passender Weise im alten Lehener Stadion) die Weichen stellen – und landet unvermittelt im Spannungsfeld zwischen Fankultur und Kommerz. Auch darüber sprach Obmann Gernot Blaikner mit den SN.
SN: Trainer Didi Emich hat neulich gesagt: Es riecht schon verdammt nach Westliga. Riechen Sie die neue Liga oder sehen Sie eher die Arbeit?
Blaikner: Bei aller Freude über die sportliche Entwicklung: Erst müssen wir aufsteigen, das ist noch ein weiter Weg. Dennoch müssen wir uns jetzt schon intensiv mit unserer Infrastruktur beschäftigen. Seit Dienstag ist das Stadion auf 1600 Zuschauer kommissioniert, das ist bereits jetzt unser aktueller Zuschauerschnitt. Wir brauchen schnellstmöglich eine Fantribüne mit 1200 überdachten Stehplätzen, dazu 600 Sitzplätze und eine Gesamtkapazität von 2800 bis 3000 Fans.
SN: Das kann aber die Austria unmöglich allein stemmen.
Blaikner: Das ist richtig, wir brauchen dazu Partner. Mit dem Vermieter (ASKÖ, Anm.) gibt es sehr positive Gespräche. Dem Bürgermeister will ich nicht via Zeitung mitteilen, dass wir von ihm Geld brauchen – aber auch die Stadt wird sich deklarieren müssen. So lange ich etwas zu reden habe, sage ich aber auch: Schulden machen wir sicher keine. Andererseits werden wir auch in jeder Liga spielen, für die wir uns sportlich qualifizieren.
SN: Wie sieht der Zeitplan für die Maßnahmen aus?
Blaikner: Ich spreche von unserem „großen Infrastruktursprung“. Der soll in zwei bis drei Jahren stattfinden und Tribünenbau sowie Neubau des Flutlichts beinhalten. Dann wollen wir von den Finanzen und von der Infrastruktur her reif für den Aufstieg in die ADEG-Liga sein. Die Westliga ist zum Beispiel finanziell nicht die große Herausforderung, die Planung dafür liegt schon längst in unserer Schreibtischlade. Die ADEG-Liga ist aber eine ganz andere Welt.
SN: Damit kommt aber der von den Fans auch als Protest gegen den Kommerz im Fußball gegründete Verein just in das Spannungsfeld von Kommerz, Vermarktung und Fankultur. Ziehen da alle im Verein an einem Strang? Immerhin gibt es Freitag sogar einen Antrag, künftig auf Popmusik bei den Heimspielen zu verzichten . . .
Blaikner: Ich verstehe sehr gut und respektiere es, dass viele aus der jüngeren Geschichte heraus sensibel sind. Wir haben die Werbeeinnahmen in den letzten eineinhalb Jahren vervierfacht und wenn wir weiter nach oben wollen, muss es auch da ein Wachstum geben.
Der Klubname Austria und die Farbe Violett sind ohnedies tabu, das ist schon in den Statuten geregelt. Aber eines ist halt auch klar: Vom Verkauf von Würstln und Bier bei den Heimspielen können wir keinen Spielbetrieb finanzieren.
SN: Was sagen Sie eigentlich zum oft geäußerten Vorwurf, die Austria sei der Krösus im Salzburger Unterhauses?
Blaikner: Den Blödsinn kann ich schon nicht mehr hören. Wir sind von der Bezahlung der Spieler sicher nicht unter den Top 3 der Landesliga, das muss ich einmal klarstellen. Uns verlassen Spieler, weil sie woanders mehr Geld bekommen, das ist die Realität. Mit unserem Budget müssen wir eben auch viele andere Dinge wie Stadionmiete bezahlen. Ich jammere nicht darüber, aber ich möchte auch festhalten, dass es für einen Verein vom Land undenkbar wäre, der Gemeinde Geld für die Platzbenutzung zu zahlen. Hinter dem Gerede vom Krösus steckt bei vielen der Neid auf unseren Zuschauerzuspruch. Das ist umgekehrt auch ein Kompliment für uns.
SN: Was erwarten Sie sich eigentlich: eine harmonische Generalversammlung oder auch Gegenwind?
Blaikner: Ich erwarte mir einen sehr konstruktiven Dialog mit den Mitgliedern, der es dem Vorstand ermöglicht, das gemeinsame Ziel zu verfolgen. Das gemeinsame Ziel heißt
ausschließlich Austria Salzburg, das darf niemand aus den Augen verlieren. Die handelnden Personen sind da nicht so wichtig.
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| Die Geschichte der Salzburger Austria - von 1933 bis heute. |










