Trainer Klaus Schmidt im Facebook-Interview
25. Juni 2014

Wieder haben wir auf Facebook einige interessante Fragen von euch Fans an Klaus Schmidt erhalten. Hier findet Ihr die Antworten unseres neuen Trainers:Ilir Haziri: Ich hab letztens Ihre Vita durchgelesen und bemerkt, dass Sie Erfahrung in der Bundesliga sammeln konnten. Aufgrunddessen wird viel von Ihnen erwartet und durch den dramatisch verpassten Aufstieg – getreu dem Motto „Jetzt erst recht!“ – wohl mehr! Spüren Sie diesen Druck bzw. wie kommen Sie damit klar? 

Mir ist die Erwarungshaltung sehr wohl bewusst und habe bereits in den letzten Wochen bemerkt, dass ich bei einem besonderen Verein arbeite. Druck verspüre ich aber momentan noch keinen, mehr noch den positiven Spirit der Leute, die sich mit der Austria identifizieren. Natürlich bin ich mir darüber bewusst dass es wie bei jedem Verein, bei dem eine große Erwartungshaltung der Fans, des Vorstands und der Spieler gegeben ist, ein gewisser Druck auf mir lasten wird, der mich in meinem Handeln aber eher beflügeln wird.

Frank Katzbauer: Wie gut kennst du als Steirer eigentlich die Westliga bzw. inwieweit hast du dich mit den Gegnern befasst?

Meine Erfahrungen mit der Westliga sind noch bescheiden. Ich habe aber ein gutes Netzwerk, das ich bereits täglich nutze um Informationen einzuholen.

Peter Frühwirth: Wie bereiten Sie sich persönlich (noch bevor die Mannschaft vorbereitet wird) auf den nächsten Gegner vor? Machen Sie das selbst oder/und gibt es dafür extra vorgesehene Personen/Analysten aus dem Trainerteam? Welches Material & welche Methoden kommen bei der Gegneranalyse für Sie zum Einsatz?

Bei meiner letzten Station beim KSV habe ich es so gehandhabt, dass ich bei den letzten beiden Trainingseinheiten der Woche meine Informationen über den Gegner, die ich mir aus Videos, persönlichen Beobachtungen bzw. Scoutingreporten eingeholt habe, ins Training einfließen ließ. Zusätzlich habe ich die Mannschaft am Vortag mit einem kurzen Videozusammenschnitt auf das Spiel eingestimmt. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und wir sind gerade dabei an einer Umsetzung dieses Programms auch bei der Austria zu arbeiten.

Kevin Wrana bzw. AS Schneggal: Was erwartest du dir von der Mannschaft, vor allem von den Neuzugängen? Ist mit dem aktuellen Kader und Ihnen als Trainer das Potenzial gegeben, um den Direktaufstieg zu schaffen?

Der Eindruck von den ersten beiden Trainings der Mannschaft ist sehr, sehr gut. Wie sich die Neuzugänge in die Mannschaft integrieren und ihre Leistung abrufen können, wird ein Punkt sein, ob wir erfolgreich sind. Der andere Punkt wird sein, wie sich Spieler, die in der letzten Saison nicht immer zum Stammpersonal gehört haben, in die Mannschaft drängen und so den Konkurrenkampf um einen Platz in den ersten Elf anheizen. Die Mannschaft hat jedenfalls das Potential um den Aufstieg mitzuspielen. Um aber Meister zu werden gehören viele andere Komponenten dazu.

Julian Konecny: Welche Formation bevorzugst du?

Ich bevorzuge jenes System, bei dem ich überzeugt bin, die besten Spieler eines Teams so einzusetzen, damit sie ihr Potential am besten abrufen können.

Peter Frühwirth: Was halten Sie für wichtiger: Ballkontrolle (Ballbesitz) oder Raumkontrolle?

Ich denke, dass gerade bei der Austria und dem Kader dieser Mannschaft die Ballkontrolle im Vordergrund stehen wird.

Christoph Dum: Wie schätzt du die Bedeutung von Standardsituationen in unserer Situation als Westliga-Titelfavorit ein bzw. inwieweit werden Offensiv-Standards Bestandteil im Training sein?

Ein enges Spiel wird sehr oft durch einen „Standard“ entschieden. In Kapfenberg waren wir damit sehr erfolgreich. Wir haben bei der Austria mit unserem Neuzugang Nico Vavrousek aus St. Johann einen Spieler geholt, der vorige Saison 7 Tore aus Standards in der Westliga gemacht hat. Noch dazu gibt es im bestehenden Kader einige Spieler, die aus ruhenden Bällen gefährlich sind. Es gilt aber auch solche Bälle zu verteidigen. Wir werden also nicht nur auf offensive Standards Wert legen.

Dominik Ferstl: Was war bis jetzt die wertvollste Station in deiner Trainerlaufbahn und warum gerade diese?

Ich habe aus allen Stationen sehr viel mitgenommen und gelernt: Die ersten 8 Jahre beim GAK waren meine Lehrjahre und wurden zu einer Herzensangelegenheit. Die Jahre in Arabien gaben mir die Gewißheit, dass ich auch unter schwierigen Bedingungen arbeiten und erfolgreich sein kann. Meine letzte Station beim KSV war dann sozusagen die Bestätigung, dass ich es auch im Kreuz habe als Cheftrainer erfolgreich zu sein.

Hari Brandstter: Wieviel hast du persönlich von der Neugründung und den Aufstiegen der Austria mitbekommen? Wann hast du für dich selbst realisiert, „die Austria gibt es immer noch“?
Philipp Faber: Was bedeutet für Sie die Austria? Gibt es irgendeine Bindung? 

Als „Kind“ eines Traditionsvereins mit einem ähnlichen Schicksal habe ich die Entwicklung des Vereins immer verfolgt. Dazu verbindet mich eine Freundschaft mit Lars Söndergaard, dem ehemaligen Trainer der Austria, der noch immer Kontakte zu Leuten aus dem Verein pflegt. Bei Treffen mit ihm war die Austria immer ein Thema. Aber wirklich geglaubt habe ich seine Geschichten erst als ich das erste Mal selbst im Stadion war.

Wir bedanken uns bei Klaus Schmidt für seine ausführlichen Antworten!

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