Daheim schon ein dreckiger Sieg, geht’s jetzt erst richtig auf die Baustelle: Unter dem großen Kran wartet für die Austria die nächste Hebeübung – der Papierform nach machbar, doch die Lehren aus dem Vorjahr wollen gezogen sein.
„Schaffa, schaffa, Plätzle baua“, muss das Ländle-Credo in Abwandlung auf die Vorhaben der Vorderländer lauten. Beim SC Röthis will man zum 50-Jahr-Jubiläum in neuem Glanz erstrahlen, deshalb steht die laufende Saison ganz im Zeichen der Umbauarbeiten der lieblichen Heimstätte.
Ein Jahr Bauzeit: Ratzfatz zu neuem Stadion an der Ratz

Beim Spatenstich Ende Juli war zunächst war die Abrissbirne am Werk: Die romantische Holztribüne musste nach etwas mehr als 45 Jahren weichen, bevor es zu den Aushubarbeiten für den Neubau kommen konnte. Immerhin: auch dieser wird ein Holzbau; teilunterkellert mit sechs Kabinen, Referee-Raum, Klubheim mit 85 und Zuschauertribüne mit rund 500 Sitzplätzen. Eine markante Holzstammfassade, eine gefaltete Dachkonstruktion und eine erhöhte Terrasse im Außenbereich der Klubkantine, mit optimalem Blick aufs Spielfeld, zählen zu den herausragenden Merkmalen des nach einem Jahrzehnt der Diskussionen nun angegangenen Architektenentwurfs.
Ein Nebengebäude für den Platzwart bzw. all dessen Gerätschaften errichtet der oft als „rührig“ wahrgenommene kleine Sportclub außerdem selbst. Kommenden Sommer soll der Zauber vollbracht sein, womit man zeitgemäß aufgehübscht in die Jubiläumssaison starten wird können. Das dank gut drei Millionen Euro Finanzierungsanteil der kleinen Gemeinde Röthis, bei Gesamtprojektkosten von 4,4 Millionen Euro – drei Viertel bezuschusst aus dem Kommunalbudget, so sieht öffentliche Rückendeckung aus.
Wenn Kommissar Rexhaj ermittelt
Ein kleinwenig Baustelle hatten die Röthner bis vor kurzem auch rein sportlich: Mit einer 0:11-Cuppleite gegen Ried in die Saison gestartet, gab’s auch in der Meisterschaft bis Ende September keinen Sieg. Ausgerechnet vor unserem Gastspiel scheinen die Blau-Weißen aber in Form zu kommen. In Kitzbühel und daheim gegen Wals-Grünau gab’s nun die ersten beiden Dreier der Saison gleich en suite; Röthis gewann jeweils mit 2:1, jeweils dank Doppelpacks ihrer Nummer 11, einem Mann mit ganz besonderem Riecher …
Arbnor Rexhaj ist der mit Abstand gefährlichste Vorderländer und als solcher derzeit eindeutig wie nie auszumachen. 2022 aus Götzis geholt, bildet er die personifizierte Torgefahr des Vorjahresaufsteigers. Als einer von bislang nur drei Saisontorschützen in Röthner Reihen hat der 25-Jährige mit sieben Treffern mehr als doppelt so viele auf dem Konto wie alle anderen. „Kommissar“ Rexhaj war es auch, der an jenem brütend heißen „Hundstag“ in der Vorsaison auf eine Verwundbarkeit der Violetten hin ermittelte und tatsächlich eine lange Zeit verborgene Schwäche unserer Defensive aufdeckte: In der Nachspielzeit schockte er uns damals mit seinem 2:2-Ausgleichstreffer und fügte der Schaider-Truppe die ersten Verlustpunkte zu.

Bauherren treffen auf Meisterkicker
So billig soll diesmal nichts zu erschnüffeln sein für die Heimischen auf dem Sportplatz in Röthis – der „Größte Vorderländer Flohmarkt“, den der Sportclub jedes Jahr auf seinem Gelände veranstaltet, ist schließlich auch schon wieder vorüber; und wenn die sich nach ihrem jüngsten Höhenflug schon nicht einmal mehr vorm Gaberln auf dem Baukran fürchten, dann werden eben wir sie schwindelig spielen müssen …
Oder einfach, anknüpfend an die Vorwoche und passend zur Umgebung: einen Arbeitssieg einfahren, wenn’s sein muss dreckig.
In die Hände gespuckt, Austrianer – lange Woche, auf nach Röthis: Sorgen wir für mächtig Baulärm am Samstag ab 15:00 Uhr in der Stadionbaustelle an der Ratz!
Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com

Ausfälle & Comebacks
- Luca Schmitzberger – oh, nein! Zwei Wochen noch, bis wir unseren Winterzugang hoffentlich endlich zu sehen bekommen.
- Christoph Gruber – im Herzen dabei, hat OP nach Kreuzbandriss hinter sich.
- Christoph Bann – no good news: werden wir 2024 nicht mehr sehen.
- Denis Kahrimanovic – Comeback aus heutiger Sicht am Nationalfeiertag, zum Grünau-Heimspiel.
- Semir Gvozdjar – steht, wie schon in der Vorwoche, wieder zur Verfügung und darf auf einen Einsatz hoffen.
Ab auf die Baustelle – darauf können WIR bauen >>
Anfahrt
Ratzweg 1, 6832 Röthis – Entfernung von Bahnhof Sulz-Röthis ca. 1,1 km












