Kriminell gute Kicker, aber auch mehr als eine Handvoll violett-weißer Fans werden am Samstag aus dem Raum Amstetten anreisen. Aus verkehrsgünstiger Lage die Weststrecke entlang zum Tabellennachbarn, klingt nach einem gemütlichen Tag aus Sicht der Mostviertler – lasst uns bloß zusehen, dass punktemäßig Erlesenes einzig und allein in unserem Erntekorb landet!
Der Siegestreffer von Tolga Günes zum ersten Triumph unserer Austria nach 22 Jahren in der Bundeshauptstadt hat auch gegenwärtig genial gewirkt. Wer zur Monatsmitte gedacht hat, wir müssten gegen Amstetten erstmal versuchen, uns aus dem Keller zu befreien, der sollte irren. Stattdessen haben wir jetzt die Chance, uns vor der ersten Länderspielpause dieser Saison gleichmal im Mittelfeld festzusetzen.

Geduldsfaden an der Durchzugsader
Zu bestätigen gilt es den jüngsten Trend nun gegen einen gestandenen Zweitligisten, als der sich SKU Amstetten nach sieben Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit längst etabliert hat. Geduldig aber konstant haben die Durchzugsstätter seinerzeit ihren Weg nach oben verfolgt. Hier gärt nur der Most, die sportlichen Akteure können in Ruhe arbeiten. Nie wurden Dinge überstürzt, aber auch das Ziel wurde nie aus den Augen verloren, wo doch ein lokal ansässiger Glasbearbeiter für klare Sicht und das nötige Kleingeld sorgt. Schritt für Schritt klammerte man sich ran und schliff die solide Zweitligavision konkreter, ehe sie eben 2018 Realität wurde an der Ybbs.
Einzig den Nachwuchs habe man kurzzeitig etwas vernachlässigt, dies inzwischen aber korrigiert. Der infrastrukturelle Ausbau sei ohnehin immer einhergegangen, das heutige kleinefeine Stadion in der seit jeher Rapid-lastigen Eisenbahnerstadt entspreche in Dimension und Vision durchaus dem, womit auch unsere Austria einen Schritt nach vorne machen würde. Und, interessiert’s wen?
„Amstetten hat vor allen Dingen Zuschauer, vorwiegend aus dem Umland, die sich bevorzugt in aller Besonnenheit im neutralen Sektor einfinden“, skizziert uns das alles einer, der’s wissen muss – als in der Bezirkshauptstadt Berufstätiger, und als legendärer Obmann des 1994 aus der Taufe gehobenen Fanclubs Oed-Zeillern, der vor den Toren Amstettens für den örtlichen USV, fürs Österreichische Nationalteam und, getreu dem Gründungsgedanken, für die Salzburger Austria trommelt.

Oed und gut – wir ziehen den Hut!
Ja, unsere Fans sind immer und überall – und sie kommen praktisch von überallher. Quer durch ganz Österreich finden sich Herzen, die für die Austria schlagen. Eben wie jenes von Martin „Matl“ Maierhofer, der im „Grünland“ als unermüdlicher Fürsprecher des violetten Salzburgs bekannt ist. Stolz erzählt er, wie die Jubiläumsveranstaltung anlässlich 30 Jahre Fanclub Oed-Zeillern voriges Jahr 500 Zuschauer auf den beschaulichen Sportplatz im westlichen Niederösterreich gelockt hat.
Dabei hätte nach elf Jahren Schluss sein können – wir schreiben das Jahr 2005. Doch anstatt die Flinte ins Korn zu werfen, schmiss der Zirkel Lebemenschen rund um „Matl“ einige wenige, die mit der roten Unart sympathisierten, einfach raus, schärfte für den Erhalt einer Dosis Profifußball den Fokus aufs Nationalteam und blieb damit als Anlaufstelle für Austrianer in Ostösterreich erhalten. Als bekannter Teamfanclub steht Oed-Zeillern heute Anhängern aller anderen Lager ebenso offen, bis auf einem – denn ein positiver Zugang zu den Werten von Austria Salzburg ist fest, ja statutengemäß verankert; dafür sorgen im Fanclub-Vorstand neben dem violetten „Matl“ auch Stimmen aus Steyr und die gesamte neutrale Fraktion.

Wie kraftvoll diese Verbindung ist, zeigte sich beim ausgelassenen Jubel von Siegtorschütze Tolga Günes letzte Woche in Wien-Floridsdorf: Den Elfmeter versenkt, stürmt unser Matchwinner auf die vielen mitgereisten Fans zu und entdeckt inmitten derer völlig unverhofft Oed-Zeillern-Mitglied Martina, die Tolga mental und sozial gecoacht hat, als er noch vereinslos war. Unser Neuzugang wusste nicht, dass Martinas Herz ein violettes ist – was für ein Gänsehautmoment, und was für ein Hinweis, wie viel mehr Fußball eigentlich ist im Leben!

„Zugestiegen, bitte!“
Unsere Fanclub-„Scouts“ wissen sogar backfrisch zu berichten, wie man Amstetten schlägt: Ihr lokaler Verein Oed-Zeillern drehte vor wenigen Tagen die Sonntagsmatinee und schlug im zünftigen Landesliga-Derby jenseits der Url die Amstetten Amateure mit 2:1. Wir beleuchten an der Stelle aber zwei interessante Spieler, die diesen Sommer zur Profimannschaft der offiziell Blau-Weiß-Grünen gestoßen sind:

Zum einen Lloyd-Addo Kuffour, der in seinen ganz frühen Fußballertagen schon die Trikots von Hannover 96 und Borussia Dortmund übergestreift hat. Beide Elternteile stammen aus Ghana, in Niedersachsen haben sie sich einst kennengelernt. Mit Bayern-Legende „Sammy“ Kuffour verbindet den 23-Jährigen nur die Nationalität; sein Papa Isaak hat aber ebenfalls professionell Fußball gespielt, stürmte für Ghanas Nachwuchsnationalteam und ist angetrieben von seinem Profitraum einst nach Deutschland gekommen.

Und dann wäre da noch der Salzburger im Trikot unseres Gegners, Maximilian Scharfetter. Der Radstädter wechselte 2016 von seinem Stammverein nach Kärnten, in die Akademie des WAC. Im Oktober 2020 debütierte der Mittelfeldmotor in der zweiten Mannschaft der Lavanttaler, kämpfte sich dort mehrere Jahre durch um schließlich im Frühjahr 2024 für sieben Einsätze bei den Profis anzudocken. In der Vorsaison spielte Scharfetter bei den Cup-Siegern von Didi Kühbauer aber keine Rolle, musste wieder mit der zweiten Mannschaft Vorlieb nehmen. Der Wechsel des Pongauers in „Liga Zwa“ erscheint als logischer Schritt, beim SKU ist er jetzt mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet.

Im Matchtalk mit dem Social-Media-Team des WAC blickte Scharfetter bei der Wissensfrage um die Einwohnerzahl des Lavanttals etwas ins Trübe – in Amstetten wären es jetzt übrigens ziemlich genau 24.000, Stadt selbst, aber dort wappnet man sich besser für ganz andere Fragen …
Herb im Humor
Kriminell trockener Schmäh rennt da nämlich, auf den Social-Media-Kanälen der Amstettener, die in Sachen Humor erstmal einer nass machen muss …
„Wir fürs Mostviertel“, prangt der Slogan über dem Wappen der des SKU – doch mit fruchtigen sechs Zählern, die unser erfrischender Mannschaftsmix schon aus der Frühernte abgezweigt hat, wollen wir die herbe Note des Spieltags ganz unseren Gästen überlassen und den Niederösterreichern schon unsererseits zeigen, wo der Bartl …
We want it Most!
Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Bildpartner: GEPA pictures
Anstoß 14:30 Uhr // Ran an die letzten Karten!

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Anfahrt
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Wir empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Haltestelle liegt direkt am Stadion und so kann man sich ruhigen Gewissens die eine oder andere Erfrischung gönnen.











