SVAS gegen Wals

Auf Befreiungsschlag folgt Bewährungsprobe: Samstag nach Grünau

Ein Sieg, wie emotional er auch zustande kommt, wirkt erstmal nur für den Moment. Das musste unsere Mannschaft vor zwei Wochen in Kuchl erfahren, als auf die lange ersehnten Punkte und Tore im Spiel gegen Anif gleich wieder eine Pleite folgte. Nach einem Moment des Glanzes unter Flutlicht kehrte bei Tennengauer Tageslicht schnell wieder Ernüchterung ein. Ein Befreiungsschlag will also bestätigt werden, damit er zum nachhaltigen Brustlöser wird – genau mit dieser Mission geht’s am Samstag zum SV Wals-Grünau.

Altes nicht immer gleich wegschmeißen, wenn ein kleiner Defekt eintritt, lieber einen genauen Blick drauf werfen ob es sich nicht doch wieder richten lässt: Das Repair-Café macht diesen Samstag Station in Wals-Siezenheim. Im Zentrum Walser Birnbaum sind am Nachmittag ehrenamtliche Fachleute und Bastler am Werk, die versuchen, alte Lieblingsstücke wieder auf Vordermann zu bringen: Von Handy und Laptop über Kleidung und Fahrräder hin zur Kuckucksuhr. Und was zum Kuckuck hat das alles mit Austria Salzburg zu tun?

Mit Liebe reparieren statt herzlos ersetzen

Nun, wir müssen das Ende der Krise ja erst noch absegnen, nach dem deutlichen Sieg letzte Woche schaut’s aber gut aus, dass auch wir unser sportliches Werkl wieder repariert bekommen – ganz ohne uns auf dem Markt nach Neuem umsehen zu müssen. Vorhandenes taugt plötzlich wieder, nachdem lange genug hartnäckig probiert wurde, die richtigen Stellschrauben ausfindig zu machen. Der Philosophie des Repair-Cafés folgend, sollten auch wir diesen Samstagnachmittag noch aufmerksam an der „Reparatur“ dranbleiben und hochkonzentriert ans Auswärtsspiel beim SV Wals-Grünau herangehen – damit es diesmal nicht bei einem kurzen Aufflackern bleibt und unser allerliebstes Herzstück Kampfmannschaft wieder nachhaltig „funktioniert“.

Endgültig wieder hergerichtet soll unser Werkl ausgerechnet bei jenem Klub werden, der unseren guten Start in die Saison jäh zerstörte. Dabei konnte Mitte August noch niemand ahnen, dass diese erste Saisonniederlage so vieles kaputt machte und über Wochen lahm legte, was anfangs noch gut zu funktionieren schien. Wir erinnern uns: Das schmerzliche 2:3 gegen Grünau gründete zwar durchaus auf einer schlechten Leistung unserer Mannschaft, zu passiv agierte man ganz lange Zeit. Letztlich verlief die zweite Halbzeit aber auch sehr unglücklich und so half eine stumm gebliebene Pfeife bei einer Elfmetersituation gehörig mit, dass Grünau seine Seuche ablegen und an die Austria weiterreichen konnte, wo sie mit zusehends schlechteren Auftritten verschärft hervorkam.

Einfach immer reparabel: unser Verein

Nur zwei Siege gab’s seither, letzterer soll uns für Samstag aber den nötigen Auftrieb geben, damit sich in Grünau dieser unsägliche Krisen-Kreis ein für alle Mal schließt. Überhaupt ist das Ausmaß der jüngsten Aufbruchsstimmung, die sich nach dem vermeintlichen Pflichtsieg gegen Bischofshofen im violetten Lager breit macht, bemerkenswert. Teammanager Markus Schneidhofer trägt diese Gefühlslage voll mit und erklärt die erfreulichen Entwicklungen auf breiter Ebene: „Der komplette Verein ist zusammengerückt und steht inzwischen wieder sehr gut da. Das Klima in der Mannschaft war und ist hervorragend, unsere ehrenamtlichen Helfer leisten Großartiges und auch Sponsorengespräche verlaufen wieder sehr positiv“, schwärmt der Thalgauer Ex-Profi vom Vereinsleben als Ganzen.

2017 als Cheftrainer zur Austria gekommen, findet sich „Schneid“ inzwischen längst in einer neuen Rolle, die ihm große Freude macht: Offiziell „Teammanager“, fungiert der 42-Jährige an der Schnittstelle zwischen Mannschaft und Verein, repräsentiert unsere Farben in Gesprächen mit potentiellen Sponsoren – die er lieber (langfristige) „Partner“ nennt – nach außen und kümmert sich um viele tagtägliche Dinge rund um die Mannschaft. Als solches Bindeglied, das nicht nur an der Mannschaft nah dran ist, sondern auch in den Verein und dessen Umfeld einen guten Einblick hat, schwimmt Schneidhofer auf einer positiven Welle, die in Zukunft wieder viele Fans und Sympathisanten erfassen soll: „Ob beim Sportzentrum Rif, bei Sponsoren-Meetings oder beim Trainingslager in der Türkei: wir bekommen wieder viel Lob und Anerkennung. Von der Putzfrau, die schätzt, wie sauber wir die Kabinen hinterlassen bis zur Authentizität für die wir immer standen und die Zuverlässigkeit unter der neuen Führung – diese Austria ist wieder sympathisch, glaubwürdig und jeden Handgriff wert“, blickt Schneidhofer einer rosigen Zukunft entgegen und wünscht sich, dass bald auch wieder vieles vom „alten“ Potential abgerufen wird.

Selbstbewusst ins Nachbarsdorf

Rein sportlich mag uns die jüngste Misere, auf die jetzt hoffentlich der Deckel draufkommt, noch etwas kleinlaut halten, aber auch da stehen bekanntlich viele Zeichen auf Besserung. Nicht zuletzt, da auch Umberto Gruber nach seinem Comeback schon wieder überzeugen konnte – ein sehr wichtiger Mann sowohl auf als auch neben dem Platz, wie unser Teammanager betont. Ebenso wie Resul Omerovic, der einen schwierigen Herbst durchmacht und auch in Grünau wegen einer Verletzung am Knöchel ausfallen wird – der vollen Unterstützung rundum kann sich unsere Nummer 9 aber in jedem Fall gewiss sein, versicherte Markus Schneidhofer im aktuellen Gespräch.

Auch wenn die Walser Birnen hoch hängen: Erobern wir am Samstag das größte Dorf Österreichs, wie unsere Nachbarsgemeinde mangels Erhebung zu Markt oder Stadt stolz behaupten kann, und lösen wir uns just dort endgültig vom Krisenmodus, den uns das letzte Aufeinandertreffen mit den Grün-weißen eingebrockt hat. Anstoß zu diesem wichtigen Spiel ist bereits um 14:00 Uhr. Wer bereit ist, seinen Wecker noch früher zu stellen, der kann im Hinblick auf das violette Oktoberfest nächste Woche schon mal auswärts seine Frühschoppen- und Wiesn-Performance testen: der SV Wals-Grünau bettet diese 14. Runde nämlich in ein (Oktober-)festliches Rahmenprogramm ein – mit Weißbier, Brezen und ganz viel Nachwuchsfußball bereits am 10:00 Uhr.

14. Runde Regionalliga Salzburg
SV Wals Grünau – SV Austria Salzburg

Samstag, 14 Uhr, Grünau
SR: SR: Mario Weghofer, Ümit Yarat, Mario Pilic;

Jetzt teilen: