Aufstiegsgala statt Formalakt: Rechnungen mit Zell am See beglichen

Dass der Aufstieg durch Neumarkts Niederlage in Eugendorf bereits am Freitagabend rechnerisch abgesichert war, änderte nichts an der Lust unserer Mannschaft, ein des Aufstiegs würdiges Spiel abzuliefern – zumal es gegen Zell am See ja aus der Vorsaison noch einiges gutzumachen gab.

Auswärts zur Pause 6:0 in Führung, am Ende 8:2 gewinnen: Auch wenn die letzten Spieltage einer Saison oft schrille Ergebnisse zutage bringen – sowas erlebt man nicht alle Tage. Ein Ergebnis, so könnte man sagen, dass dem Zeller Volkssport angepasst ist. Das blau-gelbe Zell am See rühmt sich seit jeher weniger für seine Fußballer als für seine Eishockeytradition. Freilich: Bei einer so krachenden Niederlage wäre auch bei den Eisbären schnell mal Feuer am Dach.

Nichts weniger als das hat es aber auch gebraucht, um beide offenen Rechnungen mit den Bergstädtern aus der Vorsaison zu begleichen. 2017/18 setzten uns die Zeller schwer zu. Ein blutleerer Auftritt im Herbst führte im Pinzgau zu einem 1:4, ein rabenschwarzer Tag, der im Frühjahr vor den Augen einer größeren Öffentlichkeit sogar noch im negativsten Sinn getoppt werden sollte: Im ORF-Sport-Plus-Livespiel setzte es daheim in Maxglan gar ein 0:4 – ohne die sonst gewohnte Fan-Unterstützung, und das auch noch bei Ankick am späten Vormittag. Der jüngste 1:0-Sieg von vergangenem Herbst war ein erster Schritt, diese beiden miserablen Tage in den Hintergrund zu rücken, spätestens jetzt ist aber wirklich der Schwamm drüber in dieser Sache.

Stark gestartet, zur Gala ausgeartet

An einem eher trüben Samstagnachmittag haben sich die wenigsten einer derartige Gala-Vorstellung unserer Mannschaft erwartet. Das nach einem derart perfekten Wochenende wie dem letzten tatsächlich Gier und Hunger überwogen, und nicht etwa Zufriedenheit, ist schon bemerkenswert. Nachdem uns den Formalakt zur rechnerischen Absicherung des Aufstiegs ja bereits Neumarkt abgenommen hat, konnte auch in Zell am See keine Rede von einem bloßen fußballerischen Behördengang sein. Dazu passte schon der Umstand nicht, dass es quasi keine Wartezeit gab. Um 14 Uhr begann ein sehr temporeiches Spiel, der perfekte Rasen machte Offenbar richtig Lust, die Skills auszupacken. So inferior, wie es das Endergebnis vermuten lässt, war der Auftritt Zells im Übrigen gar nicht. Vielmehr agierte die Austria einfach bärenstark und lange Zeit auch gnadenlos effizient. Lazarevic gelang in der 8. Minute die frühe Führung, Nico Mayer legte in der 15. Minute mit dem Selbstverständnis seines aktuellen Laufs mit einem wunderschönen Treffer nach.

Der Anfang war getan, und wir kennen doch alle das Gefühl, wenn aus ein, zwei „Schnellen“ dann noch mal mehr werden. Erdogan und zweimal der erneut mit unbändigem Willen ausgestattete Resul Omerovic sorgten für weitere schön anzusehende Treffer, bezeichnend dass letzterer auch einen Seitfallzieher mit überschaubaren Haltungsnoten erfolgreich ins Tor murkste. Lazarevic, der den Torreigen beginnen ließ, war es auch, der bestens im Bunde mit dem Torpfosten in der 40. Minute mit dem 0:6 aus Zeller Sicht den Pausenstand herstellte. Unterhaltsam startete auch der zweite Durchgang, wieder einmal war Endletzberger bei einem Standard erfolgreich, diesmal trat er den Freistoß selbst und erwischte den Torhüter auf dem falschen Fuß – 0:7 nach 50 Minuten. Kurz darauf waren die Zeller mit ihrem ersten Ehrentreffer am Zug, ehe wiederum wenig später Lazarevic ein Gustostückerl mit der Ferse gelang: Sein edler Abschluss touchierte zwar nicht das Netz, ein Zeller Klärungsversuch verhinderte dies, der Schiedsrichterassistent erkannte aber den Ball mit vollem Umfang hinter der Torlinie – weit drin war die Kugel wirklich nicht, so viel müssen wir zugeben. Bei so vielem, das fürs violette Fußballherz schon zusammengepasst hat an diesem Nachmittag, gönnte man Tosic in Minute 63 den zweiten Zeller Ehrentreffer sogar schon irgendwie.

Mehr als nur ein Aufstieg

Dieses Tor knapp eine halbe Stunde vor Schluss sollte auch schon der Schlusspunkt sein, denn einerseits ließ es die Austria gegen Ende hin doch etwas gemächlicher angehen und andererseits gab’s in diesem komischen Spiel dann doch noch ein paar Chancen, die den Weg ins Tor nicht fanden. Eine Erklärung ist aus Zeller Sicht schwer zu finden, das Landescup-Finale steht jedenfalls nicht zur Verfügung. Dieses musste abgesagt werden, womit den schwer geschlagenen Zellern ihr Saison-Highlight wenigstens noch bevorsteht.

Gefeiert wurde bei der Austria, wie sich das gehört, danach – dann aber tatsächlich so, wie sich das gehört: Die Aufsteiger-T-Shirts stehen den Violetten heute fast noch besser als 2015, nach schwierigen Jahren hat sich nicht nur die Mannschaft, sondern der gesamte Verein optimal zusammengefunden. Mit dem Aufstieg feiern wir zugleich eine, im längeren Zeitraum betrachtet, gelungene Trendwende und – wieder einmal – die Erkenntnis, dass unser Sportverein Austria Salzburg unerschütterlich fest dasteht und durch nichts und niemanden unterzukriegen ist.

Den Weg hinauf in die Regionalliga treten wir gemeinsam mit dem SAK und – seit Freitag quasi sicher – mit dem SV Kuchl an. Die Tennengauer, von deren Stärke auch wir Ende März bitter erfahren mussten, gewannen daheim gegen Hallein mit 3:0, während Neumarkt auch in Eugendorf mit einem 1:3 leer ausging. Den Platz an der Sonne wird der SAK wohl nicht mehr hergeben, gegen Golling gewannen die Nonntaler mit 5:1, die somit weiter ihren Fünf-Punkte-Vorsprung halten.

Hier noch die Ergebnisse der restlichen Partien dieser 27. Runde:

  • Thalgau – Straßwalchen 2:1
  • Strobl – Altemarkt 1:1
  • Puch – Adnet 6:2
  • Bramberg – Bürmoos / Sonntagsspiel

Torfolge:
8′, 0:1, Andrej Lazarevic
15′, 0:2, Nico Mayer
27′, 0:3, Resul Omerovic
29′, 0:4, Eyüp Erdogan
40′, 0:5, Resul Omerovic
42′, 0:6, Andrej Lazarevic
50′, 0:7, Hannes Endletzberger
53′, 1:7, Karol Solciansky 
59′, 1:8, Andrej Lazarevic
63′, 2:8, Dejan Tosic

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