„Da kummt die Sunn“ – in St. Pölten? Helle 90 Minuten für österliche Matchbälle

19. März 2026

Der Abstiegsäquator in „Liga Zwa“ ist südlich wie nie, Lichtblick um Lichtblick hat sich die Austria in den letzten Wochen davon entfernt. Galaktisch-geile Konstellation: Jetzt können wir uns die ersten Matchbälle schnappen! Mit einer neuerlichen Überraschung in St. Pölten ließen sich schon am Karfreitag die letzten Abstiegssorgen kreuzigen.

Am Freitag ist Tagundnachtgleiche. Die Sonne überquert den Himmelsäquator, wandert zu uns auf die Nordhalbkugel und lässt den Frühling Einzug halten. Damit verhält es sich am Firmament wie auf dem Fußballplatz – Licht gibt’s ab, dazwischen wird’s dämmrig dann und wann; doch eines wird bei unserer Austria jetzt immer deutlicher: Die hellen Momente überwiegen.

Photo: GEPA pictures/ Wolfgang Kofler

Viel Tag am Spieltag – jede Woche heller

Licht und Schatten bot die laufende Spielzeit in ihren ersten beiden Dritteln – das jedoch in einem viel kürzer getakteten Wellenbad als es die Jahreszeiten auf uns zukommen lassen. Kalt-Warm zwischen Heim und Auswärts, mal Ebbe, mal Flut, was Tore und Gegentreffer anbelangt. Zur Einordnung: Mit dem kleinsten Budget der Liga als Abstiegskandidat Nr. 1 in die Saison gegangen, ist bereits jedes Up-and-Down qua Natur der Sache als Erfolg zu werten.

Dass jetzt sogar die Lichtblicke manifest werden, ist – anders als beim Spiel der Himmelskörper – in der rauen Realität am Rasen kein Naturgesetz, eher ein hart erarbeitetes Fußballwunder. Vor dem Wochenende kann unser hellster Stern nun sogar die Konstellation im Titelkampf durcheinanderwirbeln.
Kollision berechnet für Freitag, 18 Uhr – allein der Schauplatz erdet: St. Pölten, Niederösterreich.

Sowieso Stabilitätsanker in der Verteidigung, zuletzt sogar mit Dribbelkünsten im Mittelfeld – Denis Kahrimanovic inmitten seiner herausragenden Saison. Photo: GEPA pictures/ Wolfgang Kofler

Der Wolf im Jagdpelz

Die Violetten bekommen es dort – bereits zum dritten Mal im jungen Kalenderjahr – mit einem Titelkandidaten zu tun, nun wohl mit dem ersten vollkommen willensheißen Aufstiegsanwärter. Beim SKN haben sich die lichten Momente allerdings noch nicht soweit verfestigt wie gewünscht, im Gegenteil: Die Wölfe ließen sich in dieser Saison schon mal die Butter vom Brot nehmen, verspielten einen zwischenzeitlichen Acht-Punkte-Vorsprung und versuchen es nun mit einem zweiten Anlauf in der Rolle des Jägers – vielleicht ohnehin passender zu ihrem tierischen Naturell.

Zuletzt bekam Rapid die Reaktion wütender Waldgeister ab, als die sich für ihre bittere Derbyniederlage gegen Amstetten an Ort und Stelle revanchierten, 4:0 gewannen. Und das Rudel darf weiter im Revier bleiben: Auf der Probe jetzt steht die Konstanz, nachdem die Jungs von Cem Sekerlioglu letzte Woche ihr „Stripfing-Timeout“ eintakten mussten.

Rudel außer Rhythmus? Vielleicht gar nicht ungelegen für uns, dass die „Wölfe“ nach ihrer wütenden Reaktion gegen Rapid II ein spielfreies Wochenende fristen mussten. Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

Matchplan Matchball

Für die Schaider-Schützlinge rückt indes ihr Saisonziel immer näher. Im „Schlachthof Maxglan“ einen fetten 15-Punkte-Vorsprung auf den einzig verbliebenen Abstiegsplatz herausgemetzgert, muss die Errungenschaft praktisch nur noch abgepackt werden – neues Mindesthaltbarkeitsdatum: 30.06.2027.

Da wurde richtig Blut geleckt letzte Woche – jetzt ist es sogar möglich, noch in der Fastenzeit den Klassenerhalt zu fixieren. Photo: GEPA pictures/ Wolfgang Kofler

Überhaupt einmal davon ausgegangen, dass besagter Schleudersitz tatsächlich zum Abstiegsrang wird, ist das Ziel zum Greifen nah: Anzupeilen für den Haken hinter dem Klassenerhalt ist auf alle Fälle bereits das Osterwochenende. Überraschen wir auch in St. Pölten, dann können unsere Violetten sogar schon am Karfreitag klarmachen, dass nicht hinabgestiegen wird in das Reich der Regionalliga.

Die Pause im WM-Sommer wird ausgedehnt lang, dennoch kann ein Spannungsabfall in solchen Fragen nicht früh genug kommen – es geht um frühzeitige Planungssicherheit im Hinblick auf die kommende Saison, aber auch um wertvolle Wochen der Entspannung für ein Nervenkorsett in Violett, welches die letzten Jahre hindurch praktisch durchgehend auf Anschlag ausgerichtet war.

Überraschen unsere Jungs mit einem Sieg in St. Pölten, dann liegen am Osterwochenende gleich mehrere Matchbälle bereit. Photo: GEPA pictures/ Kevin Hackner

Mehr wert als der Madrilene: Der Transfermarkt regelt das!

Klare Sicht ist also am Einkehren. Schon jetzt amtlich sind die neuesten Marktwert-Preisschilder des transfermarkt-Portals. Die nackten Zahlen darin sind richtig sexy – unbezahlbarer Vergleich gefällig? Mit 3,63 Millionen sind unsere Violetten inzwischen um 130.000 Euro „mehr wert“ als ÖFB-Teamkapitän und Real-Madrid-Legionär David Alaba.

Fun-Fact: Der Austria-Salzburg-Kader bringt es aktuell etwa auf den doppelten Wert dessen, was für David Alabas Luxus-Penthouse in Wien-Donaustadt hinzublättern wäre. Photo: GEPA pictures/ Walter Luger

Jetzt aber schnell zurück zu bodenständigeren Tatsachen, damit wir nicht ganz zur Eintracht verkommen: Voilà, die Verletztenliste!

Denizcan Cosgun wird nun wirklich ausfallen, ergänzend zum Wunderheiler muss auch mal die Zeit alle Wunden heilen. Und während bei den schon gehabt Verletzten keine Comeback-Meldungen vorliegen, ist für Freitag auch Simon Nesler-Täubl fraglich. Unser Torhüter laboriert, wie könnte es anders sein, an einer Sprunggelenksverletzung – ob die Knöchelproblematik gar ansteckend ist? Glück im Unglück nur: „Kali“ stünde allenfalls bereit. Als hätte er’s kommen sehen, disziplinierte sich unsere leidenschaftliche Tormannlegende ausgerechnet im Trubel der letzten Wochen, hält bei weiterhin „nur“ vier gelben Karten von der Bank und wäre somit einsatzberechtigt.

Gusto Gelegenheit? Rudel niemals riechen lassen!

Mit welchem Personal auch immer wir zu Werke gehen werden am Freitag – unser frisch verlängerter Trainer Christian Schaider ist auf den Spuren von Luigi Fresco, Frank Schmidt und Diego Simeone; und guter Dinge, dass sich seine Mannen nicht einfach eingliedern müssen in die Nahrungskette des Verfolgerteams:
„Wir kommen nach den zwei Siegen mit breiter Brust und Selbstvertrauen. Gleichzeitig wissen wir, dass St. Pölten nochmal ein anderes Kaliber ist. Wir müssen dieselbe Kompaktheit wie in den letzten beiden Spielen an den Tag legen und unsere Momente nutzen. Wenn’s gut funktioniert, können wir auf alle Fälle mit Punkten zurück nach Salzburg fahren.“

Spricht mit weisen Worten, spricht mit den Händen, spricht für sich: Christian Schaider hat seine Mannschaft und unseren Verein als Bundesligisten gefestigt und geht nun folgerichtig den Weg weiter. Photo: GEPA pictures/ Christian Moser

Also: Grundordnung stabil halten – wer beißt schon gerne auf Granit?! Ansonsten sind Wölfe nicht wählerisch. Zur Beute wird, was sich willkommen vor die Schnauze verirrt. Erklärt das Wappentier gar den Saisonverlauf? Unregelmäßige Nahrungsaufnahme ist typisch, das reicht von tagelangem Fasten bis hin zu gewaltigen Fressorgien – ein Fünftel des eigenen Körpergewichts verschlingen die Prädatoren dann in einer Mahlzeit.

Verhindern wir violettes Vorkommen im Futtertrog der Wölfe und dämpfen wir ihnen in deren Lebensraum ihren Aufstiegstraum!

Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Bildpartner: GEPA pictures

Anstoß 18:00 Uhr // Ran an die Karten!

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NV-Arena St. Pölten
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