Der violette Fußballgeist lebt! – Austria erkämpft tapferes Remis gegen Sturm Graz II

12. September 2026

Nach dem Cup-Aus kehrte die Austria zurück in den Alltag der „LigaZwa“. Gegen die Zweitvertretung des SK Sturm Graz war die Mannschaft von Christian Schaider auf Wiedergutmachung aus, hatte dabei aber auch eine lange Verletztenliste zu beklagen. Mit den Fans im Rücken zeigte die Mannschaft eine tapfere Leistung.

Bei angenehmem, spätsommerlichem Wetter ging es in das letzte Heimspiel vor der Länderspielpause, in dem man trotz der schwierigen Kadersituation ein Ausrufezeichen setzen wollte. So brauchte die Austria nur fünf Minuten, um genau dies zu tun. Christian Gebauer zeigte die Reaktion auf die jüngsten Rückschläge und versenkte einen Freistoß von links sehenswert zur frühen Führung. Auch dieser Treffer unseren Offensivmanns dürfte ein Kandidat für das Tor des Monats sein. Jüngst wurde sein Treffer gegen Kapfenberg in Runde vier zum Tor des Monats August gekürt.

Die Grazer waren in der Anfangsphase zwar nicht weniger bemüht, fanden aber mehrmals nicht die richtigen Mittel. Bei der Austria stand Qualität vor Quantität, was Gebauer mit einem hochkarätigen Versuch in der 25. Minute probierte. Sein Schuss mit links von der Strafraumgrenze wurde jedoch abgefälscht. Manch einer meint sogar mit der Handspiel, aber Schiedsrichter Matthias Gächter sah den Arm angelegt. Nur kurz danach war es erneut ein violetter Freistoß, dieses Mal von rechts, der durch den Strafraum rauschte. Die neuerliche Standardgelegenheit wurde nur knapp nicht verwertet. Auch per Kopfball wollte Gebauer nun der zweite Treffer nicht gelingen. Mit ihren Chancen kam die Austria immer besser in Spiel, während auch die Defensive ihre Sicherheit bewies. Nach einer knappen halben Stunde unterband Raphael Hofer einen Konter der Grazer an der Grundlinie mit einer Lehrbuch-Grätsche.

Doch während es spielerisch gut lief, stand einmal mehr Gesundheit im Vordergrund. In der 35. Minute kam es zu einem unglücklichen Zusammenstoß von Tobias Rohrmoser mit Verteidiger Kelechi Nnamdi. Unsere Nummer zwei konnte nicht weiterspielen, für ihn kam Denis Kahrimanovic ins Spiel. Auf diesem Wege: Gute Besserung, Tobi!

In der 39. Minute meldete sich Hofer auch offensiv und zeigte sich per Freistoß vor dem Kasten von Elias Lorenz. Der Grazer Keeper musste jedoch nicht eingreifen. Im Gegenzug belohnte sich die steirische Offensive mit einer Flanke von Nnamdi, der den Kopf von Stürmer Jonas Peinhart fand. Mit einem 1:1 ging es nach einer ereignisreichen ersten Halbzeit in die Kabinen.

Christian Gebauer freute sich über seinen siebten Saisontreffer. Foto: GEPA pictures/ Mathias Mandl

Nach der Pause beruhigten sich die Gemüter wieder und beide Mannschaften beschlossen, sich wieder eher dem Fußball als einer griechischen-römischen Sportart zu widmen. Die größte Chance gab es dann in der 61. Minute, als Moritz Eder einen Konter im Alleingang bis in den gegnerischen Stafraum durchzog. Sein Abschluss war jedoch zu zentral, weshalb Lorenz parieren konnte. Im Gegenzug nutzten auch die Grazer ihre Kontergelegenheit in der 73. Minute nicht. Fußball wurde im zweiten Durchgang eher gearbeitet als gespielt.

Die Chancengleichheit schien vorerst zugunsten der Steirer zu ennden, die durch Niklas Lang in Führung gingen. Doch Widerstände verarbeiten ist der Austria nicht neu, was Christian Huetz bereits perfekt verinnerlichte. In der 87. Minute eroberte Crnkic einen zweiten Ball vor der Grazer Hintermannschaft, der am Ende bei Huetz landete und von ihm zum 2:2 verwertet wurde. Durch Mate Grgic gingen die Steirer zwar nochmal in eine Führung, doch unsere Maschine auf der rechten Abwehrposition Moritz Eder zeigte mit einem letzten Kraftakt seine Mentalität. Nachdem Huetz einen Ball am linken Flügel abblockte und hin den Sechzehner flankte, setzte Joker Nico Lukasser-Weitlaner seinen Körper ein und legte im Fallen auf Eder, der nach einer Finte zum verdienten 3:3 einnetzte. Die Heimserie lebt!

Nächste Woche geht es ins letzte Spiel vor der Länderspielpause. Es wartet das Auswärtsduell mit Wiederaufsteiger Voitsberg, die mit Philipp Zulechner sogar einen ehemaligen Nationalspieler an der Seitenlinie haben. Unter dem 76-fachen Bundesligastürmer gewann die Steier zwar nur einmal, doch gegen Wacker Innsbruck holten sie zuletzt ein achtbares 1:1. Die Austria steht nun nach sechs Spielen mit zehn Punkten weiterhin im Tabellenmittelfeld der Liga.

Bericht: Tim Bosnjak

Die Stimmen zum Spiel

Last-Minute-Torschütze Moritz Eder: „Der Ausgleich war sehr wichtig. Das Spiel war ein Achterbahn der Gefühle. Das 3:3 zu schießen war sehr schön für die Mannschaft. [Es war eine] unbeschreibliche Stimmung. Ich bin froh, dass die Fans noch beim 2:3 an uns geglaubt haben und uns von Sekunde zu Sekunde pushen.“

Torhüter Simon Nesler-Täubl: „Immer wieder zurückzukommen, spricht für unsere Moral. […] In der letzten Woche vor der Länderspielpause werden wir nochmal alles rausholen, damit wir die drei Punkte aus Voitsberg mitnehmen.“

Cheftrainer Christian Schaider: „Die ganze Woche hat viel Kraft gekostet. Auch das Spiel hat viel Energie und Nerven gekostet.[…] Die Jungs lassen sich nie hängen, sie haben einen Top-Charakter und Teamspirit, das haben sie auch heute wieder gezeigt. Die Moral ist riesengroß. Die Jungs bringen die Kraft bis zum Schluss auf, das zeigt was wir für eine Mannschaft sind.“

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