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Salomonischer Ausklang: Punkteteilung und geteilter Torschützenkönig

Die großen Fragen sind seit Wochen geklärt, doch das Spiel der Austria funktioniert auch im Feiermodus bestens. So gut, dass sich vor dieser letzten Runde sogar noch eine kleine Frage aufgedrängt hat: Wer wird Torschützenkönig?

Freitagabend vor dem Pfingstwochenende: Viele feierwütige Österreicher haben Lignano vor sich, Austrias Feierbiester haben einige Tage Mallorca gar eben schon hinter sich. In Maxglan wird organisatorisch das Obligate getan. Ein Fest zum Abschluss ist organisiert, das Spanferkel muss nur noch eingehängt werden und die Diskussionen drehen sich längst um die neue Saison. Mit Spannung wird die Präsentation des neuen Trikots im Rahmen der Feierlichkeiten erwartet.

Torreicher Sommerfußball

Dass da das letzte Saisonspiel nicht zur Nebensache verkommt, dürfte vor allem einem Mann wichtig gewesen sein: Resul Omerovic. Vier Jahre nachdem er es mit Grödig schonmal zum Torschützenkönig in der Salzburger Liga gebracht hat, ist der Doppelstaatsbürger mit bosnischen Wurzeln seit sechs Tagen wieder bestens im Rennen, die Sache im violetten Trikot zu wiederholen. Die gesunden „Fünf am Tag“ sind bei unserem Knipser Nr. 1 nämlich nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch mal Tore, wie sich in Altenmarkt gezeigt hat, wo die Statistiker trotz 5:0 beim Begriff „Torschütze“ nicht den Plural bemühen mussten. SAK-Angreifer Mersudin Jukic muss somit seine bereits sicher geglaubte Torjägerkrone im letzten Saisonspiel behaupten.

Diesmal schienen die Befürchtungen nicht ganz unbegründet, die Austria legte passend zum Wetter mit Sommerfußball los. Gegner Bramberg machte da nicht mit. Die Pinzgauer zeigten sich top-motiviert und hatten, inzwischen aller Abstiegssorgen entledigt, nach einer schwierigen Saison noch mächtig Appetit auf unbeschwerten Fußball. Ein sehenswert präziser Abschluss von Nindl (8.) brachte die Gäste früh in Führung. Zehn Minuten später ging Lovrec seine Rechnung voll auf: Halb Flanke und halb Schuss ist ganz Tor – 0:2 nach einer verunglückten Hereingabe. Doch Glück hatte wenig später auch die Austria, die Stange rettete vor dem 0:3.

In der 34. Minute besserte sich der Abend: Nach einem Eckball war, ja, Resul Omerovic zur Stelle, beförderte den Ball mit aller Raffinesse ins lange Eck und sich selbst schon mal für den Moment auf den Thron der Torjägerkanone. Kurz vor der Pause, wieder nach Ecke von der gleichen Seite, stieg in der Mitte Lucas Purkrabek am höchsten und brachte den Ball per Kopf ebenfalls ins lange Eck zum 2:2-Ausgleich.

Wenn Teilen Freude macht

In der 2. Halbzeit hatten die Bramberger ihr Pulver bereits verschossen. Die ganz in weiß aufspielende Austria hatte das Match im Griff, setzte die Gäste aber nie dauerhaft unter Druck. Ein Anflug von Sommerfußball war auch nach Seitenwechsel nicht zu leugnen, zu einigen guten Chancen reichte es dennoch. Es war schon abzulesen, dass die Jungs noch bemüht waren, Resul Omerovic zu einem weiteren Tor zu verhelfen und er selbst war es auch, der die besten Gelegenheiten zum Siegestreffer vorfand. Es fehlte aber das nötige Fortune und so blieb es bei der Punkteteilung, welche die Gäste vor allem ihrer starken Anfangsphase verdanken.

Geteilt wird auch die Torjägerkrone. Dass „Resko“ ein weiteres Tor versagt blieb, verhinderte nur seine alleinige Herrschaft auf dem Bomber-Thron, den er aber erklimmen konnte, da Mersudin Jukic zum Ende leer ausging und vom sympathischen Mann aus Tuzla eingeholt wurde. Eine Ironie des Schicksals, dass Jukic, der vor zehn Jahren selbst als Austrianer Torschützenkönig wurde, sich seine Krone diesmal im SAK-Dress zwar behalten darf, sie aber mit einem erneut violetten Torschützenkönig teilen muss.

Altes Fieber, neues Feuer – Die tolle Saison im Rückspiegel

Damit können am Ende bestimmt alle recht gut leben, auch wenn der SAK am Ende jetzt just dieses eine geschossene Tor mehr auf dem Konto hat. Die Derby-Vorherrschaft ging 2018/19 aber zurück nach Maxglan, von den 92 violetten Toren gingen deren zwei in den Kasten des Stadtrivalen, sie reichten für einen Derbysieg im Nonntal und ein bärenstarkes Unentschieden daheim in der Hinrunde. Nur zwei Niederlagen, die wenigsten aller Mannschaften, sprechen eine klare Sprache: Eine hervorragende Saison, ein hochverdienter Aufstieg am Ende dieser zweijährigen Ära in der Salzburger Liga.

Entsprechend gebührend wurde diese Saison dann auch gefeiert, der Freitagabend im Violett wurde ein richtig langer. Das Vereinslokal füllte sich und man spürte wieder neue Euphorie – unverkennbar, dass dieser Aufstieg rundum als positive Trendwende im gesamten Verein zu werten ist, betrachtet man die Geschehnisse über einen längeren Zeitraum mit all den Schwierigkeiten der letzten Jahre.

Wir wünschen euch allen eine kurzweilige Sommerpause. Freuen wir uns auf den Spielplan für die kommende Saison, auf viele spannende Spiele im Kreise der besten Amateurmannschaften Salzburgs und Westösterreichs und auf eine attraktive Austria, die uns in ihren neuen, am Freitag von Feschak Umberto Gruber präsentierten violett-weiß längsgestreiften Trikots auch eine Stufe höher begeistern soll.

Viel Geteiltes gab’s zum Abschluss auch bei den anderen Spielen – hier die Ergebnisse zum Saisonausklang:

  • Bürmoos – SAK 3:3
  • Straßwalchen – Altenmarkt 1:1
  • Golling – Zell am See 1:1
  • Eugendorf – Puch 1:1
  • Adnet – Thalgau 1:7
  • Neumarkt – Kuchl 4:0
  • Hallein – Strobl 3:1

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