Ein Wochenende wie gemalt? Violette Fußballkunst in Thalgau

Auf den Derbysieg folgte in der Vorwoche ein Pflichtsieg. Es gibt Argumente, mögliche drei Punkte aus Thalgau hinterher ebenfalls in diese Kategorie einzuordnen. Der Druck der Konkurrenz bleibt indes groß, wodurch die Aufgabe durchaus heikel werden könnte.

Künstler sind die Thalgauer öfter neben als auf dem Fußballplatz. Eine „Schreibmalerei“ beheimatet die knapp 6.000 Einwohner zählende Gemeinde an der Grenze zu Oberösterreich, ebenso wie die begnadete Kunstmalerin mit dem klingenden Namen Renata Lugano, deren Acryl-Bilder im Romantik-Look am heutigen Freitagabend bei einer Ausstellung im örtlichen Gemeindeamt zu bewundern sind. Erinnern wir uns an einen legendären Austrianer, der häufig schon am Vortag in die Dörfer angereist ist – wer’s so wie einst „Ossi“ macht, kann in Thalgau einen künstlerisch wertvollen Vorabend erleben.

Wenn sich die Austria am Samstag nicht ihrerseits wie eine Vernissage aufstellt, sondern „in motion“ ein engagiertes Spiel zeigt, sollten die drei Punkte am Tor zum Salzkammergut durchaus zu entführen sein. Bei ihrem verpatzten Frühjahrsauftakt kassierten die Thalgauer elf Gegentreffer in den ersten beiden Spielen. Auch die letzten beiden Spiele gingen bei unserem kommenden Gegner verloren. Zwar hatte man beim 0:4 in der Vorwoche den Tabellenführer zu Gast, vier oder mehr Gegentreffer setzte es da für den UFV aber schon zum sechsten Mal in dieser Saison, während hinten in 22 Spielen nur einmal die Null stand. In der Hinrunde hatten wir Thalgau im Rahmen unserer Jubiläumsfeierlichkeiten zu Gast, da gelang es auch unserer Mannschaft schon, den Flachgauern vierfach einzuschenken.

Das liest sich von der Papierform her für die Austria als Tabellenzweiten wie ein Pflichtsieg, auf den wir am Samstagnachmittag zusteuern sollten. Und Pflichtsieg können unsere Burschen ja inzwischen ebenso gut wie Derbysieg, denkt man nur an die klare Nummer vom vergangenen Wochenende. Erfreulich beim Adnet-Spiel war auch, dass kein Violetter vom Platz gestellt wurde. Oft genug musste der Trainer zuletzt Stammkräfte vorgeben, damit soll jetzt mal Schluss sein. Nico Mayer kehrt nach abgesessener Sperre wieder in die Mannschaft zurück und auch der Rest der Mannschaft steht zur Verfügung: „Alle sind fit“, versicherte Schaider am Donnerstag.

Die eingangs angesprochenen Acryl-Bilder sind übrigens „leistbar“, so verspricht es die Ankündigung in der Lokalpresse. Nicht leisten können wir uns hingegen jedes Lockerlassen in dieser entscheidenden Saisonphase. Der Sieg am Osterwochenende war ein kleiner Schritt. Die starke Konkurrenz, allen voran Kuchl, erinnert uns derzeit Woche für Woche daran: Wir sind noch nicht über der Ziellinie.

Deshalb dürfen wir auch in der Heimat von Schlagzeugstar Martin Grubinger nicht aus dem Takt kommen. Unser Reiseziel an diesem Wochenende liegt bei Kilometer 42,6 der alten Ischlerbahn. Für eine Nostalgiefahrt mit einem schmalspurigen Sonderwaggon Richtung Bad Ischl sind wir leider um 62 Jahre zu spät dran, sie verkehrte nur bis in die Fünfzigerjahre. Dafür können wir Thalgau seit 1943 etwas großspuriger über die A1 erreichen. Wann und wie immer ihr hinkommt: Findet euch um 16:00 Uhr am Fußballplatz ein, unterstützt unsere Mannschaft auswärts und helft unserem Verein, der Eliteliga ein weiteres Stück näherzukommen!

23. Runde Salzburger Liga
UFV Thalgau – SV Austria Salzburg

Samstag, 16 Uhr, Thalgau
SR: Wolfram Aufschnaiter, Peter Sawczak, Bernhard Frauenschuh;

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