Erst unglücklich, dann unterlegen: Weiter nichts Zählbares

Auch der nächste „Dreier“ für die Austria meint keine Punkte, sondern ein Bündel an Gegentoren, die aus der Aufsummierung der Fehler während der 90 Minuten entstanden sind. Wieder war deutlich mehr drin, wieder sind es aber einige „Hätte“ und „Wäre“, die auf dem Weg zu Punkten anders laufen hätten müssen.

In Hälfte eins bestätigte sich eine vermeintliche Underdog-Rolle der Violetten nur dahingehend, als dass sich kurz vor dem Pausenpfiff zeigte: Saalfelden agiert abgebrühter. Gemeint ist das Tor der Pinzgauer durch Brody in der 44. Minute, als der US-Amerikaner seinen schnellen Gegenstoß nach Austria-Ecke gekonnt mit der Führung krönte. Doch ganz abgebrüht war auch der vermeintlich klare Favorit keineswegs: Diese Aktion war nicht die erste, bei der unsere linke Abwehrseite mit vollem Tempo überlaufen wurde. Schon zweimal hatte unsere Mannschaft in den Minuten zuvor großes Glück, einmal rettete die Querlatte nachdem man bei einem Eckball unaufmerksam war.

Wieder kam es, wie es kommen musste

Das alles beschreibt aber keineswegs die erste Halbzeit. Über weite Strecken hatte unsere Mannschaft die Pinzgauer gut im Griff. Rund um die Antreiber Marasek und Mayer zogen unsere Jungs ein dynamisches Spiel auf. Einige Pässe waren zwar zu durchsichtig, manches wurde zu überhastet angegangen, aber die Herangehensweise war toll anzusehen und es entwickelte sich ein erstaunliches Übergewicht an Spielanteilen zugunsten unserer Mannschaft. Auch gute Chancen fand man vor, ganz knapp etwa schrammte Nico Mayer an der Führung vorbei ehe wenig später der starke Lukas Marasek bei guter Schlussposition nicht ganz die Lücke fand. Der Rest und der unglückliche Pausenstand von 0:1 sind klassisch-unglücklicher Fußballalgorithmus, der sich in Seuchenwochen mit einer gewissen Selbstverständlichkeit manifestiert.

Alles Selbstverständnis war dann leider nach Seitenwechsel dahin, nachdem nicht nur mit Wimpissinger unser dritter Keeper für den angeschlagenen Nöhmer zwischen die Pfosten musste, sondern auch der in Durchgang eins sehr agile Nico Mayer verletzt rausmusste. Verloren war all der Antrieb der ersten 45 Minuten, zurück indes war der Fehlerteufel: Zunächst verstolperte Endletzberger einen Ball, was Cooksely ein einfaches 0:2 bescherte, fünf Minuten später konnte Tandari eine simple Kombination zum 0:3 abschließen – somit war nach einer Stunde alles entschieden.

Wo „keine Stimmung“ immer noch Gänsehaut bedeutet

Die vielen Umstände der Gesamtsituation ließen die Stimmung daraufhin verständlicher- aber bei uns absolut ausnahmsweise verstummen. Umso eindrücklicher hallte die Schützei-Intervention durch die Ränge, diesmal mit der bekannten „Marmor, Stein und Eisen bricht“-Variante, die vor allem immer dann Kraft und Stärke gibt, wenn die violette Fußballwelt keine ganz so heile ist, wie wir uns das alle wünschen. Dass nicht Saalfeldens Ruiz für ein brutales Revanchefoul, sondern später Öttl für verbales Entgleisen Rot sah und weitere eigenwillige Verhältnismäßigkeiten – diesmal alles nur Randnotizen. Abgesehen von unserer eigenen Unzufriedenheit vermag wenigstens der Tabellenkeller vorerst keinen Druck aufzubauen – Bischofshofen unterlag daheim Grünau und beendet damit die Hinrunde tatsächlich punktelos. Während die bislang unter Wert geschlagenen Kuchler erst am Sonntag gegen Grödig spielen, ließ der SAK auch unserem kommenden Gegner keine Chance, fegte im Speedway-Verfahren mit 5:1 über St. Johann hinweg. Anif und Seekirchen trennten sich 1:1.

RL Salzburg, 14.09.2019, 17h00
Austria Salzburg – FC Pinzgau 0-3 (0-1)

Austria Salzburg spielte mit:
Nöhmer (46. Wimpissinger); Sandmayr, Endletzberger, Öttl, Purkrabek; Marasek, Keil; Sorda, Mayer (46. Paulik), Schwaighofer; Hödl (63. Omerovic)

Tore:
0-1: Brody (45.)
0-2: Cooksley (55.)
0-3: Tandari (60.)

Schüsse gesamt: Austria 13 / Pinzgau 6
Schüsse aufs Tor: 1 / 5
Schüsse abgeblockt: 3 / 1
Lattenschüsse: 0 / 1
Ecken: 3 / 2
Fouls: 20 / 10
Abseits: 2 / 1

Gelbe Karten:

Austria
Purkrabek (25., Foul)
Endletzberger (65. Unsportlichkeit)
Paulik (68. Foul)

Pinzgau
Ruiz (27. Foul)
Cooksley (56., Unsportlichkeit)
Heard (58. Kritik)
Fürstaller (65. Unsportlichkeit)

Rote Karte:

Austria
Öttl (81. Kritik)

Max Aicher Stadion, Salzburg/Maxglan
SR Jäger; Sen, Reichholf 2
900 Zuschauer

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